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Trauerwelle

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Dieser Podcast hat
168 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
Katy Biber
Explizit
Nein
Erstellt am
2023/05/13
Neueste Episode
2026/10/18
Durchschnittsdauer
55 min.
Veröffentlichungsintervall
8 Tage

Beschreibung

Trauerwelle ist der SeelenSport Podcast für trauernde Menschen, die selbstsicher und mutig ihre Trauerwellen surfen wollen. Du erfährst, wie du deiner Trauer Raum und Zeit gibst und aus ihr deine körperliche Kraft zurückgewinnst. 🌊  Trauerwellen sind anstrengend und kosten Kraft, wenn sie über dich hereinbrechen, du sie ignorierst oder versuchst zu unterdrücken. In den einzelnen Podcast-Folgen leitet dich Katy Biber liebevoll und achtsam, und gleichzeitig mit Leichtigkeit durch die Wellen der Gefühle, damit du deine Trauer verstehst und den Mut findest deinen eigenen Trauerweg selbstwirksam zu gehen. Es erwartet dich eine Mischung aus Basiswissen rund um deine Trauer, deinen Körper und Bewegung sowie spannende Interviewpartner*innen für Verbundenheit und ein gemeinsam statt einsam. Katy Biber hat 2013 ihre Schwester Larissa durch Mord verloren und weiß, wie sich die höchsten und stärksten Trauerwellen anfühlen - ein wildes herumschleudern im weiten Ozean der Trauer, ein unendlich starker Sog der Verzweiflung. Früher unsportlich veränderte ein einfaches Körpertraining ihr gesamtes (Gefühls-)leben. Aus der Verzweiflung wurden innere Stärke und Hoffnung. Jahre später entwickelte sie ihr eigenes Bewegungskonzept für Trauernde - den SeelenSport. Damit begleitet sie heute Menschen nach Verlusten und bildet SeelenSport Trainerinnen aus. Wenn du trauerst oder Trauernde begleitest, dann bist du in Katys Podcast Trauerwelle genau richtig. Roll deine Matte (dein Surfbrett 😅  ) aus und halte die Taschentücher bereit - Trauerkater garantiert! Weiterführende Inhalte bekommst du über die SeelenSport Trainingsangebote und in der SeelenSport Akademie.

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#167 Trauer im Herbst: Drei Dinge, die du jetzt tun solltest
2026/10/18
„Die Trauer ist ja kein Störfaktor. Sie ist die Liebe, die einfach einen Platz braucht.“ Wenn es draußen früh dunkel wird, spürst du deine Trauer vielleicht wieder deutlicher: mehr Tränen, mehr Müdigkeit, eine Erkältung nach der anderen. In dieser Folge teile ich drei Dinge, die ich gerade selbst für mich und meine Trauer im Herbst umsetze. Dazu bringe ich Studien mit, die zeigen, wie tief Trauer in den Körper hineinwirkt, bis ins Immunsystem. Es geht nie darum, die Trauer in den Griff zu kriegen, sondern dir gute Bedingungen zu schaffen, in denen sie Raum haben darf. Zum Schluss zeige ich dir meine Herbstvariante der SeelenSport-Übung Pfau, den Pfau im Herbstkleid, mit Händen voller Blätter. Du musst nicht alles auf einmal machen, eine kleine Sache reicht für den Anfang. ✅ Gönn dir deine Trauer: Wer Gefühle häufig unterdrückt, zeigt laut einer Studie stärkere Entzündungsreaktionen im Körper. ✅ Kleine, warme, nährende Dinge stärken dein Immunsystem: Suppe auf Vorrat, eine Kanne Kräutertee, Vitamin D ärztlich abchecken lassen. ✅ Tageslicht und Bewegung gehören zusammen: Schon 10 Minuten Spaziergang zur Mittagszeit zählen.
#166 Trainerin Evelyn Kolfen über frühe Trauer um ihren Papa und ein Leben nach der Wende
2026/10/11
„Heb mal den Blick und schau, ob schon ein paar Blumen aufgegangen sind.“ Vielleicht kennst du das: Die Trauer ist schon lange da, und trotzdem kommt sie manchmal wie eine Welle, die dir den Atem nimmt und die Schultern zusammenzieht. In dieser Folge nimmt mich SeelenSport®-Trainerin Evelyn Kolfen mit in die Zeit kurz vor der Wende, als sie mit 17 ihren Papa zu Hause gepflegt und verloren hat. Sie erzählt, wie sich ihre Wut in einer Straßenbahn plötzlich in Freude verwandelt hat, wie ein Traum ihr in der Schwangerschaft half, der Liebe mehr Raum zu geben als den Sorgen, und was ihr der Glaube in der größten Einsamkeit geschenkt hat. Wir sprechen auch darüber, wie Evelyn mit SeelenSport® zu einer aufrechteren Haltung und einem freieren Atem gefunden hat und warum es so wertvoll ist, sich in traurigen Momenten selbst in den Arm zu nehmen. Zum Schluss liest Evelyn ihre eigene Trostbankgeschichte, die sie für den Hospizverein in Bramsche geschrieben hat. ✅ Wut, Angst und Scham dürfen da sein, und mit der Zeit darf auch ein neues Gefühl wieder Platz bekommen. ✅ Trauer geht nicht einfach weg, sie wird Teil deines Lebens, wie ein Krug mit einem Riss, an dessen Weg trotzdem Blumen wachsen. ✅ Sich selbst in den Arm zu nehmen und sich Liebe zu schenken kann in traurigen Momenten Halt geben.
#165 „Irgendwann kommt das Licht": Anna über viele Verluste, Sternenkinder und ihren langen Trauerweg
2026/10/04
„Es gibt immer ein Ende des Tunnels, auch wenn der Tunnel lange ist." Vielleicht kennst du das: Ein Verlust ist noch gar nicht richtig angekommen, und schon kommt der nächste. Der Körper bleibt dann dauernd in Alarmbereitschaft, der Schlaf wird unruhig und die Kraft immer weniger. In dieser Folge erzählt mir Anna von vielen Jahren voller Abschiede: Sie hat ihre beste Freundin bis zum Tod begleitet, ihren Papa verloren und mehrere Fehlgeburten erlebt, darunter eine Eileiterschwangerschaft mitten im Lockdown, die sie ganz allein durchstehen musste. Anna erzählt, was ihr geholfen hat: Schreiben, Singen, nächtliche Gespräche am Friedhof, eine Sternenkinder-Gedenkstätte in ihrem Ort, der SeelenSport und Winterkraft. Und sie erzählt, wie seit diesem Sommer ein kleines Mädchen als Pflegekind bei ihr und ihrem Mann lebt. Hör rein, wenn du magst. Vielleicht findest du dich in Annas Geschichte ein Stück wieder. ✅ Trauer um eine Freundin ist genauso echt wie jede andere Trauer, auch wenn sie im Umfeld oft übersehen wird. ✅ Jeder Verlust hat seinen eigenen Platz, weil wir zu jedem Menschen eine andere Beziehung hatten. ✅ Anna sagt: Such dir einen Kanal, um deine Gefühle ins Fließen zu bringen, ob Schreiben, Singen oder Bewegung, und trau dich, Neues auszuprobieren.
#164 Eine Hochzeit und meine heftigste Trauerwelle seit Jahren
2026/09/27
Es gibt Momente, die dich völlig unvorbereitet erwischen, und manchmal sind es ausgerechnet die schönen. Ich war auf der Hochzeit von Nina, der besten Freundin meiner verstorbenen Schwester Larissa, und schon Tage davor hat mein Körper reagiert: Albträume, schlechter Schlaf und ein Kiefer, der so verspannt war wie seit Jahren nicht mehr. Auf der Feier lag dann alles gleichzeitig übereinander, die Sehnsucht nach Larissa und eine riesige Liebe zu all den Menschen, die dort zusammen gefeiert haben, und als ihr Lieblingslied gespielt wurde, hätte ich fast den Raum verlassen. In dieser Folge erzähle ich dir ganz offen, wie ich mich durch dieses Wochenende getragen habe, welche SeelenSport-Übungen mir mitten im Trubel und am Tag danach geholfen haben und warum meine Kieferschmerzen am Montag plötzlich weg waren. Wenn du gerade selbst vor einem Fest, einem Jahrestag oder einer großen Veränderung stehst, ist diese Folge eine Einladung, deinem Körper zuzuhören. ✅ Auch nach 13 Jahren können heftigste Trauerwellen kommen, besonders rund um Hochzeiten, Geburten und andere große Lebensmomente. Das ist vollkommen okay. ✅ Dein Körper spricht mit: Bei mir war es der Kiefer, der sich erst wieder gelöst hat, als ich die Trauer bewusst zugelassen habe, statt sie wegzudrücken. ✅ Du darfst eine Welle im Moment selbst „parken" und dich spätestens am nächsten Tag gezielt um sie kümmern, mit Bewegung, Zeit für dich und ganz viel Weinen dürfen.
#163 Wenn vor dem Todestag alles kippt: Meine Übungen in der akuten Trauerkrise
2026/09/20
„Auch mein Hirn ist nach 13 Jahren noch ziemlich durcheinander, wenn es um solche besonderen Tage geht." Eigentlich war für diese Woche eine ganz andere Folge geplant – und dann war das Wochenende vor Larissas Todestag so wild, dass ich dir lieber ganz ehrlich erzähle, was da wirklich passiert ist. Ich habe im Geschäft Preisschilder gelesen, bei denen mein Kopf die Hälfte der Zahl einfach ausgeblendet hat. Ich bin im Wald in einen Hundehaufen gesessen und habe den Bach direkt neben mir schlicht nicht mehr wahrgenommen. Und auf der Wanderung am nächsten Tag war da erst Panik wegen einer giftigen Blume, dann ein Bienenstich, dann eine Herde Kühe – während meine Knie und Füße schon seit Wochen mitgeteilt haben, unter welcher Spannung ich stehe. Was mich da durchgetragen hat, waren nicht gute Vorsätze, sondern Übungen, die mittlerweile ganz von allein anspringen: Antlia, Widder und der Große Bär. Am Ende der Folge gebe ich dir Antlia als Bewegungsimpuls mit, damit du sie selbst ausprobieren kannst. ✅ Trauer frisst Konzentration und Arbeitsgedächtnis – Vergesslichkeit und „dumme Fehler" rund um besondere Tage sind normal, auch nach vielen Jahren. ✅ Der Körper spricht mit: Knieschmerzen, Fußschmerzen, Halsweh vor dem Todestag – und oft ist es kurz danach wieder weg. ✅ Regelmäßig geübte Körperübungen stehen dir in der Krise automatisch zur Verfügung: Du wirst nicht panikfrei, aber du bleibst handlungsfähig.
#162 Wenn der Todestag näher rückt: Körpersignale und meine Erfahrung nach 13 Jahren
2026/09/13
Manchmal wird man plötzlich unrund, gereizt, bekommt Halsschmerzen oder schläft schlechter – und erst Tage später fällt einem auf: Ach ja, der Todestag steht bevor. Genau davon erzähle ich in dieser Folge: 13 Jahre nach dem Mord an meiner Schwester Larissa blicke ich darauf, wie sich diese Zeit für mich Jahr für Jahr verändert hat – vom Kloß im Hals, mit dem ich damals von Arzt zu Arzt gelaufen bin, bis zu dem Nachlauf, der oft erst kommt, wenn der Tag längst vorbei ist. Ich spreche darüber, warum ein Todestag nach Mord, Suizid oder Unfall eine doppelte Schicht hat, warum es auch völlig in Ordnung ist, an diesem Tag gar nichts zu fühlen, und wie sich Rituale über die Jahre verändern dürfen. Aus der SeelenSport-Perspektive gebe ich dir am Ende einen Bewegungsimpuls mit – die Übung „Die Pendeluhr liegend" –, der dich daran erinnert, dass du dein eigenes Tempo schwingen darfst. ✅ Der Todestag ist kein einzelner Punkt, sondern eine Zeitspanne: Wochen davor, der Tag selbst und ein oft unterschätzter Nachlauf. ✅ Halsschmerzen, innere Unruhe, kurze Zündschnur, Schlafprobleme oder unregelmäßige Zyklen – dein Körper zählt mit, auch ohne bewussten Gedanken. ✅ Rituale dürfen sich jedes Jahr verändern – und ein Todestag ohne Tränen sagt nichts über die Tiefe deiner Bindung aus.
#161 „Meinen Hass kriegst du nicht": Annika über den Prozess, das Urteil und ihre Trauer als Mama (Teil 2)
2026/09/06
„Meinen Hass kriegst du nicht. Du bist nicht ein Gedanke wert. Hier ist nur Liebe, und die gilt einzig und allein Hannah." Es gibt eine Trauer, die kaum jemand kennt: die Trauer, die parallel zu Aktenzeichen, Gutachten und Verhandlungstagen läuft. Im zweiten Teil unseres Gesprächs erzählt Annika, wie ihre Familie nach dem Mord an ihrer Tochter Hannah von der Presse überrollt wurde, wie sie sich bewusst gegen jedes Interview entschieden hat und was zehn Prozesstage über Monate hinweg mit einem Körper machen, der ohnehin schon im Ausnahmezustand ist. Sie spricht sehr offen darüber, was sie im Gerichtssaal gespürt hat – und was nicht –, warum sie sogar Mitgefühl für die Mutter des Täters hat und wie ihre zweite Tochter Hannah im Prozess eine Stimme gegeben hat. Aus meiner SeelenSport-Perspektive höre ich hier vor allem eines: wie viel Kraft dieser Ausnahmezustand kostet und wie wichtig es ist, dass der Körper danach überhaupt wieder ankommen darf. Im letzten Teil sprechen wir über Gewalt an Frauen, über Täter-Opfer-Umkehr im Fernsehen und darüber, was sich gesellschaftlich verändern muss. ✅ Warum Medienberichte, Falschinformationen und Fotos vom Abschied für Angehörige ein eigener Schmerz sind – und wie eine Familie sich davor schützen kann ✅ Was ein monatelanger Prozess körperlich und seelisch abverlangt, und was Annika in dieser Zeit Halt gegeben hat ✅ Warum wir beide über einen Satz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen fassungslos waren – und warum es Männer braucht, die laut werden
#160 „Ein letztes Blaulicht für Hannah": Annika über den Femizid an ihrer Tochter (Teil 1)
2026/08/30
„Hannahs Mörder hat 13 Jahre bekommen – und wir haben lebenslang." Manchmal ist es nicht der Verlust selbst, der dich als Erstes trifft, sondern die Unwirklichkeit: Der Kopf sagt, das kann nicht sein, während der Körper längst kalt wird und nichts mehr isst. Genau davon erzählt mir Annika in diesem Gespräch. Ihre Tochter Hannah, 21 Jahre alt und mit ganzem Herzen Rettungssanitäterin, wurde im Oktober 2023 von einem Kollegen getötet – und Annika nimmt dich mit in die Stunden danach, in die Beerdigung mit Blaulicht und Klopfern, und in einen Alltag, in dem plötzlich die eigene Küche zum unbetretbaren Ort wird. Aus SeelenSport-Perspektive höre ich hier sehr deutlich, wie stark Trauer im Körper sitzt: in Messern, die man nicht anfassen kann, in Bildern, die in Dauerschleife laufen, in einer Tür, durch die man nicht mehr gehen mag. Dieses Gespräch ist der erste von zwei Teilen – wir haben mitten in der Aufnahme gemerkt, dass es zu viel für eine Folge ist, und veröffentlichen den zweiten Teil direkt am Sonntag darauf. Nimm dir dafür Zeit und hör so weit, wie es dir heute gut tut. ✅ Wer Hannah war: die junge Frau, die trotz chronischer Erkrankung für ihren Platz im Rettungsdienst gekämpft hat – und wie ihre Kolleg:innen ihr das letzte Blaulicht gaben. ✅ Warum Orte und Gegenstände zu Triggern werden – Küche, Messer, ein einziger Satz – und wie Annika mit EMDR in der Therapie die schlimmsten Bilder entschärfen konnte. ✅ Warum „Wie geht's dir?" eine gefährliche Frage sein kann und wieso Annika irgendwann eine E-Mail an Familie, Freunde und Kolleg:innen geschrieben hat, in der sie sagt, was sie wirklich braucht.
#159 Sommerpause: Ein kurzer Impuls für deine Trauer in der Hitze
2026/08/09
„Manchmal ist die liebevollste Entscheidung in der Trauer, kurz innezuhalten." In dieser kurzen Folge melde ich mich mit einer Sommerpause bei dir: Am 16. und 23. August erscheint keine neue Folge – am 30. August bin ich wieder für dich da. Weil die Sommerhitze einen Körper, der ohnehin schon so viel trägt, zusätzlich fordern kann, gebe ich dir drei sanfte Impulse mit durch die heißen Wochen – ganz im SeelenSport-Sinn: nicht gegen die Hitze und nicht gegen deine Trauer, sondern als kleine Fürsorge für deinen Körper. Und ich gebe dir schon einen Ausblick auf das, was nach der Pause kommt: ein sehr intensives, sehr berührendes Gespräch mit einer Mutter, die ihre Tochter verloren hat – ein Gespräch, das ich in zwei Teile aufteile. Wenn du keinen der beiden Teile verpassen möchtest, folge dem Podcast am besten gleich. Ich wünsche dir einen guten Sommer – mit allen Wellen, die dazugehören. ✅ Sommerpause: Am 16. und 23. August erscheint keine Folge – am 30. August geht es weiter. ✅ Drei sanfte Impulse für deine Trauer in der Hitze: den Schatten suchen, dich behutsam abkühlen, in den kühleren Morgen- und Abendstunden nach draußen. ✅ Ausblick: Nach der Pause erwartet dich ein berührendes Gespräch in zwei Teilen – folge dem Podcast, um nichts zu verpassen.
#158 Ein Schmetterling mitten im Dezember: Petra über die Trauer um ihren Papa
2026/08/02
„Wir haben uns angeschaut und wir wussten beide, es wird nicht mehr." Manchmal geht alles so schnell, dass der Körper Wochen später noch nachzittert, während der Kopf längst wieder funktioniert. Bei Petra lag zwischen der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs und dem Tod ihres Papas eine einzige Woche – ein letzter Abschied am Aufzug, ein letztes gemeinsames Abendessen, und dann ein Dezembertag, an dem plötzlich nichts mehr war wie vorher. In diesem Gespräch erzählt Petra sehr offen, wie ihre Familie den Enkelkindern einen echten Abschied ermöglicht hat, welche Rolle Musik in ihrer Trauer spielt – und warum sie zwischendurch vor allem Stille braucht. Sie spricht auch über ihren ersten Verlust mit dreizehn Jahren, der damals unbegleitet blieb und sich Jahrzehnte später in Erschöpfung, Verspannungen und Schlafproblemen gemeldet hat. Aus SeelenSport-Perspektive ist genau das der Punkt, an dem der Körper mitreden darf: nicht als Aufgabe, sondern als Ort, an dem Trauer Raum bekommen kann. ✅ Kinder und Jugendliche brauchen ein echtes Angebot zum Abschiednehmen – und die Erlaubnis, jederzeit auch wieder rauszugehen. ✅ Unverarbeitete Trauer aus der Kindheit meldet sich oft erst Jahrzehnte später über den Körper. ✅ Vor den eigenen Kindern zu weinen ist kein Kontrollverlust – Petra erzählt, wie sie ihnen dabei zeigt, dass sie sich um sich selbst kümmert.
#157 „Melde dich, wenn du was brauchst": der Satz, auf den sich keine Trauernde meldet
2026/07/26
„Es gibt keine trauernde Person, die diesen Satz noch nicht gehört hat – und kaum eine, die sich je darauf gemeldet hat." „Melde dich, wenn du was brauchst" kam bei mir von wildfremden Menschen auf Facebook genauso wie von meiner engsten Freundin – und gemeldet habe ich mich so gut wie nie. In dieser Folge erkläre ich, warum das weder Undankbarkeit noch Versagen ist, sondern an der Richtung des Satzes liegt: Er schiebt die Initiative genau der Person zu, die sie gerade am wenigsten aufbringen kann. Ich schaue mit dir auf drei Blickwinkel – warum wir den Satz überhaupt sagen, was im Körper passiert, wenn du dich stattdessen immer weiter zurückziehst, und was wirklich trägt. Aus der SeelenSport-Perspektive ist genau das der Punkt: Rückzug ist ein Schutzreflex deines Nervensystems, kein Charakterfehler – und er kostet auf Dauer Kraft. Ich erzähle auch von den Menschen, die einfach von selbst geschrieben haben, jeden Morgen, ein ganzes Jahr lang. ✅ Warum „Melde dich, wenn du was brauchst" ehrlich gut gemeint ist – und trotzdem selten ankommt ✅ Wie Geben-und-Nehmen-Prägung, Scham und dein Nervensystem dafür sorgen, dass du dich immer seltener meldest ✅ Was stattdessen trägt: konkrete Angebote statt offener Einladungen – und warum Wiederholung dabei entscheidend ist
#156 Wie mein Umfeld auf meine Trauer reagierte: 6 Arten der Anteilnahme
2026/07/19
„Für sie war es halt eine gute Tat und abends gingen sie heim, alles gut. Und bei mir war nichts gut." Nach dem Mord an meiner Schwester Larissa war für mich das Anstrengendste oft gar nicht die eigene Trauer – sondern das, was von außen kam: die riesige Anteilnahme am Anfang, in der ich gar nicht aufnahmefähig war, dann die gut gemeinten Ratschläge, die Neugier fremder Menschen auf der Straße, die Freunde, die plötzlich weg waren, und schließlich die Stille, als meine Trauer erst richtig begann. In dieser Folge sortiere ich diese Erfahrungen in Wellen und erzähle sehr offen, wie sich das damals angefühlt hat – und was mein Körper mir dabei signalisiert hat, lange bevor ich es in Worte fassen konnte. Damals bin ich anfangs einfach nur noch spazieren gegangen, weg von den Menschenmassen, weil mein Körper Abstand gebraucht hat – heute weiß ich, dass genau das ein SeelenSport-Impuls war. Und ich erzähle auch von den Dagebliebenen: von den wenigen, die geblieben sind und mit denen ich bis heute über Larissa reden kann. Wenn du dich gerade zu viel fühlst für dein Umfeld: Es liegt nicht an dir. ✅ Die Anteilnahme folgt oft einer Kurve – sie ist am größten im Schock und verblasst genau dann, wenn die Trauer erst richtig anfängt. ✅ Floskeln, Neugier und Ghosting kommen meist nicht aus Bosheit, sondern aus Überforderung – trotzdem darfst du dich abgrenzen. ✅ Was wirklich hilft, sind Menschen, die bleiben und aushalten – und ein Umfeld, in dem du deine Geschichte auch zum hundertsten Mal erzählen darfst.
#155 „Mit mir stimmt etwas nicht": Scham in der Trauer und ihre 6 Gesichter
2026/07/12
„Scham lebt vom Schweigen und vom Verstecken – in dem Moment, in dem sie geteilt wird, verliert sie ihre Macht." Vielleicht kennst du diesen Satz im Kopf: „Mit mir stimmt etwas nicht." Scham gehört in der Trauer zu den einsamsten Gefühlen – sie lässt uns die Schultern nach vorn ziehen, den Blick senken, uns klein machen und verstecken. In dieser Folge spreche ich offen über sechs Situationen, in denen sich Trauernde immer wieder schämen: noch immer oder schon wieder zu trauern, die eigenen Gefühle wie Wut, Neid oder Erleichterung, das Nicht-mehr-Funktionieren, den eigenen Körper, das Weiterleben und Lachen – und die Scham, Hilfe zu brauchen. Ich erzähle dir auch sehr ehrlich, wo ich mich auf meinem eigenen Trauerweg geschämt habe. Aus der SeelenSport-Perspektive lade ich dich am Ende zu einem kleinen Bewegungsimpuls ein, der dich Atemzug für Atemzug wieder aufrichtet – ganz ohne Druck, einfach so, wie es für dich heute gut ist. ✅ Scham ist ein zutiefst soziales Gefühl – im Kern die Angst, nicht mehr dazuzugehören; sie zeigt, wie sehr du dazugehören willst. ✅ Sechs typische Schamsituationen in der Trauer – und warum keine davon bedeutet, dass mit dir etwas nicht stimmt. ✅ Ein körperorientierter Bewegungsimpuls zum Aufrichten: „Ich darf gesehen werden und ich darf mich zeigen, wie ich bin."
#154 Der letzte Kuss auf die Stirn: Trainerin Sarah Kunze über Pflege und Trauer
2026/07/05
Manchmal trauerst du um einen Menschen, der noch lebt – und gleichzeitig spürst du eine Erleichterung, die du dich kaum auszusprechen traust. Genau diese Ambivalenz, die so oft im Hals stecken bleibt, zieht sich durch mein Gespräch mit Sarah. Als Kinderkrankenschwester, Altenpflegerin und Palliativbegleiterin hat sie unzählige Abschiede begleitet – und mit dem plötzlichen Tod ihrer Oma während Corona ihre eigene Trauer kennengelernt. Sarah erzählt, wie sie gelernt hat, sich jedes Mal bewusst zu verabschieden, was vorgezogene Trauer mit Angehörigen macht und warum sie heute als SeelenSport-Trainerin Menschen einlädt, ihren Gefühlen über den Körper Raum zu geben. Ohne Druck – einfach als Begleitung für das, was bei dir gerade dran ist. ✅ Trauer beginnt oft schon vor dem Tod – wenn sich ein geliebter Mensch durch Demenz so verändert, dass sich die Rollen umkehren. ✅ Erleichterung und tiefe Traurigkeit dürfen gleichzeitig da sein – beides ist Trauer, keines schließt das andere aus. ✅ Sich bewusst verabschieden und auf das eigene Bauchgefühl hören – kleine Haltungen, die im Rückblick tragen.
#153 „So wirst du sie los!" Was dieser Satz mit Trauernden macht: im Gespräch mit Dr. Johanna Disselhoff
2026/06/28
Vielleicht kennst du diese Sätze auch: Du musst die Trauer endlich loslassen, irgendwann hört das doch auf. Und vielleicht macht dich das innerlich ärgerlich – als wäre mit dir etwas falsch, weil deine Trauer einfach bleibt. In dieser Folge sitze ich wieder mit Dr. Johanna Disselhoff zusammen, Psychologin und meine wiederkehrende Gästin, und wir reden ehrlich darüber, warum dieses gesellschaftliche Bild vom schnellen „Überwinden" so viel Druck macht – und warum meine Trauer um Larissa nach dreizehn Jahren immer noch ihren Platz hat. Wir sprechen außerdem darüber, wie mein Sohn ganz offen nach seiner Tante fragt, wie KI unseren Arbeitsalltag verändert und warum echte, ungeschönte Worte oft mehr berühren als perfekt Produziertes. Aus der SeelenSport-Perspektive geht es mir nie darum, Trauer wegzumachen, sondern ihr Raum zu geben – und genau das darfst du dir auch erlauben. ✅ Warum „Trauer überwinden" und „so wirst du sie los" ein gesellschaftliches Missverständnis sind – und was Trauernde stattdessen wirklich brauchen. ✅ Wie ich mit meinem Sohn offen über Larissa spreche und wie Kinder lernen dürfen, Gefühle zu benennen (Stichwort: Beziehung vor Erziehung). ✅ Ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen: KI im Business, echtes statt generiertes Content-Machen und das Recht auf weniger Druck.

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