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Carls Café

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Dieser Podcast hat
312 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
Michael Carl
Explizit
Nein
Erstellt am
2021/08/04
Neueste Episode
2026/10/15
Durchschnittsdauer
46 min.
Veröffentlichungsintervall
14 Tage

Beschreibung

Carls Café ist ein Podcast über Zukunft und die Menschen, die sie gestalten. Nicht als Vision, sondern als Entscheidung. Zukunftsforscher Michael Carl spricht mit Menschen, die Verantwortung übernehmen – in Unternehmen, Organisationen und Gesellschaft. Menschen, die handeln, auch wenn es Gegenwind gibt. Die nicht alles wissen, aber trotzdem losgehen. Die Gespräche sind ehrlich, persönlich und ungeschönt. Es geht um Haltung statt Buzzwords. Um Entscheidungen statt Konzepte. Um die Frage, was Zukunft im Alltag wirklich kostet – und was sie möglich macht. Carls Café ist kein Zukunftstalk. Es ist ein Ort für Zukunft als Praxis. Mehr über Michael Carl und Carls Zukunft: https://carls-zukunft.de

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#21 Unternehmertum ist ein Lösungsmittel für gesellschaftliche Krisen. Paul Bethke, Lemonaid
2026/10/15
Wie öffnet man ein Social Business für großes Kapital, ohne die eigenen Prinzipien zu opfern? Paul Bethke, Gründer von Lemonaid & ChariTea, erklärt im Gespräch mit Michael, warum die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft kein Ausverkauf an Finanzinvestoren ist, sondern eine Chance für die eigene Community. Erfahre, wie werteorientiertes Unternehmertum und globales Wachstum ohne Kompromisse bei Haltung und Social Impact gelingen. Zu Gast: Paul Bethke, Gründer von Lemonaid & ChariTea https://bethechange.s.gy/carls-cafe Besuche unsere Website für weitere Insights: carls-zukunft.de Carls Café. Wo Zukunft persönlich wird. Ein Format von Carls Zukunft, dem unabhängigen Zukunftsinstitut aus Leipzig. Create your podcast today! #madeonzencastr
#20 Warum echter Wandel im Innen beginnt. Joana Breidenbach, Social Entrepreneur
2026/10/01
Wie gelingt echte gesellschaftliche Transformation, wenn der klassische Drang zur Rettung der Welt an seine Grenzen stößt? Social Entrepreneur Joana Breidenbach zeigt im Gespräch mit Michael Carl, warum wirksamer Wandel bei der eigenen Selbsterkenntnis beginnt und wie aus innerer Reflexion und kollektiver Beziehungsarbeit zukunftsfähige Systeme entstehen. Eine inspirierende Analyse über Zuhörkultur, Komplexität und neue Wege der Zukunftsgestaltung. Zu Gast: Joana Breidenbach, Social Entrepreneur, Autorin & Gründerin von betterplace.org und betterplace lab. Informationen zum erwähnten Buch "Anfänge" von David Graeber und David Wengrow finden sich hier: https://www.klett-cotta.de/produkt/anfaenge-9783608985085-t-72 Besuche unsere Website für weitere Insights: carls-zukunft.de Carls Café. Wo Zukunft persönlich wird. Ein Format von Carls Zukunft, dem unabhängigen Zukunftsinstitut aus Leipzig. Create your podcast today! #madeonzencastr
#19 Das europäische Wunder. Gerald Knaus, Migrationsforscher
2026/09/17
Ist Europa ein auslaufendes Modell oder das faszinierendste politische Wunder unserer Zeit? Der Migrationsforscher und Soziologe Gerald Knaus analysiert im Gespräch mit Michael Carl, warum die EU trotz ständiger Kritik ein weltweit einmaliges Friedens- und Wohlstandsprojekt bleibt. Er zeigt auf, wie moderner Kulturpessimismus unsere Demokratie bedroht und warum wir wieder lernen müssen, inspirierende Erfolgsgeschichten über Europa zu erzählen. Zu Gast: Gerald Knaus, Migrationsforscher, Soziologe, Autor und Vorsitzender der European Stability Initiative (ESI). Besuche unsere Website für weitere Insights: carls-zukunft.de Carls Café. Wo Zukunft persönlich wird. Ein Format von Carls Zukunft, dem unabhängigen Zukunftsinstitut aus Leipzig. Create your podcast today! #madeonzencastr
#18 Lass die Roboter dich wohlhabend machen! Hans-Jörg Naumer über die Soziale Marktwirtschaft der Zukunft
2026/09/03
Was, wenn Roboter und KI uns künftig nicht nur Arbeit abnehmen – sondern Vermögen schaffen? Für den Volkswirt und Autor Hans-Jörg Naumer liegt darin eine der großen Aufgaben der Sozialen Marktwirtschaft: Wenn Maschinen einen wachsenden Teil der Wertschöpfung übernehmen, müssen möglichst viele Menschen daran beteiligt sein. Nicht nur durch ihr Arbeitseinkommen, sondern als Eigentümer. Durch Aktien, Kapitalbeteiligungen und eigenen Vermögensaufbau. Oder, wie Hans-Jörg es formuliert: Lass die Roboter für dich arbeiten. Das Gespräch beginnt bei den beinahe vergessenen Wurzeln der Sozialen Marktwirtschaft im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Von dort führt der Weg zu erstaunlich aktuellen Fragen: Wie viel Staat braucht eine funktionierende Marktwirtschaft? Warum sind Preise und Wettbewerb gerade beim Klimaschutz so wichtig? Welche Regeln brauchen KI und mächtige Tech-Konzerne? Und wie lässt sich das Versprechen „Wohlstand für alle“ in eine Zukunft übersetzen, in der menschliche Arbeit womöglich eine andere Rolle spielt? Ein Gespräch über Freiheit und Verantwortung, Eigentum und Teilhabe – und über eine Soziale Marktwirtschaft, die vielleicht weniger ein Modell der Vergangenheit ist als eine Idee für das, was vor uns liegt. Michael hat gerade einen Podcast zur Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft begonnen. Du findest ihn hier: https://www.carls-zukunft.de/tag/podcast-das-versprechen. Empfehlung! Die in der Folge genannten Werke Hans-Jörgs finden sich u. a. hier Mehr Informationen zur Freiburger Denkschrift: https://www.aeu.digital/ueber-uns/wo-wir-herkommen/denkschrift-des-freiburger-bonhoeffer-kreises Zu Gast: Dr. Hans-Jörg Naumer, Volkswirt und Buchautor. Besuche unsere Website für weitere Insights: carls-zukunft.de Carls Café. Wo Zukunft persönlich wird. Ein Format von Carls Zukunft, dem unabhängigen Zukunftsinstitut aus Leipzig. Create your podcast today! #madeonzencastr
#17 Unsere Städte sind für eine kältere Welt gebaut. Thomas Hug-Di Lena von urbanista
2026/08/20
Unsere Städte sind für eine andere Welt gebaut: Sie wurden historisch auf den Schutz vor Kälte und Schnee ausgerichtet, anstatt auf extreme Sommerhitze und Trockenheit. Wie können wir den urbanen Raum kurzfristig entsiegeln, den Straßenraum radikal neu verteilen und Lebensqualität trotz steigender Temperaturen sichern? Zukunftsforscher Michael Carl spricht darüber mit Thomas Hug-Di Lena, Stadtplaner und Geschäftsführer der Agentur urbanista. Zu Gast: Thomas Hug-Di Lena, Geschäftsführer von urbanista. Besuche unsere Website für weitere Insights: carls-zukunft.de Carls Café. Wo Zukunft persönlich wird. Ein Format von Carls Zukunft, dem unabhängigen Zukunftsinstitut aus Leipzig. Create your podcast today! #madeonzencastr
#16 Unsere Schubladen sind Goldminen. Kilian Kaminski von Refurbed
2026/08/06
Warum greifen wir in der Konsumgesellschaft ständig zu Neuware, obwohl Millionen funktionierende Elektrogeräte ungenutzt verstauben? Kilian Kaminski, Co-Gründer von Refurbed, erklärt im Gespräch mit Michael, warum echte Kreislaufwirtschaft nicht teurer als der Status quo sein muss und wie wir aus gebrauchten Ressourcen nachhaltigen Impact schaffen. Kilians Ziel: Wenn refurbed es schafft, selbst Hygiene-Artikel wie Rasierer refurbished zu verkaufen, dann Kreislaufwirtschaft keine Nische mehr, sondern der komplette Mainstream erreicht. Dann geht alles. Zu Gast: Kilian Kaminski, Co-Gründer von Refurbed Besuche unsere Website für weitere Insights: www.carls-zukunft.de/unsere-schubladen-sind-goldminen-kilian-kaminski-von-refurbed Carls Café. Wo Zukunft persönlich wird. Ein Format von Carls Zukunft, dem unabhängigen Zukunftsinstitut aus Leipzig. Create your podcast today! #madeonzencastr
#15 Die Zukunft auf dem Teller. Tomas Turner von Cosaic
2026/07/23
Wie gelingt der Durchbruch zu wirklich überzeugenden Milch- und Joghurtalternativen ohne künstliche Zusatzstoffe? Die Antwort liegt nicht in hochkomplexen Molekülen, sondern in der natürlichen Kraft der Hefe-Fermentation. In dieser Episode erfahren wir, wie clevere Materialwissenschaft das Mundgefühl revolutioniert und den Weg für eine echte Clean-Label-Ernährungswende ebnet. Zu Gast: Tomas Turner, Mitgründer & CEO von Cosaic Besuche unsere Website für weitere Insights: www.carls-zukunft.de/die-zukunft-auf-dem-teller-tomas-turner-von-coasic Carls Café. Wo Zukunft persönlich wird. Ein Format von Carls Zukunft, dem unabhängigen Zukunftsinstitut aus Leipzig. Create your podcast today! #madeonzencastr
#14 Mehr erreichen. Weniger Ego. Hilke Krause von Ben & Jerry´s
2026/07/09
Was wäre, wenn die wirkungsvollsten Unternehmen nicht diejenigen wären, die selbst möglichst laut auftreten, sondern diejenigen, die anderen Gehör verschaffen? Für Hilke Krause, Marketing Director bei Lemonaid & ChariTea und zum Zeitpunkt der Aufnahme noch bei bei Ben & Jerry’s, beginnt gesellschaftliche Verantwortung genau an diesem Punkt. Marken sollten ihre Reichweite nicht nur nutzen, um Produkte zu verkaufen oder ihr eigenes Image zu pflegen, sondern um Initiativen sichtbar zu machen, die politische Veränderungen vorantreiben. Ob Sea-Watch, das Bündnis „Ehe für alle“ oder andere zivilgesellschaftliche Organisationen – Unternehmen können ihre Bekanntheit nutzen, damit diejenigen gehört werden, die den Wandel tatsächlich vorantreiben. Aktivismus endet für Hilke nicht am Supermarktregal. Er beginnt dort, wo Unternehmen bereit sind, Haltung zu zeigen – auch wenn das Gegenwind bedeutet. Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Gespräch und endet überraschend bei einem zweiten Thema: Führung. Seit Jahren teilt sich Hilke ihre Position mit Anne Wortmann im Jobsharing – erst bei Ben & Jerry’s, heute bei Lemonaid & ChariTea. Beide sind überzeugt, dass Führung nicht schwächer, sondern besser wird, wenn Verantwortung geteilt wird. Zwei Menschen bringen mehr Perspektiven ein, korrigieren blinde Flecken, coachen sich gegenseitig und treffen oft klügere Entscheidungen als eine einzelne Führungskraft. Voraussetzung dafür ist allerdings die Bereitschaft, das eigene Ego hintenanzustellen und Erfolge gemeinsam zu tragen. So verbindet diese Folge zwei Themen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Doch am Ende steht dieselbe Erkenntnis: Die größten Veränderungen entstehen selten durch einzelne Heldinnen oder Helden. Sie entstehen dort, wo Menschen bereit sind, ihre Reichweite, ihre Verantwortung und ihren Erfolg miteinander zu teilen. Zu Gast: Hilke Krause, Marketing Director bei Lemonaid & ChariTea (im Jobsharing mit Anne Wortmann), ehemalige Country Lead DACH bei Ben & Jerry's und Purpose Coach. Create your podcast today! #madeonzencastr
#13 Geht aus dem Netz und bildet Banden! Marc Raschke, Publizist
2026/06/25
📺 LIEBER ALS VIDEO SEHEN? Hier geht es direkt zur YouTube-Folge mit Marc: https://youtu.be/zJwG3uVCub8 Der Krieg der Gegenwart wird nicht mehr auf fernen Schlachtfeldern geführt, sondern ganz unauffällig direkt in unserem digitalen Alltag. Hidden in plain sight. Eine politische Bestandsaufnahme. Wir werden pausenlos mit KI-generierten Videos und Bildern bombardiert, rechte Plattformen kapern den öffentlichen Diskurs mit Millionenbudgets und der zweitmächtigste Mann der CDU ist Teil eines Netzwerks rund um US-Milliardär Peter Thiel. Der hat sein Vermögen u. a. mit Paypal gemacht, steht hinter der Überwachungssoftware Palantir, hat Europa zum Antichristen erklärt und hält Demokratie und Freiheit für unvereinbar. Jedenfalls sind entsprechende Zitate von ihm belegt. Auf den Treffen seines "Dialog-Netzwerks" geht es um Fragen wie "Den Dritten Weltkrieg bewältigen". Jens Spahn hat bestätigt, an fünf dieser Treffen teilgenommen zu haben. Marc fragt, was das über unsere politische Landschaft sagt. Marc ist Publizist, Autor und Politik-Influencer. Mit seinen - sehr erfolgreichen - Büchern streitet er für die Demokratie und warnt vor der Rückkehr des Faschismus. Im Podcast verweist er auf Umberto Ecos 14 Merkmale des Faschismus - und sieht sie in den USA heute alle erfüllt. Die herkömmlichen Medien reagieren darauf oft seltsam ungerührt. Ein Kernthema des Gesprächs zwischen Marc und Michael: Sagen, was ist. Genauer: Klar sagen, was ist. Dazu gehört auch: Das Kieg zu nennen, was heute ein Krieg ist. Und das ist mehr als Panzer auf dem Schlachtfeld. Der Krieg von heute (und morgen) ist nicht darauf ausgelegt, schnell beendet zu werden. Der Gewinn liegt im Krieg, nicht im Sieg. Carls Zukunft hat zu diesem Thema gerade ein "The Elephant"-Journal veröffentlicht. Was also tun? Marcs Antwort ist ebenso pragmatisch wie radikal: Raus aus den toxischen Algorithmen und rein in die physische Realität – „bildet Banden“ im echten Leben! Gleichzeitig braucht es mutige, progressive Investoren, die mit substanziellem Kapital emotionale, demokratische Gegen-Narrative finanzieren. Nur wer die Mechanismen des permanenten Konflikts versteht und sich real vernetzt, kann den schleichenden Angriffen auf die offene Gesellschaft wirksam entgegentreten. Mehr Informationen zu Marcs Buch „Mehr Pogo wagen“: https://www.marcraschke.de Mehr Informationen zu unserem erwähnten Journal „The Elephant“ findest du hier: https://www.carls-zukunft.de/journal-03-macht-krieg/ Den erwähnten Podcast "Die Peter Thiel Story" findest du hier: https://www.deutschlandfunk.de/die-peter-thiel-story-1-6-willkommen-im-thielverse-100.html Zu Gast: Marc Raschke, Buchautor, Influencer und Journalist. Create your podcast today! #madeonzencastr
#12 Der besondere Rohstoff namens Wut. Klartext mit Lilly
2026/06/11
📺 LIEBER ALS VIDEO SEHEN? Hier geht es direkt zur YouTube-Folge mit Lilian Boehme: https://www.youtube.com/watch?v=iOQ3jKkYCo0 „Klartext“ in Carls Café. Genauer: „Klartext mit Lilly“. Warum soll es eigentlich so schwierig sein, Klartext zu reden? Im Grund wird dann alles doch ganz einfach. Wut ist kein Problem, sondern ein Rohstoff. Lilian Boehme macht daraus „Klartext mit Lilly“ und zerlegt den alltäglichen Wahnsinn aus der Politik, genüsslich und doch gnadenlos. Im Gespräch mit Michael ist sie direkt in Fahrt: Wer sich damit brüstet, 80 Stunden pro Woche zu arbeiten, hat oft vor allem eines perfektioniert: das Delegieren des eigenen Alltags. Während politische und wirtschaftliche Eliten von Überlastung sprechen, erleben Millionen Menschen eine ganz andere Realität – zwischen Kinderbetreuung, Schichtdienst, Papierkram und steigenden Lebenshaltungskosten. Lilian Boehme legt den Finger genau in diese Wunde. Sie beschreibt eine Politik, die sich von den Lebenswelten vieler Menschen entfernt hat und deshalb immer häufiger den Mut zur klaren Position vermissen lässt. Dabei mangelt es weder an Wissen noch an technologischen Lösungen. Ob Energiewende, Bildung oder Digitalisierung: Die entscheidende Ressource ist nicht Innovation, sondern der Wille, Zukunft als Gewinn statt als Verzicht zu erzählen. Besonders scharf fällt ihre Kritik an einer politischen Kultur aus, die Risiken scheut, Debatten verwaltet und Vertrauen verspielt. Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn: Demokratie lebt nicht von Zuschauern, sondern von Beteiligung. Wer auf bessere Politik hofft, muss sich einmischen – in Parteien, Initiativen, Vereinen oder einfach dort, wo Entscheidungen das eigene Umfeld prägen. Am Ende steht nur die Frage, ob der Rohstoff Wut in Resignation mündet – oder in Handlung. Denn verloren ist die Zukunft erst dann, wenn niemand mehr bereit ist, für sie zu arbeiten. Die im Gespräch genannte Studie findest du hier: https://www.ioew.de/publikation/staerkung_der_regionalen_wertschoepfung_durch_erneuerbare_energien Zu Gast: Lilian Boehme, Kommunikationsexpertin, Influencerin (Klartext mit Lilly) und Kommunalpolitikerin Create your podcast today! #madeonzencastr
#11 Der Kriminalfall Mikroplastik. Katrin Schuhen von Wasser 3.0
2026/05/28
Wer mit Katrin spricht, lernt schnell: Beim Mikroplastik fehlt es an allen Ecken – an Bewusstsein, Messdaten und auch ganz schlicht an Vorschriften. Das Plastik darf dort einfach sein. Jedes Stück Plastik, das die Menschheit je produziert hat, existiert noch. Als Tupperdose im Schrank, als Müll auf der Deponie und am Ende als Mikroplastik im Wasserkreislauf. Katrin Schuhen ist Gründerin von „Wasser 3.0“ und hat Mikroplastik zu ihrem Thema gemacht. Und das heißt zunächst einmal: beobachten, messen, Kreisläufe verstehen. Die nüchterne Wahrheit: Mikroplastik ist überall. Im Ozean ist es ein Partikel pro Liter. Auch wenn ein Ozean viele Liter Wasser enthält – das eine Partikel wird man kaum sinnvoll herausfiltern können. Anders in Flüssen, unter Brücken, an Kläranlagen: Da steigen die Werte schon mal auf 1.000. Wiederum: Partikel pro Liter. Im Abwasser von Produktionsbetrieben kann man die Partikel dann teils schon mit bloßem Auge sehen. Das ist, man ahnt es schon, eine erstklassige Rohstoffquelle. Wenn wir sie denn nutzen würden. Katrin plädiert für einen radikalen Perspektivwechsel: weg vom inzwischen kraftlosen Begriff „Nachhaltigkeit“, weg vom „Halt“, hin zu einer echten „Wirkungsbeschleunigung“. Sie sagt: Der Kampf gegen das Mikroplastik funktioniert in der Industrie dann am besten, wenn er handfeste wirtschaftliche Vorteile bringt. Das Abwasserrohr einer Fabrik darf nicht länger als lästiges Abfallproblem verstanden, sondern muss als wertvolle Rohstoffquelle begriffen werden. Wer Mikroplastik direkt an den industriellen Hotspots – wo die Konzentrationen oft milliardenfach höher sind als im offenen Meer – restlos entfernt und im Kreislauf führt, spart teures Frischwasser und Entsorgungsgebühren. Das in der Folge genannte Buch Katrins, „Kriminalfall Mikroplastik“, findet sich hier: https://wasserdreinull.de/kriminalfall-mikroplastik/ Zu Gast: Dr. Katrin Schuhen, Gründerin von Wasser 3.0 Create your podcast today! #madeonzencastr
#10 Wohnen ist politisch. Van Bo Le-Mentzel, Architekt
2026/05/14
Zufriedenheit ist der natürliche Feind der Immobilienwirtschaft. Wer mit dem glücklich ist, was er hat, und nicht ständig nach dem nächsten, größeren Quadratmeter-Upgrade strebt, lässt das Wachstumsmodell des Kapitalismus kollabieren. Für Van Bo Le-Mentzel ist „Small is beautiful“ daher weit mehr als ein ökologischer Slogan – es ist ein hochpolitisches Manifest für das Menschliche und Dezentrale. Van Bo bricht radikal mit dem deutschen Durchschnittstraum vom statischen Einfamilienhaus. Er ersetzt ihn durch das Konzept des „Wem-Wann-Wohnens“. Das starre 150-Quadratmeter-Haus wird so oft zum „Geisterhaus“, in dem Senioren einsam und körperlich überfordert im Erdgeschoss feststecken, während die oberen Etagen verwaisen. Dieser „Lock-in“-Effekt ist das Ergebnis einer Architektur, die keine Veränderung vorsieht. Die Lösung liegt in der Flexibilität und im Teilen. Van Bo schlägt "Joker-Zimmer" mit eigenen Zugängen vor, die sich je nach Lebensphase als Einliegerwohnung, Pflegezimmer oder Airbnb abtrennen lassen. Doch seine Vision geht weiter: Was, wenn wir Parkplätze nicht für Autos, sondern für Tiny Houses nutzen? Ein bedingungsloses Recht auf zwei Quadratmeter Schlafplatz für jeden Menschen könnte den Druck vom Wohnungsmarkt nehmen. Wenn der private Rückzugsort schrumpft, entsteht Raum für das große Gemeinschaftliche. Wahre Freiheit liegt nicht in der Größe der Villa, sondern in der Möglichkeit, sein Fenster jederzeit nach Süden auszurichten. Das Kleine ist kein Mangel, sondern das Rezept für eine gerechtere Welt. Zu Gast: Van Bo Le-Mentzel, Architekt und Gründer der Tiny Foundation Create your podcast today! #madeonzencastr
#9 Wir essen alle immer Gentechnik. Robert Hoffie, Biotechnologe
2026/04/30
„Ih! Gentechnik!“ Wer würde schon freiwillig etwas essen, das gentechnisch verändert wurde? Also schnell den Aufkleber auf die Butter in der Auslage kleben. Das Problem: Jede Nutzpflanze in der Landwirtschaft heute ist das Ergebnis von Zucht. Das heißt: Ihre Gene wurden massiv verändert. Die Reflexe scheinen zu sitzen, wenn „Gentechnik-frei“ im Supermarkt als Gütesiegel auf Lebensmitteln prangt. Ein Paradox, sagt Robert Hoffie. Er forscht am Leibniz-Institut in Gatersleben an Methoden, die Gene von Nutzpflanzen sehr gezielt zu verändern. Das, so Robert, ist auch der entscheidende Unterschied zwischen heutiger Gentechnik und klassischen Zuchtmethoden: Die Zielgenauigkeit. Letzere arbeiten mit ungesteuertem Zufall, die Genschere hingegen erlaubt Eingriffe an der Stelle, wo eine gewünschte Veränderung sitzt. Von einer Generation einer Pflanze auf die nächste gibt es immer wieder Fehler beim Kopieren des genetischen Codes, manchmal schlicht Schäden, jedenfalls Veränderungen. Ein Züchter macht nicht viel mehr, als die Pflanzen mit den passendsten Veränderungen zu identifizieren, um diese wiederum zu vermehren. Ein eher langwieriger Prozess. In den 1920er Jahren haben Züchter diesen Vorgang beschleunigt, indem sie die Pflanzen mit Röntgenstrahlung beschossen haben. Ergebnis: Mehr Mutationen, das freut das Züchterherz. In den 1950ern dann dasselbe mit radioaktiver Strahlung. Lecker. Das Ergebnis wurde „Atomic Gardening“ angepriesen. Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar – allerdings gehen nahezu alle Sorten Braugerste, die heute weltweit im Einsatz sind, auf genau dieses „Atomic gardening“ zurück. Prost! Robert weist auf den Faktor Zeit hin. Neben allem anderen braucht klassische Zucht viel Zeit, um eine Generation Pflanze nach der nächsten hervorzubringen. Leider zuviel Zeit, gemessen an unserem knappen Zeitfenster. Die klimatischen Veränderungen, die Böden, neue Schädlinge und Krankheiten, viele Rahmenbedingungen verlangen schon in sehr naher Zukunft Pflanzen, die es so heute noch nicht gibt – und die mit herkömmlicher Zucht auch nicht rechtzeitig entstehen werden. Wenn wir also in zehn Jahren in Mitteleuropa noch Landwirtschaft betreiben wollen ... Da fruchtbares Land unsere knappste Ressource ist, bedeutet wahre Nachhaltigkeit heute: Ertragssicherung auf minimaler Fläche, um der Natur unberührten Raum zu geben. Ein Blick in den Werkzeugkasten der Zukunft – behutsamer, schneller und natürlicher, als es das Etikett im Supermarkt vermuten lässt. Zu Gast: Dr. Robert Hoffie, Biotechnologe am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben Create your podcast today! #madeonzencastr
#8 Hacken wir die Sozialsysteme. Zarah Bruhn, SPRIND
2026/04/16
Warum trainiert jemand Ratten, um Landminen zu erschnüffeln? Weil es eine radikale Lösung für ein lebensbedrohliches Problem ist. Zarah Bruhn, Gründerin von Social Bee und heute Expertin für gesellschaftliche Sprunginnovationen bei SPRIND, ist angetreten, genau diesen Geist der verrückten Ideen in die deutsche Ordnung zu bringen. Zarah räumt mit dem Vorurteil auf, das Soziale sei ein Feld für Almosen und Wohlfahrt. Für sie ist es nicht nur eine Frage der Würde, sondern auch der ökonomischen Vernunft. Ihre Gründung Social Bee hat die Integration von Geflüchteten professionalisiert: Unternehmen erhalten ein bürokratiefreies Rundum-sorglos-Paket, während der Staat pro Person massiv spart. Ein Social Return on Investment von eins zu 35 ist kein naiver Idealismus, sondern ein Effizienz-Hack für einen Sozialstaat, der sich seit Jahrzehnten kaum im Kern erneuert hat. Heute sucht Zarah bei der Bundesagentur für Sprunginnovationen nach Moonshots, die Millionen Leben verbessern oder dem Haushalt Milliarden sparen könnten. Ob KI-gestütztes Lernen im Matheunterricht oder digitale Townhalls nach dem Vorbild Taiwans – Ziel ist es, das schwindende Vertrauen in die Handlungsfähigkeit von Staat und Gesellschaft durch echte Selbstwirksamkeit zurückzugewinnen. Ihr Credo: Wo das Ehrenamt an seine Grenzen stößt, müssen unternehmerische Strukturen übernehmen, um gesellschaftliche Herausforderungen dauerhaft und messbar zu lösen. Michael und Zarah sprechen über den Mut zum Machen, die ökonomische Kraft der Integration und darüber, wie man den Staat konstruktiv "hackt", um ihn wieder zukunftsfähig zu machen. Zu Gast: Zarah Bruhn, Unternehmerin (Social Bee), erste Beauftragte für Soziale Innovationen der Bundesregierung und SPRIND-Managerin für gesellschaftliche Sprunginnovationen. Create your podcast today! #madeonzencastr
#7 Die Energiewende wird im Netz entschieden. Hauke Jürgensen, Siemens Energy
2026/04/02
Das verkannte Zukunftsthema in der Energiewende: Ohne Netze ist alles nichts. Ein Gespräch mit Hauke Jürgensen, Senior VP Grid Solutions bei Siemens Energy, über (fast) alles, das man über die Stromnetze von heute und morgen wissen muss. Die Energiewende scheitert nicht zuerst am Windrad, sondern an der Illusion, Strom sei bloß etwas, das aus der Steckdose kommt. Tatsächlich ist Elektrizität ein permanenter Balanceakt im Netz: Frequenz, Spannung, Last, Trägheit. Früher erledigte die Physik einen Teil dieser Arbeit fast nebenbei. Die großen rotierenden Massen der Kraftwerke pufferten das Netz, ohne dass irgendwer darüber sprechen musste. Wann immer alle Haushalte gleichzeitig die Waschmaschine bestückt oder Fabriken große Stromverbraucher angeschaltet haben, die Trägheit der Kraftwerksmaschinen sorgte für Stabilität. Jetzt, da diese Welt verschwindet, muss Intelligenz an ihre Stelle treten - in Form von Software, Leistungselektronik und Maschinen, die in Millisekunden entscheiden und reagieren kann. Hauke Jürgensen, verantwortlich für Stromnetze bei Siemens Energy, beschreibt damit eine stille Revolution. Das Netz wird vom passiven Leitungsgebilde zur lernfähigen Infrastruktur. Wobei: Warum nutzen wir nicht einfach Batterien? Antwort: Viel zu langsam. Hauke beschreibt ein Vorreiterprojekt mitten in Niedersachsen. Hier löst eine neue Generation von Superkondensatoren (für das Bild im Kopf: Jede Menge Coladosen in einer gut abgeschirmten Lagerhalle) das Problem; kann binnen Millisekunden Leistung und Frequenz stabilisieren, bevor der Mensch überhaupt bemerkt, dass etwas aus dem Takt geraten ist. Denn das ist das Ziel: Niemand soll etwas bemerken, dann ist alles gut im Netz. Darin steckt auch eine politische Pointe: Wer über Energie redet, aber Netze übersieht, verwechselt Erzeugung mit Versorgung. Das Rückgrat der neuen Welt sind nicht allein Solarparks und Offshore-Anlagen, sondern Korridore, Schalter, Algorithmen und Menschen, die Unsichtbares beherrschbar machen. Die beste Zukunft des Stroms bleibt deshalb eine, in der alles komplizierter wird – und für uns trotzdem so wirkt, als sei es ganz einfach. Zu Gast: Hauke Jürgensen, Senior VP Grid Solutions bei Siemens Energy Create your podcast today! #madeonzencastr

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