
Werben im Podcast: Kleine Pause
Dieser Podcast hat
132 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Nicole SchweißExplizit
Nein
Erstellt am
2021/01/15
Neueste Episode
2026/10/08
Durchschnittsdauer
62 min.
Veröffentlichungsintervall
15 Tage
Beschreibung
Raum schaffen für's: Miteinander sprechen, (Ver)lernen, Zuhören, Diskutieren & Schule neu denken. Kontakt: @kleinepause_podcast oder [email protected] Impressum Verantwortlich für den Inhalt (gem. § 55 Abs. 2 RStV): seit 06/23 Nicole Schweiß [email protected] Kontaktdaten und Anschrift auf Anfrage über Mail
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#129 mit Niusha Zakerfathi & Marianne Arndt - Abschiebungen im Schulkontext. Der Fall der Familie Rouf aus Köln-Mülheim
2026/10/08
Was passiert, wenn plötzlich ein*e Mitschüler*in fehlt, weil eine Abschiebung droht?
Niusha ist Lehrerin an einem Schulzentrum in Köln und Marianne Seelsorgerin und Vorsitzende des Vereins Mosaik Köln-Mülheim. Die beiden erzählen von einem Fall, der eine ganze Schulgemeinschaft bewegt hat: Eine seit acht Jahren in DE lebende Familie soll nach Sri Lanka abgeschoben werden, die Tochter kurz vor dem Abi, der Sohn kurz vor dem Realschulabschluss. Sie berichten, wie ein „Fantasiepapier" der Behörden die Lage verschärft hat und wie innerhalb weniger Tage die Aktion „Bildung statt Abschiebung" entstand: in einer Mittagspause, inklusive Presse, Petition und Härtefallantrag.
Die GEW schreibt, dass viele Lehrkräfte und Schulleitungen verunsichert seien, was sie bei einer drohenden Abschiebung tun können.
Die erklärte Absicht der Bundespolitik, die Zahl der Abschiebungen zu erhöhen, hat zuletzt wieder dazu geführt, dass junge Menschen auch aus Schulen zur Abschiebung abgeholt wurden. Schulleitungen und Lehrkräfte werden dabei zur Kooperation mit der Polizei aufgefordert. Die Reaktionen von Lehrkräften reichen von Fassungslosigkeit oder Ohnmacht über Gleichgültigkeit, und die Verunsicherung über den eigenen Handlungsspielraum ist groß. Was lässt sich in dieser Situation tun, wenn man eine Abschiebung nicht unterstützen oder sogar verhindern möchte? Wichtig sind früh eingeschaltete Anwält*innen, ein Unterstützungsnetzwerk, Öffentlichkeit und Bleiberechtsoptionen wie § 25a AufenthG für gut integrierte Jugendliche. Dazu kommt die Frage, wie Schule für betroffene Kinder ein sicherer Ort bleiben kann. Die Regelungen unterscheiden sich teils je nach Bundesland, aber das Thema ist für alle Schulen relevant.
Fotocredits: Niusha Zakerfathi & EVKK 2026
#128 mit Paula Fürstenberg - Wie sprechen über die deutsche Einheit, die nicht nur Erfolgsgeschichte ist?
2026/10/03
Paula Fürstenberg, Jahrgang 1987, ist in Potsdam aufgewachsen. Die Schriftstellerin hat die Romane „Familie der geflügelten Tiger" und „Weltalltage" geschrieben. Mit „Niewiedervereinigung. 100 Zwischenrufe zur deutschen Einheit" legt sie nun einen politischen Essay vor, der mal wütend, mal zärtlich, mal nachdenklich und auch witzig ist. Entlang ihrer Biografie erzählt sie von den Leerstellen der Einheitserzählung.
Ins Gespräch steigen wir über einen Blick ins Buch ein und fragen, warum das mit den Gefühlen im Kontext Schule so eine Sache ist. Paula erzählt, wie die DDR in ihrem Unterricht fast (!!) keine Rolle spielte. Sie berichtet auch, wie sie die rechte Gewalt der "Baseballschlägerjahre" (oder sind es die "Schwarzerblockjahre"?) lange aus ihrer eigenen Geschichte herausgeschrieben hat. Sie erklärt, was sie unter politischer Depression versteht und warum man Ost und West nicht so getrennt denken sollte, wie es oft passiert. Wir sprechen über Schulen und Kultur, die in Sachsen-Anhalt unter Druck geraten, und über die Frage, die uns alle betrifft: Was tun wir gegen die Faschisierung des in der "Niewiedervereinigung" geeinten Deutschlands?
Fotocredits: © Sophie Kirchner
#127 with Maoz Inon - On "The Future is Peace" / "Die Zukunft ist Frieden"
2026/09/16
Maoz Inon is an Israeli peace activist, entrepreneur and co-CEO of InterAct International, a nonprofit dedicated to peacebuilding in the Middle East. After losing both of his parents in the Hamas attack of October 7, he decided to dedicate his work to achieving a lasting and just peace between Israelis and Palestinians.
Together with Aziz Abu Sarah, a Palestinian peacebuilder, writer, cultural educator and entrepreneur, Maoz is the author of "The Future Is Peace". Aziz lost his brother after he was arrested and tortured in an Israeli prison. His experiences eventually led him towards peacebuilding and conflict transformation. Today, Maoz and Aziz work together to promote dialogue, reconciliation and a shared future.
In this conversation, Maoz talks about grief, friendship and the partnership that developed between the two of them. He reflects on why education begins at home, why peacebuilding requires listening to competing narratives, and how shared values such as equality, dignity and recognition can create the foundation for difficult conversations. He also discusses the role of Germany, the dangers of political polarization, the responsibility of governments and the agency individuals have to shape the future. The conversation explores how trauma can be transformed into healing, despair into hope and revenge into reconciliation and what each of us can do to help make peace possible.
The German edition, "Die Zukunft ist Frieden. Eine palästinensisch-israelische Reise durch ein versehrtes Land", translated by Ursula Kömen, is now available. It is published in German by Altneuland Press.
#126 mit Christina Feist - Über solidarisches Vertrauen in Kinder und Jugendliche & einen komplexen Blick auf Identität
2026/09/12
Christina Feist ist promovierte Historikerin und Philosophin, freie Journalistin und Überlebende des antisemitischen, rassistischen und misogynen Attentats vom 9. Oktober 2019 in Halle (Saale) und Wiedersdorf. Seither engagiert sie sich für die Rechte von Betroffenen, besseren Opferschutz und eine betroffenenzentrierte Gedenk- und Erinnerungskultur. Im Gespräch geht es um Schule als politischen Raum, die Bedeutung politischer Bildung und darum, warum Jugendliche viel häufiger ernst genommen und beteiligt werden müssen. Christina erzählt von ihrer Arbeit gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und andere Formen von Menschenfeindlichkeit, von Erfahrungsexpertise und davon, warum Überlebende nicht auf ihre traumatischen Erfahrungen reduziert werden dürfen. Als Journalistin und Referentin beschäftigt sie sich außerdem mit der Frage, wie Medien verantwortungsvoll und traumasensibel über Terror und Gewalt berichten können. Ein Gespräch über Verantwortung, Gerechtigkeit, Respekt, Selbstreflexion und auch Hoffnung darauf, dass Veränderung möglich ist, wenn wir bei uns selbst anfangen.
#125 mit Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger - Zwischen Klassismusforschung und Cominge-of-age Literatur
2026/08/30
Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger ist Autor und lebt in Karlsruhe. Mit „Vielleicht im Sommer" hat er seinen Debütroman veröffentlicht, der aktuell auch als Schullektüre lizenziert wird. In seiner Masterarbeit hat er sich intensiv mit Armut und Klassismus in Deutschland auseinandergesetzt.
In der Folge geht es darum, warum Klassismus gesellschaftlich noch immer so unterbeleuchtet ist und wem das eigentlich nützt: um hartnäckige Vorurteile wie „Faulheit" und „Selbstschuld", von denen Medien, Politik und Wirtschaft profitieren, und um Mechanismen, die sich wie Spiralen immer weiter drehen. Es geht außerdem um seinen Roman und die Geschichte der Jugendlichen Kian und Marco, die aus einem Heim ausbrechen und sich auf den Weg ans Meer machen, auf der Suche nach Freiheit, Zugehörigkeit und Familie und Freundschaft. Dabei spielen auch Männlichkeit und Verletzlichkeit zwischen den beiden Figuren eine Rolle sowie die Frage, wie aus zwei völlig unterschiedlichen Jungen Vertraute werden. Lukas berichtet auch von seiner Schulzeit und ihren Einfluss auf das Verhältnis zum Schreiben sowie darum, was es bedeutet, wenn das eigene Buch nun im Klassenzimmer gelesen wird.
#124 mit Joana Osman - Über das Schreiben und (jugendliche?) Fragen, die bleiben
2026/07/27
Joana Osman, geboren 1982 als Tochter eines palästinensischen Vaters und einer deutschen Mutter, ist Autorin, Dozentin und Storytelling-Coach. 2012 gründete sie die Friedensbewegung The Peace Factory mit, die Menschen aus Konfliktregionen miteinander verbindet. Mit ihren Romanen "Am Boden des Himmels" (2019) und "Wo die Geister tanzen" (2023), für den sie 2024 den Bayerischen Kunstförderpreis erhielt, sowie dem Essay "Frieden, eine reale Utopie" (2025) hat sie sich als wichtige literarische Stimme etabliert.
Im Gespräch erzählt sie von ihrer Schulzeit und davon, wie eine philosophisch denkende Clique mit 16 einen der Grundsteine für ihr späteres Schreiben legte. Im Mittelpunkt steht ihr neuer Roman "Wenn wir vom Fliegen träumen" eine Geschichte über drei Jugendliche, die ihre spießige Kleinstadt mit Streichen, philosophischen Graffitis und einem Einsatz für den Naturschutz verändern wollen. Außerdem sprechen wir über das Festzurren von Identitätsperspektiven im Literaturbetrieb und das Schreiben von Jugendlichen Figuren als Erwachsene, über den Einfluss von Philosophie auf Joanas Schreiben und damit verbunden über die Bedeutung des Fragen-Stellens.
Fotocredits: Mica Zeiz
#123 mit Stella Gaitano - Perspectives on Sudan through literature
2026/07/05
Stella Gaitano is a South Sudanese writer and human rights activist. Her debut novel Edo's Souls (Eddos goldenes Lächeln, 2018), the first South Sudanese novel to receive a PEN Translates Award, has recently been published in German translation at Kiwi Verlag. Since 2022, she has been living in Germany, currently seeking asylum. In this episode, we speak about literature, identity, language and exile, trying to form bridges to the question which part school plays in all that.
The conversation moves from school as a site of possible trauma and structural inequality, where language policies in Sudan systematically excluded South Sudanese students from higher education to Stella's multilingual biography and her decision to write in Arabic. Central to the episode is the gap between how Sudan is portrayed in Western media and what Sudanese life and culture actually contain. Literature, Stella argues, builds empathy and asks the questions that news cycles never raise. Her novel follows characters navigating gender, class, religion, and the north-south divide, rooted in Sudan, but telling a story that is universally human.
#122 mit Alice Hasters - Live Podcast aus dem NS Köln im Rahmen von UNDER CONSTRUCTION - Baustelle Demokratie
2026/06/28
In dieser Folge sprechen wir live im Rahmen des Mitmachtags „UNDER CONSTRUCTION - Baustelle Demokratie" im NS-Dokumentationszentrum Köln am 27. Juni 2026 über Alice Hasters’ neues Buch “Anti Opfer”.
Alice Hasters ist Autorin und Publizistin, bekannt durch ihre Bücher „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" und “Identitätskrise”.
Alice erklärt, warum sie dem Viktimismus nicht den Täter gegenüberstellt, sondern das Anti-Opfer: eine Figur, die sich als Opfer der Opfer versteht, die Gleichberechtigung als Bedrohung erlebt und Dominanz als gerechten Normalzustand verteidigt. Wir sprechen über die paradoxe Dynamik, dass ausgerechnet diejenigen, die am lautesten über Opfer klagen, häufig selbst am meisten im Opfermodus agieren und über die politische Funktion solcher Strategien, verbunden mit einer bürgerlichen Kälte und eine neuer Härte, die zusammenhängt mit dem Aufstieg autoritärer Positionen und dem Angriff auf demokratische Kultur.
Wie kommt man aus der Empörungsspirale hinaus?
Wie nutzt man Analysewerkzeuge , ohne sich darin zu verheddern? Wie kann Solidarität unter Druck funktionieren? Und was braucht es, um handlungsfähig zu bleiben, auch, wenn die Baustellen mehr werden, nicht weniger?
Fotocredits: Joanna C. Schröder
#121 mit Laura Nickel - Lehrer*innen mit Haltung gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung
2026/06/20
In dieser Folge sprechen wir über Rechtsextremismus an Schulen und darüber, was passiert, wenn Lehrkräfte nicht mehr schweigen. Laura Nickel, Schulleiterin und Co-Autorin des Buches "Rechtsruck im Klassenzimmer", erzählt von dem Brandbrief, den sie 2023 gemeinsam mit ihrem Kollegen Max Teske schrieb: ein Hilferuf aus einer Schule in Burg im Spreewald, in der Hakenkreuze an Spinden, Verschwörungserzählungen im Unterricht und die Ausgrenzung von Mitschüler*innen zum Alltag gehörten.
Was folgte, war eine bundesweite Debatte, Solidarität von ganz oben und massive Anfeindungen direkt vor Ort. Im Gespräch geht es um rechte Strategien, die gezielt auf Verunsicherung und Zermürbung setzen, um die Frage, ab wann Demokratiebildung ansetzen muss (Spoiler: viel früher als gedacht), und darum, warum Vernetzung und gemeinsame Haltung keine Kür sind, sondern notwendige Bedingungen für eine wehrhafte Demokratie und das Mindeste, was wir tun können.
#120 mit Saloua Mohammed - Soziale Arbeit in der Lehre: Praxis, kritische Reflexion und Visionen
2026/06/09
Saloua Mohammed ist Professorin für Rassismuskritik und Empowerment, staatl. anerk. Sozialarbeiterin und politische Bildnerin. In dieser Folge berichtet sie von ihrem Weg in die Lehre.
In ihrer Arbeit verbindet sie Schulsozialarbeit, politische Bildungsarbeit und Forschung. Sie lehrt Studierende, kritische Reflexion zu entwickeln, Diskriminierungsformen zu erkennen und rassismuskritisches Handeln zu praktizieren. Durch Projekte wie „zusammen_denken“ von IDA NRW schult sie Fachkräfte in Antisemitismus‑ und Rassismuskritik und fördert solidarische Netzwerke.
Salouas Ansatz ist praxisnah und menschenrechtsorientiert: Sie sieht Bildung als Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe und plädiert dafür eine klare Haltung zu bewahren und gleichzeitig stets in hitzigen Diskussionen bewusst dreimal tief durchatmen, das eigene Motiv (Sache vs. Ego) zu hinterfragen und damit Selbstreflexion zu praktizieren und vorzuleben.
#119 mit Noura Mahdhaoui - Medienberichterstattung (im ÖRR) & Jugendliche - zwischen Misstrauen und Chancen
2026/05/31
Noura Mahdhaoui ist freie Fernsehjournalistin und Filmemacherin.
Sie macht vor allem Dokumentationen und Debatten-Filme zu gesellschaftspolitischen Themen. Nach einem Volontariat beim NDR arbeitet sie dort heute vor allem für die Formate NDR Story (Dokus & Reportagen), Zapp die Medienredaktion und das Politikmagazin Panorama.
In dieser Folge sprechen wir über den wachsenden Vertrauensverlust junger Menschen in die Medien‑Berichterstattung und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk am Beispiel des sogenannten Nahost‑Konfliktes, über die Ursachen dieses Misstrauens und mögliche Auswege aus diesem. Noura erklärt, warum nach dem 7. Oktober 2023 viele Jugendliche die Berichterstattung als zu positioniert wahrnehmen, welche strukturellen und historischen Faktoren dabei eine Rolle spielen und wie Social‑Media‑Effekte die Wahrnehmung verzerren. Außerdem diskutieren wir, warum Transparenz und eine offene Fehlerkultur beim ÖRR wichtig sind und wie Schulen in Zusammenarbeit mit Journalist*innen Medienkompetenz stärken könnten.
#118 mit Thị Thanh Thảo Trần - "Menschen wie wir"
2026/05/06
Thị Thanh Thảo Trần wurde 1986 in Vietnam geboren und lebt seit ihrem 13. Lebensjahr in Deutschland. Sie studierte Kulturwissenschaften sowie Vergleichende Literatur- und Kunstwissenschaft. Ihre Kurzgeschichtensammlung "Wo ich herkomme" stand 2022 auf der Shortlist des Young Storyteller Award. 2024 erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats, mit dem sie ihr erstes Romanprojekt "Menschen wie wir" abschließen konnte.
In dieser Folge sprechen wir über ihr Debüt‑Roman "Menschen wie wir" (Leykam 2026) und die damit verbundenen Themen Migration, Literatur und Schule. Thảo beleuchtet die kaum beachtete Geschichte der vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen in der DDR und schildert ihre Erfahrungen mit dem deutschen Schulsystem. Die Episode thematisiert zudem den Mangel an vietnamesischer Literatur im deutschen Übersetzungsmarkt, die stereotype Erwartungshaltung an asiatische Schüler*innen („Model‑Minority‑Mythos“) und die damit verbundene Diskriminierung im Bildungssystem.
Thảo plädiert für Sprachen- und damit literarische Vielfalt und berichtet von weiteren Themen, die sie in ihrem Schreiben beschäftigen.
#117 mit Dr. Pia Lamberty - Mehr als Fakten: Emotionen, Weltbilder und Politik im Umgang mit Krisen
2026/04/15
Dr. Pia Lamberty ist Psychologin und Autorin, die sich seit vielen Jahren intensiv mit den psychologischen Folgen gesellschaftlicher Krisen auseinandersetzt. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind u.a. Rechtspopulismus und -extremismus und Verschwörungsideologien.
Auf Basis dieser Erkenntnisse gründete sie das Center for Monitoring, Analysis and Strategy (CEMAS), ein interdisziplinäres Projekt, das demokratiegefährdende Entwicklungen analysiert und daraus Handlungsempfehlungen für Politik, Medien und die Zivilgesellschaft ableitet, ein Versuch, dem wachsenden Einfluss autoritärer Diskurse entgegenzuwirken. Parallel dazu bietet sie nun auch psychologische Online Beratung an, in der sie Menschen unterstützt, die durch anhaltende Unsicherheit, Überforderung und Polarisierung belastet sind, und ihnen hilft, ihre Selbstwirksamkeit wiederzugewinnen.
Ihr neues Buch, „Der Untergang kann warten. Wie wir in Krisenzeiten Hoffnung schöpfen“ erscheint im Juni 2026.
Im Gespräch betont Pia, dass reine Faktenvermittlung nicht ausreicht, weil Krisen häufig über emotionale und ideologische Kanäle verarbeitet werden. Sie erläutert ein stärkeres Einbeziehen von Analyse und Selbstwirksamkeitskompetenzen bereits im schulischen Kontext.
Durch konkrete Beispiele aus ihrer Beratungsarbeit, zeigt sie, wie man sowohl auf individueller als auch auf kollektiver Ebene gegen das erstickende Klima politischer Verrohung ankämpfen kann. Die Folge liefert damit einen Blick auf die Verquickung von Psychologie und Politik und bietet zugleich handfeste Ansätze, um in einer zunehmend feindseligen öffentlichen Sphäre wieder Hoffnung und Handlungsfähigkeit zu finden.
#116 mit Tobi, Bianca und Marlon - Queere Literatur in der Schule (und weit darüber hinaus)
2026/04/01
Lesen eröffnet Welten, Geschichten zeigen uns neue Seiten unseres Selbst und der Gesellschaft. Der sogenannte klassische Literaturkanon deckt jedoch nur einen kleinen Teil dieser Vielfalt ab. In Schule und Feuilleton wird oft eine Norm vermittelt, die weder die Realität noch die gesamte Literatur widerspiegelt.
Bianca Braunshofer, Marlon Brand und Tobi Schiller haben das Buch „UND JETZT QUEER! Lesen jenseits der Norm“ geschrieben, um zu zeigen, dass queere Literatur schon immer Teil der Literaturgeschichte ist. Sie diskutieren, warum queere Identitäten und Lebenswelten in Schulen kaum sichtbar sind und wie das Buch als Einladung dient, die gesamte Bandbreite des Lesens zu entdecken.
Bianca ist Co‑Gründerin der queer‑feministischen Buchhandlung o*books (Wien) und leitet Workshops mit ihrer Therapiehündin Gigi. Marlon studierte Komparatistik (Bochum) und schreibt seit 2017 über queere Literatur (@booksaregayasfuck). Tobi ist Medienwissenschaftler, Redakteur und betreibt zusammen mit Marlon das Newsletter‑Magazin „Queerer Kanon?“ (Berlin).
Gemeinsam fordern sie mehr queere Sichtbarkeit im Unterricht, zeigen, wie Literatur als Möglichkeitsraum wirkt, und geben Lehrkräften konkrete Impulse für eine inklusivere Lektüreauswahl.
#115 mit Madita Oehming - Pornos und Pädagogik?! Wege sexueller Aufklärung in der Schule.
2026/03/15
Madita Oeming ist Kulturwissenschaftlerin, ausgebildete Sexualpädagogin und anerkannte Expertin für digitale Sexualität. Madita bildet deutschlandweit Fach- und Lehrkräfte im Umgang mit sexuellen Medien weiter und ist eine gefragte Speakerin zu Themen wie Mediensucht, Jugendmedienschutz und digitale Gewaltprävention. Ihr Sachbuch „Porno. Eine unverschämte Analyse“ erschien 2023 und kürzlich erschien ihr zweites Buch “Aufgeklärt statt aufgeregt
Was Eltern heute brauchen, um ihre Kinder durch die digitale Pubertät zu begleiten” im Rowohlt Verlag.
In dieser Episode sprechen wir über digitale Sexualität und damit verbunden Pubertät. Darüber, dass Jugendliche unweigerlich mit sexuellen Inhalten konfrontiert werden, sei es gewollt oder ungewollt und wie das alles mit dem Schulkontext zusammenhängt. Madita gibt wertvolle Tipps, wie Erwachsene offene Gespräche über bspw. Pornos und Sexting initiieren können und wie sie ihre Kinder gegenüber den Gefahren wie Cybergrooming und Grenzüberschreitungen stärken.
Sie erklärt, wie ein unaufgeregter und selbstsicherer Umgang mit sexuellen Medien gelingt und beantwortet drängende Fragen ohne dabei pädagogische Spannungsfelder auszublenden.
Fotocredits: Paula Winkler
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