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Dieser Podcast hat
128 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Ilan Momber & Alexander GrafExplizit
Nein
Erstellt am
2023/10/30
Neueste Episode
2026/09/02
Durchschnittsdauer
61 min.
Veröffentlichungsintervall
11 Tage
Beschreibung
ENERGIEZONE analysiert ENERGIE-Strategien und -Geschäftsmodelle. Wöchentlich sprechen Gründer und CEOs von Energieproduzenten, Netzbetreibern, Startups und anderen wichtigen Akteuren über ihr Geschäftsmodell und die eigene Strategie. Die Gäste werden befragt von Ilan Momber & Alexander Graf ([email protected])
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Ist Solarthermie eine effiziente Alternative? (E#128)
2026/09/02
In dieser Folge sprechen wir über solarthermische Systeme von Soliterm und darüber, wie wir damit Wärme, Kälte und Prozessdampf bereitstellen. Dr. Lukurlu stellt das Unternehmen vor und erklärt, dass wir seit den frühen 2000er-Jahren Anlagen entwickelt und in mehreren Ländern installiert haben.
Wir besprechen die technische Funktionsweise von Parabolrinnenkollektoren, die Sonnenstrahlung bündeln und Temperaturen bis etwa 400 Grad Celsius erreichen können. Je nach Anwendung nutzen wir Wasser oder Thermoöl im Absorber und können daraus direkt Dampf erzeugen oder thermische Energie speichern.Ein Schwerpunkt ist der Vergleich mit Photovoltaik.
Wir erklären, dass der entscheidende Punkt der tatsächliche Energiebedarf ist: Für Wärme und Prozesswärme sei Solarthermie oft deutlich geeigneter, weil sie auf derselben Fläche höhere nutzbare Erträge liefern kann. Auch die Kombination mit bestehenden konventionellen Anlagen wird erläutert: Wenn die Sonne scheint, nutzen wir Solarenergie, bei Bedarf springt das konventionelle System wieder an.Ein weiteres Thema ist die Kühlung.
Wir sprechen darüber, wie mit Absorptionskältemaschinen aus Wärme Kälte erzeugt wird. Dabei geht es auch um typische Einsatzfelder wie Industrie, Lebensmittelverarbeitung, Hotels, Krankenhäuser und andere Betriebe mit Bedarf an Wärme, Dampf und Kälte.Zum Schluss geht es um Wirtschaftlichkeit, Standorte und Betrieb. Wir sprechen über die Bedeutung von Sonnenstrahlung, Energiepreisen, Förderungen und Amortisationszeiten sowie über CO2-Einsparungen. Außerdem wird erklärt, wie die Anlagen bei Wind in eine Schlafstellung gehen, wie sich Verschmutzung begrenzt und dass es bereits Beispiele für kombinierte Systeme mit Geothermie und saisonaler Wärmespeicherung gibt.
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Laserfusion: Was fehlt noch bis zum ersten Kraftwerk? (E#127)
2026/08/19
Fusionsenergie gilt seit Jahrzehnten als Technologie der Zukunft. Doch was muss konkret passieren, damit aus physikalischen Experimenten industrielle Kraftwerke werden?
In dieser Folge spreche ich mit Sophia Spritzer von Marvel Fusion über den Ansatz der Laserfusion und die Frage, wie sich Fusion kommerzialisieren lässt. Wir sprechen über die Unterschiede zwischen Magnet- und Laserfusion, den Nettoenergiegewinn auf Ebene der Fusionsreaktion, die Effizienz von Hochleistungslasern, die Schussfrequenz und den Einsatz von Nanostrukturen in den Brennstoff-Targets.
Außerdem geht es um die Skalierung der Technologie, standardisierte Komponenten, industrielle Lieferketten, mögliche erste Stromabnehmer und die Rolle von PPAs und strategischen Investoren. Sophia erklärt, warum energieintensive Industrien, Rechenzentren und AI-Anwendungen zu den potenziellen frühen Abnehmern von Fusionsenergie gehören könnten.
Im zweiten Teil berichtet Ilan von seinem Besuch an der Colorado State University in Fort Collins. Dort entsteht mit ATLAS eine Forschungsanlage für Hochleistungslaser, die einen Eindruck davon vermittelt, welche Hardware und Ingenieursleistung hinter der Laserfusion stehen.
Eine Folge über Deep Tech, Energiesysteme, Finanzierung und die Frage, ob Deutschland bei einer möglichen neuen Energieplattform eine führende Rolle spielen kann.
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500 Millionen Umsatz nach vier Jahren und Wachstum ohne Ende - Solarhandel24 (E#126)
2026/07/31
Diese Folge erschien zuerst im Kassenzone.de Podcast
In dieser Folge sprechen wir mit Janik Nolden , dem Gründer von Solarhandel24 und Solago, über den Aufbau eines Onlinehandels für Solarkomponenten. Wir erklären, wie S24 die Kunden möglichst günstig zur eigenen Solaranlage bringt, indem sie Komplettsets und Einzelkomponenten direkt über den eigenen Shop verkaufen.
Wir ordnen den Solarmarkt in Deutschland ein und sprechen darüber, wie stark Nachfrage und Umsätze von politischen Rahmenbedingungen und Krisen beeinflusst werden. Besonders 2022 und in späteren Hitzewellen habe sich gezeigt, wie schnell die Nachfrage anziehen kann und wie direkt sich das im Onlinehandel bemerkbar macht.
Ein Schwerpunkt ist die Gründungsgeschichte. Sie starten 2022 mit Balkonkraftwerken, zunächst sehr schlank über eBay Kleinanzeigen, und bauen das Geschäft ohne klassische Startup-Strukturen auf. Ein Freund aus der Schulzeit handelt damals bereits erfolgreich mit Solarkomponenten, kauft Ware in Polen und verkauft sie mit Marge in Deutschland weiter. Daraus entsteht unser Einstieg in den Markt.
Wir sprechen ausführlich über die Herausforderungen in der Logistik und Beschaffung. Am Anfang fehlen Kapital, Lager und Prozesse, später kaufen wir teilweise direkt beim Hersteller ein. Gleichzeitig erklären wir, warum der Markt durch den klassischen Vertrieb über Großhändler und Installateure weiterhin Vergleichbarkeit und Preisdruck erzeugt.
Außerdem gehen wir auf Erweiterungen ein: eigene nicht-technische Komponenten, eine White-Label-App für Energiemanagement, Klimaanlagen und Wärmepumpen. Besonders die Midea Porta Split hat sich für uns zu einem wichtigen Produkt entwickelt, das wir für die heiße Jahreszeit früh eingelagert haben.
Zum Schluss sprechen wir über DIY-Märkte, internationale Unterschiede und die Frage, welche Produkte für Balkonkraftwerke, Klimaanlagen und Wärmepumpen künftig relevant bleiben. Wir betonen, dass wir weiter profitabel und eigenständig wachsen wollen und aktuell nicht auf einen Verkauf ausgerichtet sind.
00:06:23 Markt, Umsätze und Nachfrage
00:07:30 Die Anfänge im Graumarkt
00:15:42 Vom Balkonkraftwerk zum Shop
00:17:45 Lieferengpässe als Wachstumsbremse
00:20:57 Direktbezug vom Hersteller
00:26:17 Marken, Margen und Transparenz
00:29:49 Eigenmarken und App-Strategie
00:37:40 Klimaanlagen als nächstes Segment
00:43:13 Der Boom der Porta Split
00:49:16 Verleihmodell für Klimaanlagen
00:56:08 Expansion ins Ausland
00:58:46 Balkonkraftwerke richtig wählen
01:02:27 Wachstum, Investoren und Ausblick
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Die 100 Milliarden Chance und neue Geschenke von Gas Kathi (E#125)
2026/07/11
In dieser Folge sprechen wir mit Martin Lass über die aktuelle Energiepolitik, das neue Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz und die Frage, wie Versorgungssicherheit im Strommarkt organisiert werden soll. Wir ordnen ein, warum das Gesetz auf Gaskraftwerke setzt, wie die Ausschreibungen und Kapazitätsprämien funktionieren und welche Rolle Wasserstoff dabei offiziell spielen soll.
Wir erklären außerdem, warum Biogasanlagen aus unserer Sicht bei diesem Gesetz zu wenig berücksichtigt werden. Dabei geht es um Flexibilität, Speicher und die Möglichkeit, Strom dann zu erzeugen, wenn Sonne und Wind wenig liefern. Wir sprechen über die Größe und Kosten solcher Anlagen, über Ausschreibungsbedingungen, Netzanschlüsse und darüber, dass kleinere und mittlere Betreiber nach diesen Regeln kaum teilnehmen dürften.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die wirtschaftliche Seite. Wir diskutieren die Kosten des Gesetzes, die von den Stromverbrauchern getragen werden, und stellen sie den Kosten und der Wirkung flexibilisierter Biogasanlagen gegenüber. Dazu kommen Hinweise auf volkswirtschaftliche Effekte, regionale Wertschöpfung und die Frage, wie stark staatliche Förderung neue Kraftwerksprojekte überhaupt steuern kann.
Im zweiten Teil geht es um das QX-Konzept für Quartierswärme in Gettorf-Osdorf. Wir beschreiben, wie wir Strom und Wärme in einem lokalen Netz verbinden, mit Biogas, Wärmespeichern und Großwärmepumpen arbeiten und so Gebäude ohne einzelne Heizungsumstellungen versorgen können. Wir sprechen über Investitionsvolumen, kommunale Wärmeplanung, Beteiligung von Kommunen und Bürgern sowie darüber, wie solche Projekte vor Ort organisiert und umgesetzt werden können.
QX: https://digital-cv.de/ueber-uns/
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Schmierstoffe: Der unterschätzte Hebel für Energieeffizienz in der Industrie (E#124)
2026/07/02
Schmierstoffe stehen bei den wenigsten Energiemanagern auf dem Radar – dabei steckt darin ein Energieeffizienz-Hebel, der sich oft schon nach wenigen Monaten amortisiert. In dieser Folge spricht Ilan mit Marcel Liß, Energy Efficiency Ambassador bei Klüber Lubrication, über den Wechsel auf energieeffiziente Schmierstoffe in Getrieben und Kompressoren: von einer Zementmühle, die dadurch über 107.000 € und rund 300 Tonnen CO2 pro Jahr einspart, bis zu einem Bahnbetreiber, der seine Ölwechselintervalle von 250.000 auf fast eine Million Kilometer strecken konnte. Es geht um TÜV-zertifizierte Messmethoden, das Zusammenspiel aus Reibung, Verschleiß und Stromverbrauch – und darum, warum Schmierstoffe in kaum einem Energieaudit auftauchen, obwohl sie es sollten.
Was bleibt von der Wasserstoff Euphorie (E#123)
2026/06/26
In dieser Folge sprechen wir mit Ove Petersen von GP Joule über die Entwicklung der Energiewende seit unserem letzten Gespräch vor vier Jahren. Wir ordnen ein, wie sich die Stimmung im Markt verändert hat und warum die anfängliche Wasserstoff-Euphorie inzwischen deutlich zurückgegangen ist. Trotzdem sehen wir weiterhin Potenzial für erneuerbare Energien und für Wasserstoff in bestimmten Bereichen.
Wir beschreiben, was GP Joule heute macht: Entwicklung, Bau und Betrieb von Solar- und Windprojekten sowie Aktivitäten in Wärme, E-Mobilität, Speichern und Beratung. Außerdem sprechen wir über unsere Aktivitäten in Deutschland, Italien, Frankreich und Irland. Dabei geht es auch um Rechenzentren, die zunehmend mit erneuerbaren Energien versorgt werden sollen, oft in Kombination mit Batterien und Backup-Lösungen.
Ein großer Teil der Folge dreht sich um Wasserstoff. Wir erklären, warum der Hochlauf bisher nicht so gekommen ist wie erwartet: vor allem wegen komplizierter Regulierung, fehlender Investitionen in Infrastruktur und der Unsicherheit für Investoren. Gleichzeitig halten wir Wasserstoff in Industrie, Landwirtschaft und bei bestimmten Kraftstoffen weiter für wichtig, besonders dort, wo Elektrifizierung nicht gut funktioniert.
Wir sprechen auch über Batterien, Elektrolyseure und die Rolle von flexiblen Stromsystemen. Dabei wird klar, dass Batterien inzwischen günstiger geworden sind und viele Anwendungen übernommen haben, während Wasserstoff eher für andere Aufgaben gebraucht wird. Am Ende geht es noch um Netze, Netzausbau und um die Frage, welche politischen Entscheidungen die Energiewende eher bremsen oder beschleunigen.
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Direct Air Capture aus Berlin-Marzahn - Florian Tiller (Ucaneo) über CO2 als Rohstoff der Zukunft (E#122)
2026/06/12
In dieser Folge ist Ilan zu Gast bei Ucaneo in Berlin-Marzahn, am Schwarze-Pumpe-Weg, wo gerade die größte Direct-Air-Capture-Anlage Deutschlands entsteht. Ilan spricht mit Florian, Mitgründer und Geschäftsführer von Ucaneo, über eine Technologie, die CO2 direkt aus der Luft filtert, inspiriert von der menschlichen Lunge.
Statt klassischer hitzebasierter Verfahren setzt Ucaneo auf einen elektrochemischen Prozess, der über 50 Prozent energieeffizienter arbeitet und sich flexibel an erneuerbare Energien anpassen lässt. Wir sprechen darüber, wie Florian und seine Mitgründerin Carla mit 15.000 Euro Eigenkapital und Aquarienpumpen im Labor gestartet sind, in zwei Monaten 1,3 Millionen Euro eingesammelt haben und heute mit 27 Leuten und 17 Millionen Euro Risikokapital eine komplett neue Industrie aufbauen.
Themen der Folge:
Wie elektrochemische DAC-Technologie funktioniert und warum sie so effizient ist
Warum Ucaneo Anfang 2023 die komplette Technologie umstellen musste
Wie der CO2-Markt funktioniert: freiwillige Zertifikate, EU-ETS und Contracts for Differences
Warum CO2 in Zukunft ein knapper Rohstoff werden könnte
Use Cases von Zement über Bier bis zu synthetischen Treibstoffen
Zusammenarbeit mit der Öl- und Gasindustrie und wie das Team damit umgeht
Integration von DAC-Anlagen in den Strommarkt als flexible Last
Politische Hebel: warum DAC in den EU-ETS gehört
Wie man als Gründer sane bleibt
Am 2. Juli eröffnet Ucaneo die Anlage in Berlin-Marzahn inklusive CO2 Store of the Future.
Mehr zu Ucaneo:
https://ucaneo.com
Kontakt:
[email protected]
Querverweise:
Folge 39 mit Benjamin Schulz (Carbon Removal Partners), Ucaneos erstem Investor
Folge 49 mit Stefan Permin (Universal Cell) zum Thema Batteriespeicher
Die Wärmewende im Bestand (E#121)
2026/06/08
In dieser Folge sprechen wir mit Dr. Christoph Holzmann, Geschäftsführer von &Ensa. Wir ordnen ein, wie wir als Generalplanungsunternehmen die energetische Sanierung von Wohngebäuden als One-Stop-Shop begleiten und damit einen Beitrag zur Dekarbonisierung des Gebäudebestands leisten wollen.
Wir sprechen über Christophs Weg von der Konzernwelt in ein Start-up. Er erklärt, warum ihn die Verbindung aus Betriebswirtschaft, Technologie und Nachhaltigkeit zu &Ensa geführt hat und weshalb er den Wechsel als Möglichkeit sieht, schneller und direkter etwas zu bewegen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie energetische Sanierung praktisch abläuft. Wir beschreiben die drei Phasen Analyse, Generalplanung und Umsetzung und erklären, wie wir dabei Architekten, Energieberater, technische Gebäudeausrüstung und weitere Fachdisziplinen zusammenbringen, um Eigentümer und Bestandshalter durch den gesamten Prozess zu begleiten.
Außerdem geht es um die Unterschiede zwischen Konzern und Start-up. Christoph schildert, warum Entscheidungen in einem kleineren Unternehmen schneller getroffen werden können, welche Rolle Technologie und Digitalisierung spielen und weshalb er sie im Gebäudebereich als oft unterschätzt beschreibt.
Wir sprechen auch über Marktbedingungen, Regulierung und die große Sanierungslücke im deutschen Gebäudebestand. Dabei geht es um Fachkräftemangel, Finanzierung, Förderungen, regionale Unterschiede und die Frage, wie wir mit begrenzten Kapazitäten dennoch mehr Gebäude energetisch modernisieren können.
Energiewende unter Druck (E#120)
2026/06/02
In dieser Folge sprechen wir mit Torsten Levsen, CEO von Denker Wulf, zum dritten Mal im Podcast über den aktuellen Stand der Energiewende. Wir ordnen ein, wie sich die politische und wirtschaftliche Stimmung im Vergleich zu früher verändert hat und warum die Debatte aus seiner Sicht zunehmend gegen erneuerbare Energien gerichtet wird.
Wir diskutieren die politische Rahmensetzung unter anderem mit Blick auf Katharina Reiche und die neuen Regeln für Netzanschluss, Redispatch und zusätzliche Gebühren. Torsten erklärt, dass erneuerbare Projekte zwar günstige Primärenergie liefern, aber durch Systemkosten, Netzgebühren und regulatorische Vorgaben stark unter Druck geraten. Er warnt davor, dass dadurch wichtige Investitionen ausgebremst werden.
Ein weiteres Thema ist die fehlende langfristige Vision für Deutschland. Wir sprechen darüber, dass es aus seiner Sicht keine klare Strategie für 2030, 2040 oder 2050 gibt und dass stattdessen immer wieder kurzfristige Entscheidungen getroffen werden. Dabei geht es auch um die Rolle von Gas, die er kritisch sieht, sowie um die Frage, ob Deutschland mit 20 Gigawatt zusätzlicher Gaskraftwerksleistung in die falsche Richtung steuert.
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Smartmeter für Alle! Björn Waide (E#119)
2026/05/30
In dieser Episode sprechen wir mit Björn Waide über seinen Weg aus dem Digital- und E-Commerce-Umfeld in die Energiewirtschaft. Er beschreibt, wie er bei Enercity beziehungsweise LyncTech gelandet ist und warum ihn Themen reizen, bei denen digitale Lösungen bisher unangenehme oder komplexe Prozesse vereinfachen sollen. Enercity wird als großes Stadtwerk mit Netzbetrieb, Strom-, Gas- und Wärmethemen beschrieben, das stark in erneuerbare Energien, Wärmewende und digitale Kundenschnittstellen investiert. LyncTech versteht sich dabei nicht als interne IT, sondern als Produktanbieter mit eigenem Software-Stack und eigenen Kunden außerhalb von Enercity.
Ein Schwerpunkt ist SmartMeter.Now. Die Plattform soll den Smart-Meter-Rollout vereinfachen, indem Kundinnen und Kunden über wenige Angaben wie Foto vom Zählerschrank und letzter Rechnung identifiziert werden. Danach wird der zuständige Messstellenbetreiber kontaktiert und bei Bedarf an wettbewerbliche Anbieter weitergeleitet, damit der Einbau innerhalb weniger Wochen möglich wird.
Wir sprechen auch über die Gründe für den langsamen Smart-Meter-Ausbau in Deutschland. Björn nennt vor allem regulatorische Komplexität, zusätzliche Sicherheitsanforderungen und fehlende Anreize für Messstellenbetreiber. Ein Smart Meter ist aus seiner Sicht nur ein Baustein, weil dynamische Tarife und passende digitale Angebote ebenfalls vorhanden sein müssen.
Ein weiteres Thema ist die Modernisierung der Stadtwerke-IT. Viele Unternehmen hätten konkrete Pläne, würden aber von veralteten Systemen, laufenden Transformationsprojekten und hohen Kosten gebremst. Björn sieht deshalb mehr Digitalisierung, Automatisierung und stärkere Kooperationen als nötig an, damit Stadtwerke künftig ihre Kunden besser betreuen und ihre Rolle als Energiemanager ausbauen können.
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Energiemärkte im Aufruhr – Energiefrühstück live von der OMR (E#118)
2026/05/11
In dieser Sonderfolge der Energiezone richten wir unser Augenmerk auf die ganz aktuellen Herausforderungen und Chancen, die die Energiewende prägen, live aufgenommen beim fünften Energiefrühstück auf der Dachterrasse der OMR in Hamburg. Unsere zwei starken Gäste, Karl Wuppermann von Citadel Flexpower und Torge Larsen von Encentive, teilen ihre tiefgreifenden Einsichten, speziell zur Flexibilität auf den Energiemärkten.
Der Gastgeber Benjamin Minack von RYSM gibt einen Einblick in die Entwicklung der Energiefrühstücke, die mittlerweile eine kleine Tradition geworden sind. Hier werden nicht nur Branchenakteure zusammengebracht, sondern auch wertvolle Informationen zu Energiewende und Marktentwicklungen ausgetauscht. Er bringt hervor, wie wichtig es ist, die Energiewende nicht nur fachlich tiefgehend zu diskutieren, sondern auch in verständlichen Begriffen zu erklären, um eine breitere Akzeptanz zu schaffen.
Die Episode zielt darauf ab, die aktuelle Marktsituation zu beleuchten, die durch geopolitische Krisen wie die Iran-Krise und deren Auswirkungen auf Öl- und Gaspreise dramatische Volatilitäten hervorrufen. Karl von FlexPower spricht über die Bedeutung von Flexibilität im Trading und erklärt, wie sein Unternehmen erneuerbare Energiequellen besser in den Markt integrieren kann. Er hebt die Wichtigkeit von flexibler Stromnutzung durch Unternehmen hervor, um auf plötzliche Preisänderungen schnell reagieren zu können.
Torge von Encentive hingegen widmet sich der technischen Flexibilisierung industrieller Verbraucher. Er erläutert, wie Unternehmen durch modulares Energiemanagement und marktgerechte Anpassungen ihrer Produktionsprozesse nicht nur ihre Energiekosten optimieren, sondern auch signifikante Wettbewerbsvorteile erlangen können. Dabei veranschaulicht er mit Grafiken die jüngsten Preisschwankungen und das immense Potenzial, das Unternehmen durch eine flexible Reaktion auf volatiles Preisangebot nutzen können.
Die Diskussion umfasst Fragen zur Verfügbarkeit und Handlungsfähigkeit von Industriekunden in Zeiten von Preisfluktuationen sowie die Herausforderungen, die damit einhergehen. Beide Experten betonen die Notwendigkeit, Transparenz in den Energieprozessen zu schaffen und präsentieren verschiedene Strategien, wie Unternehmen diese Flexibilitäten aktiv nutzen können. Zudem wird die Bedeutung von standardisierten Power Purchase Agreements (PPAs) thematisiert, die eine neue Dynamik in den Märkten ermöglichen.
Abgerundet wird die Episode durch einen offenen Austausch mit dem Publikum, der vielfältige Fragen zu aktuellen Trends und Entwicklungen in der Energiebranche beantwortet. Hierbei kommt die Herausforderung zur Sprache, wie traditionelle Unternehmen sich an den dynamischen Energiemarkt anpassen können. Die Gespräche verdeutlichen das Potenzial, dass durch innovative Ansätze in der Flexibilität und strategischen Energieeinkauf sowohl für Erzeuger als auch Verbraucher große Vorteile erlangt werden können.
Insgesamt vermittelt diese Episode reichhaltige Einblicke in die aktuellen Entwicklungen der Energiewende und deren Auswirkungen auf den Energiemarkt und betont die entscheidende Rolle der Flexibilität für Unternehmen, um erfolgreich in dieser dynamischen Landschaft zu navigieren.
00:00:00 Willkommen in der Energiezone
00:00:46 Einblicke in die Energiewende
00:06:58 Flexibilität und Energiemärkte
00:12:29 Impulsvorträge von Experten
00:18:38 Technische Flexibilisierung in der Industrie
00:19:08 Interaktive Fragerunde
00:31:57 Herausforderungen der Flexibilität
00:34:13 Nachfrage und Marktveränderungen
00:48:42 Effizienz im Energiemanagement
00:53:52 Abschluss und Dankeschön
mit Henning Lustermann: Die stille Revolution unter unseren Städten (E#117)
2026/05/01
In dieser Episode sprechen wir mit Henning Lustermann, Verantwortlicher Sales Plattform Deutschland von GETEC, einem führenden Energiecontractor in Europa, über die Transformation des Unternehmens und die Zukunft der Energieversorgung. GETEC hat sich von den Anfängen in den 90er Jahren mit Braunkohle-Staubanlagen zu einem spezialisierten Anbieter von nachhaltigen Energie- und Infrastrukturlösungen gewandelt. Wir tauchen tief in die Welt des Contractings ein und beleuchten, warum dieses Geschäftsmodell in der heutigen Zeit so relevant ist.
Henning erklärt, dass Contracting mehr ist als nur das Anmieten von Energieanlagen. GETEC investiert in Infrastruktur- und Energielösungen, die langfristige Partnerschaften mit Kunden ermöglichen. Dies geschieht durch maßgeschneiderte Verträge, die den Kunden eine zuverlässige und kosteneffiziente Energieversorgung gewährleisten. Ziel ist es, den Fokus auf nachhaltige Energieströme zu legen, insbesondere durch die Kombination von erneuerbaren Energien und Abwärmenutzung.
Ein zentrales Projekt, das wir diskutieren, ist die CO2-neutrale Energieversorgung des Forschungscampus in Garching bei München. Hier nutzt GETEC die Abwärme von einem Datacenter und verbindet diese mit Tiefengeothermie sowie innovativen Wärmepumpen. Damit sollen jährlich viele zig tausende Tonnen CO2 eingespart werden. Henning betont die Bedeutung solcher Projekte für die zukünftige Energiewende und stellt fest, dass Datacenter eine Schlüsselrolle als "Heizzentralen" des nächsten Jahrzehnts spielen werden.
Wir werfen auch einen Blick auf die kommunale Wärmewende. GETEC hat über 400 Wärmenetze in Deutschland und plant, kleinere Stadtwerke bei der Dekarbonisierung zu unterstützen. Henning erklärt, dass die Herausforderung darin besteht, Kommunen mit wenig Know-how und Kapital zu helfen, ihre Wärmepläne umzusetzen. GETEC möchte hier als Partner auftreten und sowohl finanzielles als auch technisches Know-how bereitstellen, um die Wärmewende voranzutreiben.
Zusammenfassend ziehen wir drei zentrale Erkenntnisse aus dem Gespräch: Contracting als nachhaltige Lösung gewinnt in der Energieversorgung an Bedeutung. Innovative Projekte wie in Garching zeigen, dass zukunftsweisende Ansätze auch gleichzeitig ökologisch und ökonomisch sinnvoll sein können. Und letztlich bleibt die Zusammenarbeit mit Kommunen ein entscheidender Faktor zur Erreichung der Klimaziele.
Alternative Fakten mit Katharina Reiche E#116
2026/04/23
In dieser Episode des Energiezone-Podcasts dreht sich alles um aktuelle Themen der Energiepolitik und den Einfluss der Ministerin Katharina Reiche auf die Energiewende in Deutschland. Mit einem kritischen Blick analysieren wir ihren jüngsten FAZ-Gastbeitrag, der großen Unmut in der Öffentlichkeit erzeugt hat. Besonders wird ihre vermeintliche Verbreitung von Mythen zur Energiewende thematisiert. Es gilt, ihre Aussagen über die Abdeckung des Energieverbrauchs durch erneuerbare Energien zu hinterfragen, denn sie lässt wichtige Fakten aus und zitiert Zahlen, die Panik und Unsicherheiten schüren.
Wir tauchen tief in die Zahlen und Argumentationen ein, vergleichen die hohen Strompreise in Deutschland und deren Ursachen, und beleuchten die Rolle fossiler Brennstoffe, die maßgeblich zur Erhöhung der Preise beitragen. Dabei werden sowohl private als auch industrielle Rahmenverträge betrachtet, um ein Bild davon zu zeichnen, welche Preismodelle aktuell am vorteilhaftesten sind. Zudem kommen auch die Probleme des Netzausbaus zur Sprache, die im Zusammenhang mit den steigenden Systemkosten stehen.
Ein weiterer Punkt sind die Innovationen im Bereich der Energiespeichertechnologien. Hierbei wird deutlich, wie wichtig Batteriespeicher in der zukünftigen Energielandschaft sind und wie sie den Systemkosten positiv beeinflussen können. Wir kritisieren die Ministerin scharf dafür, dass ihre Lobbyarbeit gegen neueste Technologien gerichtet ist und somit die Energiewende gefährdet.
FAZ: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/katherina-reiche-jetzt-ist-zeit-fuer-ernsthafte-energiepolitik-accg-200707552.html
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Bis zu 80% Stromkosten sparen: Warum gewerbliches Smart Charging für E-Flotten der absolute Gamechanger ist E#115
2026/04/12
In dieser Folge der Energiezone sprechen wir mit Claudio, einem innovativen Unternehmer und Gründer von Ridergy. Wir befinden uns im DENA Future Energy Lab in Berlin, einem inspirierenden Ort für Startups, die sich mit der Energiewende befassen. Claudio gibt uns Einblicke in seine Reise durch die Welt der Elektromobilität und Energiewirtschaft, angefangen von seinen frühen Erfahrungen bis hin zu seinen aktuellen Projekten.
Wir erfahren, wie Claudio trotz technischer Pannen und Herausforderungen stets motiviert bleibt, die Energiewende voranzutreiben. Er teilt seine Erfahrungen und die Herausforderungen, denen sich Startups im Energiesektor stellen müssen, von regulatorischen Hürden bis hin zu der Notwendigkeit, innovative Lösungen für die Herausforderungen der Elektromobilität zu finden. Claudio spricht über die Bedeutung von Flexibilität in der Energieerzeugung und -nutzung und wie Ridergy aktiv an intelligenten Ladelösungen arbeitet, um Unternehmen bei der Elektrifizierung ihrer Flotten zu helfen.
Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Rolle von Ridergy im Bereich des Energiemanagements. Claudio beschreibt die Softwarelösungen, die das Unternehmen anbietet, um die Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen effizient zu steuern und Kosten zu optimieren. Die Diskussion führt uns auch zu den Herausforderungen, die die Branche hinsichtlich der Verbraucherakzeptanz von Elektromobilität und den immer noch hohen Batteriekosten hat, während Claudio optimistisch bleibt, dass sich die Situation bald verbessern wird.
Das Gespräch umfasst auch Claudios erste Erfahrungen mit Elektromobilitätsprojekten in China, wo er an der Schnittstelle von Innovation und Technologie arbeitet. Er hebt hervor, wie wichtig es ist, von den Fortschritten in China zu lernen und dass die dortige Energiewende vor allem durch pragmatisches Handeln und Unternehmergeist geprägt ist. Claudio reflektiert auch über die Unterschiede zwischen den regulatorischen Umgebungen in Europa und China und diskutiert, wie Europa seine Innovationskraft bewahren und gleichzeitig von den dynamischen Entwicklungen in anderen Märkten profitieren kann.
Abschließend werfen wir einen Blick in die Zukunft von Ridergy und Cladio’s Pläne, weiterhin aktiv an der Gestaltung der Energiewende teilzuhaben und innovative Partnerschaften zu entwickeln. Dieses Gespräch ist eine inspirierende Reise durch die Herausforderungen und Chancen der Energiebranche, die zeigt, dass es trotz aller Hürden möglich ist, mit Kreativität und Entschlossenheit positive Veränderungen herbeizuführen.
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Jannis Lange (E.ON EIS): 18 Monate Bauzeit vs. 15 Jahre Netzausbau: Scheitert der KI-Boom am Stromnetz? E#114
2026/04/06
In dieser Episode der Energiezone sprechen wir mit Jannis Lange, dem Global Lead Data Center Solutions bei E.ON Energy Infrastructure Solutions. In diesem Gespräch geht es um die komplexe Beziehung zwischen Rechenzentren, Energieerzeugung und der strategischen Infrastruktur in Deutschland. Während die Diskussion um Künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste zurzeit boomt, beleuchten wir die enormen Energiebedarfe, die mit diesen Technologien verbunden sind, und die Herausforderungen, die der langsame Netzausbau mit sich bringt.
Jannis erklärt, wie es zu einem signifikanten zeitlichen Ungleichgewicht zwischen dem Bau von Rechenzentren und dem Ausbau der notwendigen Infrastruktur kommt. Während neue Rechenzentren in 18 bis 24 Monaten entstehen, benötigen die erforderlichen Netzausbaumaßnahmen oft bis zu 15 Jahre. Diese Diskrepanz führt zu entscheidenden Fragen darüber, wie Deutschland seine digitale und energiepolitische Zukunft gestalten kann.
In unserem Gespräch bietet Jannis eine interessante Perspektive, warum der Ansatz der Onsite-Gaskraftwerke, wie ihn viele US-amerikanische Betreiber verfolgen, nicht ohne Weiteres auf Europa übertragbar ist. Zudem sorgt Jannis’ Vergleich von Rechenzentren mit "intelligenten Toastern", die große Mengen Abwärme erzeugen, für einige spannende Aha-Momente. Wiederholt betont er die Notwendigkeit, diese Abwärme sinnvoll zu nutzen und erklärt, warum es nicht so einfach ist, integrierte Wärmenetze zu schaffen, wenn die Abwärme-Temperaturen in Rechenzentren relativ niedrig sind.
Ein weiteres zentraler Punkt der Diskussion ist die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Rechenzentren und Energieversorgern. Jannis beleuchtet die Herausforderungen, die aus unterschiedlichen Interessen und regulatorischen Vorgaben entstehen, und fordert mehr Transparenz und den Willen zum Teamplay in der Branche. Angesichts der Herausforderungen, die mit dem Ausbau von Rechenzentren und der Übergabe von Abwärme entstehen, erkennen wir die Wichtigkeit des integrativen Denkens, um digitale Infrastrukturen nachhaltig zu gestalten.
Zum Abschluss des Gesprächs unterstreicht Jannis die Dringlichkeit, lokale Energieerzeugung und Abwärmenutzung als essentielle Bestandteile der zukünftigen Strategie betrachtet werden müssen und gibt Einblicke, wie sich E.ON auf die schnellen Veränderungen und die Ansprüche in der Branche einstellt. Seine pragmatische Herangehensweise zeigt, wie wichtig es ist, im digitalen Zeitalter effizient und flexibel zu agieren.
Diese Episode ist eine Einladung an die Branche, aktiver über Lösungsmöglichkeiten nachzudenken und sich an der Weiterentwicklung von Rechenzentren zur Optimierung des Energieverbrauchs und der Ressourcennutzung zu beteiligen.
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