
Werben im Podcast: Arbeitsrecht einfach erklärt - Rechtsanwalt Andreas Martin | Fachanwalt für Arbeitsrecht
Dieser Podcast hat
214 Episoden
Sprache
GermanExplizit
Nein
Erstellt am
2021/04/06
Neueste Episode
2026/09/26
Durchschnittsdauer
21 min.
Veröffentlichungsintervall
7 Tage
Beschreibung
Wollten Sie schon immer mal Arbeitsrecht verstehen? Von Abfindung bis Zeitarbeit erkläre ich das deutsche Arbeitsrecht verständlich und erzähle auch von interessanten Begebenheiten vor Gericht mit Richtern und Kollegen. Auch wenn Sie es vielleicht jetzt noch nicht glauben, Arbeitsrecht kann nicht nur interessant sein, sondern auch Spaß machen! 🎙 Mehr Infos & rechtliche Hilfe für Kündigung, Abfindung und Aufhebungsvertrag in Berlin: https://rechtsanwalt-arbeitsrecht-in-berlin.de 📍 Google Maps: https://maps.app.goo.gl/m5dstU2Koc7DTLmY8 Rechtsanwalt Andreas Martin - Berlin
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3 Millionen Euro Schadensersatz – Wenn Whistleblower vor Gericht scheitern
2026/09/26
In dieser Folge spreche ich über ein Urteil, das es in sich hat: Ein leitender VW-Manager verlangt über 3 Millionen Euro Schadensersatz, weil er angeblich als Hinweisgeber kaltgestellt und eine Beförderung verwehrt wurde.
Das Landesarbeitsgericht Niedersachsen (Urt. v. 29.05.2026, Az. 17 SLa 618/25) musste klären, wann eine interne Meldung überhaupt unter das Hinweisgeberschutzgesetz fällt – und wann ein Mitarbeiter einfach nur seinen Job macht. Ich erkläre, warum die Millionenklage scheiterte und was das für Whistleblower in Unternehmen bedeutet.
Artikel:
1. Kündigung in Berlin
2. Kündigungsschutzklage in Berlin
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BAG zum Datenschutz: ⚖️ Kopie oder Auskunft?
2026/09/19
Darf ich als Arbeitnehmer verlangen, dass mir mein Arbeitgeber eine komplette Kopie eines Compliance-Berichts über mich aushändigt? Mit dieser Frage habe ich mich in der aktuellen Folge beschäftigt – Anlass ist ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG, Urteil vom 16.04.2026 – 8 AZR 169/25). Im entschiedenen Fall ging es um eine Führungskraft, gegen die nach Hinweisgeber-Beschwerden eine interne Compliance-Untersuchung durchgeführt wurde, und die anschließend über Art. 15 DSGVO Einsicht in die Ermittlungsergebnisse verlangte.
Das BAG hat hierzu klargestellt: Der datenschutzrechtliche Auskunftsanspruch nach Art. 15 Abs. 1 iVm. Abs. 3 DSGVO bezieht sich grundsätzlich nur auf die im Dokument enthaltenen personenbezogenen Daten – nicht auf das gesamte Dokument als solches. In der Folge erkläre ich, wo die Grenzen dieses viel diskutierten Anspruchs liegen, warum rechtliche Bewertungen einer beauftragten Kanzlei nicht automatisch herausgabepflichtig sind und was das für die Praxis in Compliance-Fällen und Kündigungsschutzverfahren bedeutet.
Artikel:
1. Kündigung in Berlin
2. Kündigungsschutzklage in Berlin
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Arbeitsgericht: Mitarbeiterin gekündigt wegen sexueller Belästigung
2026/09/12
Ich habe heute einen Fall aus meiner Recherche mitgebracht, der zeigt, wie schwierig und wie spannend die rechtliche Bewertung von sexueller Belästigung auf Betriebsfeiern sein kann.
Es geht um ein aktuelles Urteil des Arbeitsgerichts Heilbronn vom 18. Juni 2026, Aktenzeichen 8 Ca 57/26. Auf der Jahresauftaktveranstaltung eines Unternehmens mit rund 200 Mitarbeitern kam es beim abendlichen Teil der Feier zu mehreren Vorfällen, bei denen eine Mitarbeiterin mehrere männliche Kollegen sexuell belästigt haben soll – von unerwünschten Umarmungen bis hin zu eindeutigen Berührungen.
Der Arbeitgeber sprach daraufhin eine fristlose, hilfsweise ordentliche Kündigung aus. Die Mitarbeiterin, die fast zehn Jahre beanstandungsfrei beschäftigt war, wehrte sich dagegen vor Gericht – und was die Beweisaufnahme dort zutage gefördert hat, ist wirklich bemerkenswert. Am Ende musste das Gericht nicht nur klären, was tatsächlich passiert ist, sondern auch die grundsätzliche Frage beantworten: Rechtfertigt sexuelle Belästigung auf einer Betriebsfeier automatisch die fristlose Kündigung – oder kommt es doch auf den Einzelfall an?"
Artikel:
1. Kündigungsmöglichkeiten bei sexueller Belästigung
2. Kündigung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz
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LAG Hamm: Ordnungsgeld wegen ungebührlichen Verhalten
2026/09/05
Wer den Gerichtssaal betritt, bewegt sich in einem festen Ablauf – vom Aushang vor dem Sitzungssaal über den Aufruf der Sache bis hin zum Aufstehen bei der Urteilsverkündung und der eigenen Rede vor Gericht. Verstößt eine Partei gegen diese Ordnung, spricht das Gesetz von "Ungebühr" und erlaubt dem Gericht nach § 178 GVG ein Ordnungsgeld bis zu 1.000 Euro. Wie schnell das gehen kann, aber auch wie wichtig eine saubere Protokollierung dabei ist, zeigt eine aktuelle Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Hamm vom 17.06.2026 (Az. 9 Ta 101/26). Das Arbeitsgericht Bochum hatte gegen einen Kläger ein Ordnungsgeld von 250 Euro verhängt, weil dieser "mehrfach darauf hingewiesen" worden war, "dass ihm aufgrund seines unangemessenen Auftretens das Wort entzogen wird", ohne hierauf zu reagieren. Das LAG Hamm hob den Beschluss dennoch auf, weil die "konkrete Veranlassung" für das angenommene Fehlverhalten nicht ins Protokoll aufgenommen worden war und der Beschluss deshalb nicht überprüfbar war. In dieser Folge erkläre ich, was Ungebühr im Gerichtssaal wirklich bedeutet, wie der Ablauf einer Verhandlung rechtlich einzuordnen ist und warum selbst ein berechtigtes Ordnungsgeld an einem unsauberen Protokoll scheitern kann.
Podcast:
1. Wie man sich nicht vor dem Arbeitsgericht verhalten sollte!
Artikel:
1. Wie lange muss man beim Arbeitsgericht auf einen Termin warten?
2. Arbeitsgericht Berlin
3. Kosten des Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Berlin
4. Muss man beim Arbeitsgericht Berlin zum Gütetermin persönlich erscheinen?
5. Kündigungsschutzklage und gescheiteter Gütetermin
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Klauseln im Arbeitsvertrag - Teil 2
2026/08/29
Es geht wieder um die Frage, wie man Klauseln in Arbeitsverträgen überprüft. Ich zeige Ihnen anhand konkreter Beispiele, worauf es dabei ankommt und welche typischen Fehler in Arbeitsverträgen vorkommen können. Das ist der zweite Teil meiner Reihe zur Prüfung von Arbeitsvertragsklauseln.
Artikel:
1. Kündigung in Berlin
2. Kündigungsschutzklage in Berlin
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Klauseln im Arbeitsvertrag - Teil 1
2026/08/22
Heute geht es um die Frage, wie man Klauseln in Arbeitsverträgen überprüft. Ich zeige Ihnen anhand konkreter Beispiele, worauf es dabei ankommt und welche typischen Fehler in Arbeitsverträgen vorkommen können. Das ist der erste Teil meiner Reihe zur Prüfung von Arbeitsvertragsklauseln.
Artikel:
1. Darf der Arbeitgeber bei Verweigerung einer Vertragsänderung kündigen?
Podcastfolgen:
1. Änderungen im Jahr 2026
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LAG: Nach 10 Jahren Homeoffice zurück ins Büro?
2026/08/15
In einer aktuellen Entscheidung hat sich das Landesarbeitsgericht Bremen genau mit dieser Frage befasst (LAG Bremen, Urteil vom 17.03.2026 – 1 SLa 98/25).
Eine Arbeitnehmerin durfte jahrelang überwiegend mobil arbeiten – bis ihr Arbeitgeber ihr das per Weisung untersagte. Ich erkläre in dieser Folge, warum ein solcher Entzug rechtlich häufig als "Versetzung" gilt, welche Rolle der Betriebsrat dabei spielt und wann eine solche Weisung unwirksam sein kann.
Artikel:
1. Kündigung in Berlin
2. Kündigungsschutzklage in Berlin
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BAG: Datenschutz und Überwachung des Arbeitnehmers
2026/08/08
In der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 25. Juli 2024 – 8 AZR 225/23 – geht es um einen Arbeitnehmer, der nach einem Konflikt mit seinem Arbeitgeber arbeitsunfähig geschrieben war. Die Arbeitgeberin hatte Zweifel an der Krankschreibung und ließ ihn über mehrere Tage durch eine Detektei beobachten. Die Detektive sahen ihn unter anderem beim Einkaufen, beim Tragen einer Autobatterie sowie bei Arbeiten auf seiner Terrasse. Anschließend wurde der Arbeitnehmer mit dem Vorwurf angehört, seine Arbeitsunfähigkeit vorgetäuscht zu haben. Eine Kündigung spielte in dem Verfahren aber keine Rolle: Der Arbeitnehmer verklagte vielmehr seine Arbeitgeberin wegen der Überwachung auf Schadensersatz. Das Bundesarbeitsgericht entschied: Weil die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht ausreichend erschüttert war, war die Detektivüberwachung datenschutzwidrig – der Arbeitnehmer erhielt 1.500 Euro immateriellen Schadensersatz.
Artikel:
1. Datenschutz für Beendigung des Arbeitsverhältnisses
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„..Es entscheidet allein die Klägerin, was sie ‚ankotzt‘ und was nicht.“
2026/08/01
Der Verwaltungsgerichtshof bringt das sehr zugespitzt auf den Punkt und sagt wörtlich: ‚Unter der Geltung des Grundgesetzes entscheidet allein die Klägerin, was sie ankotzt und was nicht.‘
Damit meint das Gericht: Das Grundgesetz lässt auch drastische, emotionale Kritik zu.
Es ist nicht Aufgabe der Gerichte oder des Arbeitgebers, zu definieren, wann jemand sich aufzuregen hat. Entscheidend ist nur, ob die Grenze zur Schmähkritik überschritten wird – also ob es nur noch um die Vernichtung der Person oder des Unternehmens geht. Und das war hier gerade nicht der Fall.
Podcast:
1. EuGH - versäumte Klagefrist einer schwangeren Arbeitnehmerin
Artikel:
1. Kündigung wegen Beleidigung
2. Kündigung und Kündigungsschutz
3. Lexikon der Kündigungsgründe
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Kündigung wegen Abwerben von Arbeitskollegen.
2026/07/25
Arbeitsgericht Arnsberg, Urteil vom 31.03.2026 – 1 Ca 877/25: Eine Erzieherin kündigt ihr Arbeitsverhältnis selbst zum 31.03.2026, um zu einem konkurrierenden Arbeitgeber zu wechseln.
Die bisherige Arbeitgeberin wirft ihr vor, Kollegen aktiv „abgeworben“ zu haben und spricht am 08.12.2025 eine fristlose Kündigung aus.
Das Gericht hält die Kündigung für unwirksam: Die Zweiwochenfrist des § 626 Abs. 2 BGB war für einen Großteil der Vorwürfe bereits abgelaufen.Die später bekannt gewordenen Abwerbevorwürfe rechtfertigen ohne vorherige Abmahnung keine fristlose Kündigung.Das Arbeitsverhältnis besteht bis zum 31.03.2026 fort; die Klägerin ist weiterzubeschäftigen und erhält die restliche Vergütung für Dezember sowie ein qualifiziertes Zwischenzeugnis.
Artikel:
1. Kündigung in Berlin
2. Kündigungsschutzklage in Berlin
Podcastfolgen:
1. Probezeit und Kündigung
2. Kündigung: Schritt für Schritt erklärt
3. Kündigungsfristen für Arbeitnehmer
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BAG: Zeugnis und Vollstreckung
2026/07/18
In dieser Folge spreche ich über den Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 7. Mai 2026 – 8 AZB 25/25. Tenor: „Die Rechtsbeschwerde des Gläubigers gegen den Beschluss des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf vom 27. Oktober 2025 – 13 Ta 199/25 – wird auf seine Kosten zurückgewiesen.“
Leitsatz: „Die Verpflichtung des Arbeitgebers in einem gerichtlichen Vergleich, dem Arbeitnehmer ein Arbeitszeugnis nach dessen Entwurf zu erteilen, von dem der Arbeitgeber nur aus wichtigem Grund abweichen darf, hat einen vollstreckbaren Inhalt.“ Und genau diese Konstellation – Zeugnis nach Arbeitnehmerentwurf, Abweichung „nur aus wichtigem Grund“ und Zwangsvollstreckung nach § 888 ZPO – schauen wir uns in dieser Episode praxisnah an.
Artikel:
1. Zeugnis- wie lange hat der Arbeitgeber Zeit?
2. Vorlage / Muster: einfaches Zeugnis
Podcastfolgen:
1. BAG und Arbeitszeugnis
2. Wohlwollendes Zeugnis - was bedeutet das?
3. Warum ist ein sehr gutes Zeugnis schlecht?
4. Geheimcode der Arbeitgeber
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Was plant die Bundsregierung im Arbeitsrecht?
2026/07/11
In dieser Folge schaue ich mir das Reformpaket der Bundesregierung zum Arbeitsrecht genauer an. Ich erkläre, was die geplante Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag konkret bedeutet, warum die telefonische Krankschreibung abgeschafft werden soll und welche Auswirkungen das für Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben kann. Außerdem gehe ich auf die geplante Ausweitung der sachgrundlosen Befristung, die Lockerung des Kündigungsschutzes für Hochverdiener sowie die steuerliche Begünstigung von Abfindungen und Zuschlägen ein. Am Ende der Folge ordne ich ein, welche Punkte schon absehbar sind, wo noch vieles offen ist und worauf sich Beschäftigte und Betriebe voraussichtlich einstellen müssen.
Podcastfolgen:
1. FAQ - Arbeitsunfähigkeit
Artikel:
1. Kündigung in Probezeit wegen Krankheit
2. Krankschreibung nach Kündigung des Arbeitgebers
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BAG: Elternzeit in mehreren Zeitabschnitten und Kündigung
2026/07/04
In dieser Folge von ‚Arbeitsrecht einfach erklärt‘ geht es um den besonderen, vorwirkenden Kündigungsschutz bei Elternzeit, wenn diese in mehrere Zeitabschnitte aufgeteilt wird. Ausgangspunkt ist eine aktuelle Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 18. Juni 2026 – 2 AZR 213/25. In diesem Urteil hat das BAG klargestellt, dass Arbeitnehmer, die Elternzeit in mehreren Abschnitten beantragen, vor jedem einzelnen Abschnitt den besonderen Kündigungsschutz nach § 18 Abs. 1 BEEG genießen – und zwar auch dann, wenn sämtliche Elternzeitabschnitte mit nur einem Schreiben verlangt wurden. Die Kündigung eines Arbeitnehmers im öffentlichen Dienst, der seine Elternzeit so gestückelt hatte, wurde deshalb als unwirksam angesehen. Gestützt hat das BAG seine Entscheidung auf § 134 BGB in Verbindung mit § 18 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BEEG. Die Vorinstanz war das Landesarbeitsgericht Hamm mit Urteil vom 5. November 2025 – 11 SLa 394/25.
Artikel:
Wie wird der Urlaub während der Elternzeit gekürzt mit Kürzungsrechner!
Podcastfolgen:
155 Tage an Urlaubsabgeltung und Elternzeit
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BAG: mein Chef ist ein „unterbelichteter Frauen- und Ausländerhasser“.
2026/06/27
In dieser Folge geht es um eine langjährig beschäftigte Angestellte, die sich massiv gemobbt und wegen Herkunft und Geschlecht diskriminiert fühlte.
Sie reagiert mit sehr scharfen E‑Mails an Vorstand und Kollegen, spricht von „Guerilla-Aktionen“, „Ausländer- und Frauenfeindlichkeit“ und bezeichnet ihren Vorgesetzten als „unterbelichteten Frauen- und Ausländerhasser“.
Der Arbeitgeber kündigt verhaltensbedingt – und es beginnt ein jahrelanger Streit durch alle Instanzen um die Frage: Wo endet zulässige Meinungsäußerung und wo beginnt kündigungsrelevante Beleidigung bzw. Schmähkritik?Das Bundesarbeitsgericht hebt die Entscheidung des LAG auf, weil dieses die Meinungsfreiheit der Arbeitnehmerin verkannt und ihre Äußerungen zu schnell als Schmähkritik bzw. unzulässige Tatsachenbehauptungen eingestuft hat.
Im Zentrum steht damit die Abwägung zwischen arbeitsvertraglicher Rücksichtnahmepflicht und Art. 5 GG im Rahmen einer verhaltensbedingten Kündigung.
(BAG, Urteil vom 05.12.2019 – 2 AZR 240/19, „Verhaltensbedingte Kündigung – Meinungsfreiheit – Schmähkritik“)
Podcast:
1. Kündigung wegen Beleidigung
Artikel:
1. Kündigung wegen Beleidigung
2. Kündigung und Kündigungsschutz
3. Lexikon der Kündigungsgründe
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Videoüberwachung im Betrieb: LAG Hamm spricht 15.000 € Entschädigung zu
2026/06/20
Das Landesarbeitsgericht Hamm hat einem Produktionsmitarbeiter 15.000 € Geldentschädigung wegen unzulässiger Videoüberwachung im Betrieb zugesprochen (LAG Hamm, Urteil vom 28.05.2025 – 18 SLa 959/24). Die Arbeitgeberin hatte in ihrer nicht öffentlich zugänglichen Produktionshalle, im Lager und in den Büroräumen insgesamt 34 Kameras installiert, die nahezu die gesamte Arbeitsfläche in HD-Qualität rund um die Uhr erfassten (LAG Hamm, Urteil vom 28.05.2025 – 18 SLa 959/24). Der Kläger wurde über einen Zeitraum von 22 Monaten während seiner täglichen Arbeit faktisch dauerhaft überwacht; Rückzugsmöglichkeiten innerhalb der Halle gab es nicht, und die Bilder konnten auch „live“ eingesehen werden (LAG Hamm, Urteil vom 28.05.2025 – 18 SLa 959/24). Die vom Arbeitgeber angeführten Zwecke – Diebstahls- und Vandalismusprävention, Arbeitssicherheit, Auswertung von Unfällen, Kontrolle von Maschinenausfällen und Nachweis der ordnungsgemäßen Verladung – genügten dem Gericht weder in der Konkretisierung noch in der Verhältnismäßigkeit, zumal mildere Mittel zur Verfügung standen (LAG Hamm, Urteil vom 28.05.2025 – 18 SLa 959/24). Auch eine Klausel im Arbeitsvertrag zur Datenverarbeitung wertete das LAG nicht als wirksame, freiwillige Einwilligung in eine derart umfassende Mitarbeiterüberwachung (LAG Hamm, Urteil vom 28.05.2025 – 18 SLa 959/24). Aufgrund der Dauer, Intensität und Fortführung der Überwachung trotz ausdrücklichen Widerspruchs des Arbeitnehmers erkannte das Gericht einen besonders schweren Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht und damit einen Anspruch auf Geldentschädigung nach §§ 241 Abs. 2, 280 Abs. 1, 823 Abs. 1, 253 Abs. 2 BGB an (LAG Hamm, Urteil vom 28.05.2025 – 18 SLa 959/24). Der Unterlassungsanspruch scheiterte allein daran, dass das Arbeitsverhältnis bereits beendet war und daher keine Wiederholungsgefahr mehr bestand (LAG Hamm, Urteil vom 28.05.2025 – 18 SLa 959/24).
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1. BAG: Entschädigung wegen Datenschutzverstoß
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1. Datenschutz für Beendigung des Arbeitsverhältnisses
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