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Legal Tech Verzeichnis - Legal Tech & Legal KI Talk

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Dieser Podcast hat
54 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
Patrick Prior
Explizit
Nein
Erstellt am
2024/04/11
Neueste Episode
2026/10/16
Durchschnittsdauer
36 min.
Veröffentlichungsintervall
23 Tage

Beschreibung

Der Legal Tech Verzeichnis - Legal Tech & Legal KI Talk erscheint zweimal monatlich. Gastgeber und LTV Herausgeber Patrick Prior spricht mit verschiedenen Gästen aus der Rechtsbranche zu Legal Tech Themen und zur Entwicklung der Künstlichen Intelligenz im Rechtsbereich.

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Mandatsakquise im Web: Was KI und Plattformen für Kanzleien verändern
2026/10/16
Interview mit Adrian Zierer, Geschäftsführer und Chief Growth Officer der LexAid GmbH, zum Thema „Mandatsakquise verschiebt sich ins Web und was KI damit zu tun hat“. Die wichtigsten Erkenntnisse lauten: 1. Mandatsakquise verlagert sich zunehmend ins Internet Immer mehr Menschen suchen ihren Anwalt online statt über persönliche Empfehlungen. Spezialisierte Plattformen gewinnen dabei an Bedeutung und können durch größere Reichweite und gebündeltes Marketing Mandanten effizienter erreichen als einzelne Kanzleien. 2. KI revolutioniert die Mandantengewinnung KI-Systeme können rechtliche Anliegen durch gezielte Rückfragen analysieren, relevante Dokumente erfassen und Mandatsanfragen vorqualifizieren. Anwälte erhalten dadurch besser vorbereitete Fälle, sparen Zeit bei der Erstberatung und können sich stärker auf ihre juristische Arbeit konzentrieren. 3. Sichtbarkeit in KI-Suchmaschinen wird entscheidend Klassische Suchmaschinenoptimierung (SEO) allein reicht künftig möglicherweise nicht mehr aus. Kanzleien müssen zunehmend auch in KI-Systemen wie ChatGPT und Google Gemini sichtbar sein. Vertrauenswürdige Marken, hochwertige Inhalte und spezialisierte Plattformen können dabei einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bieten. 4. KI ersetzt den Anwalt nicht, verändert aber seine Rolle Während KI erste Rechtsanalysen erstellen und Routineaufgaben übernehmen kann, bleibt die anwaltliche Vertretung insbesondere bei gerichtlichen Verfahren unverzichtbar. Zukünftig werden die Auswahl geeigneter Anwälte, die Qualitätssicherung und der nahtlose Übergang von der KI-Analyse zur persönlichen Rechtsberatung immer wichtiger. 5. KI verändert Kanzleihonorare und Mandantenerwartungen Durch KI können Anwälte viele Aufgaben schneller erledigen. Gleichzeitig erwarten Mandanten mehr Transparenz darüber, wie KI eingesetzt wird und welche Leistungen tatsächlich erbracht werden. Im Podcast wird kontrovers diskutiert, ob deshalb Festpreise an Bedeutung gewinnen oder die klassische Stundenabrechnung weiterhin bestehen bleibt.
Warum Immigration-Tech-Tools im Migrationsrecht nicht funktionieren
2026/09/24
Interview mit Mirko Vorreuter, Fachanwalt für Migrationsrecht von Visaguard, zum Thema „Warum Immigration-Tech-Tools im Migrationsrecht nicht funktionieren“. Die wichtigsten Erkenntnisse lauten: 1. Immigration-Tech automatisiert vor allem die einfachen Teile – nicht die eigentliche anwaltliche Arbeit Viele Immigration-Tech-Tools setzen bei Formularen, Dokumentenmanagement, Datenerfassung und Datenübertragung an. Das funktioniert besonders gut bei standardisierten und unkomplizierten Visumsfällen. In der anwaltlichen Praxis landen jedoch häufig gerade die schwierigen Fälle, bei denen individuelle Probleme gelöst werden müssen. 2. Der größte Teil der Arbeit besteht aus Kommunikation und Beratung Mirko Vorreuther schätzt, dass rund 80 Prozent seiner Arbeit aus Beratung und Kommunikation bestehen – mit Mandanten, Arbeitgebern, Botschaften, Ausländerbehörden, der Bundesagentur für Arbeit oder Gerichten. Entscheidend sind dabei nicht nur Informationen, sondern auch Strategie, Risikoeinschätzung, Erfahrung und teilweise emotionaler Beistand. 3. KI kann Routinekommunikation übernehmen – stößt aber bei Einzelfällen schnell an Grenzen Standardisierte Abläufe wie Dokumentenanforderungen, Weiterleitungen oder wiederkehrende E-Mails lassen sich durchaus automatisieren. Problematisch wird es, sobald ein Fall von der Norm abweicht und individuelle Lösungen gefunden werden müssen. Genau hier stoßen heutige Immigration-Tech-Tools und KI-Systeme schnell an ihre Grenzen. 4. Ein Kernproblem im Migrationsrecht ist das gegenseitige Verständnis Viele Schwierigkeiten entstehen dadurch, dass Antragsteller und Behörden aneinander vorbeireden. Ausländische Antragsteller kennen das deutsche Verwaltungssystem häufig nicht oder sprechen kein Deutsch, während Behörden teilweise stark ausgelastet sind. Anwälte übernehmen deshalb oft eine Art Übersetzungsfunktion zwischen Behörde und Mandant. Gerade hier könnte spezialisierte KI künftig einen großen Nutzen haben. 5. KI verändert auch das Kanzleimarketing grundlegend VisaGuard nutzt generative KI besonders stark bei Content-Produktion und Marketing. Klassisches SEO verliert an Bedeutung, weil Nutzer Informationen zunehmend direkt über ChatGPT, Gemini oder andere KI-Systeme erhalten. Für Kanzleien wird deshalb wichtiger, von Sprachmodellen als relevante Quelle und als Experte für bestimmte Fälle wahrgenommen zu werden.
KI-gestützte juristische Recherche
2026/08/18
Interview mit Paul Permantier, Gründer von LexGraph, zum Thema "KI-gestützte juristische Recherche". Die wichtigsten Erkenntnisse lauten: 1. KI braucht hochwertigen juristischen Kontext Allgemeine Sprachmodelle sind für komplexe Fragen des deutschen Rechts allein nicht zuverlässig genug. Deshalb werden sie gezielt mit Informationen aus Urteilen, Gesetzen und anderen juristischen Primärquellen versorgt. 2. Ein Wissensgraph vernetzt juristische Informationen Aus über einer Million Urteilen werden relevante Definitionen, Auslegungen und Argumente extrahiert und mit anderen Urteilen und Rechtsnormen verbunden. So kann die KI rechtliche Zusammenhänge besser erkennen. 3. Der größte Nutzen liegt in Zeitersparnis und höherer Verlässlichkeit Statt zahlreiche Entscheidungen selbst zu suchen und auszuwerten, übernimmt die KI einen großen Teil der Recherche. Die Verknüpfung mit Primärquellen soll außerdem Halluzinationen reduzieren und Ergebnisse nachvollziehbarer machen. 4. Die Qualität juristischer KI lässt sich messen Lexgraph untersucht beispielsweise, ob eine KI die relevanten Normen und juristischen Informationen tatsächlich findet. Im Podcast wird für einen Benchmark mit Gemini 3.1 Pro von einer Reduktion der Fehlerrate um 60 Prozent durch den zusätzlichen juristischen Kontext berichtet. 5. KI wird Anwälte eher verändern als ersetzen Die These des Podcasts ist, dass deutlich mehr juristische Arbeit automatisiert wird, während menschliche Beratung, Einschätzung und Vertrauen wichtig bleiben. Die zugespitzte Prognose lautet: Die Kanzlei von morgen wird zunehmend ein Legal-Tech-Unternehmen sein.
Wie sich juristische Dienstleistung als digitale Infrastruktur skalieren lässt
2026/07/16
Interview mit Bork Morfaw, Rechtsanwalt und Gründer von nu:legal, zum Thema „Wie sich juristische Dienstleistung als digitale Infrastruktur skalieren lässt„. Die wichtigsten Erkenntnisse lauten: 1. Juristische Dienstleistungen werden durch KI skalierbar KI ermöglicht es erstmals, juristische Expertise nicht nur über abrechenbare Stunden, sondern als digitale, skalierbare Infrastruktur bereitzustellen. Dadurch können deutlich mehr Mandanten mit demselben Personaleinsatz betreut werden. 2. Das Stundenmodell wird durch Festpreise ergänzt Das klassische Stundenhonorar bleibt bestehen, wird aber zunehmend durch Festpreismodelle ergänzt. KI macht den Aufwand besser kalkulierbar und schafft damit die Grundlage für transparente und wirtschaftlich attraktive Pauschalpreise. 3. Der größte Mehrwert liegt in der Automatisierung des gesamten Arbeitsprozesses. KI soll nicht nur juristische Texte erstellen, sondern den gesamten Workflow unterstützen – von der Informationsaufnahme über die Aufwandsschätzung bis hin zur Erstellung erster Entwürfe. So entstehen effizientere Arbeitsabläufe. 4. Anwälte werden nicht ersetzt, sondern ihre Rolle verändert sich Standardisierte und repetitive Aufgaben werden zunehmend automatisiert. Juristinnen und Juristen konzentrieren sich künftig stärker auf komplexe Fragestellungen, strategische Beratung und die Qualitätskontrolle der KI-Ergebnisse. 5. Die Zukunft gehört digitalen Rechtsservices statt reiner Beratung nach Zeit Kanzleien können ihr über Jahre aufgebautes Wissen in digitale Produkte und Services überführen. Wer juristische Expertise in skalierbare Prozesse übersetzt, schafft Wettbewerbsvorteile und neue Geschäftsmodelle.
Welche Fähigkeiten benötigen Jurist:innen in der Zukunft
2026/06/30
Gastgeber Dr. Daniel Halft (AnwaltsCampus) spricht mit Dr. Nadine Lilienthal zum Thema „Welche Fähigkeiten benötigen Jurist:innen in der Zukunft“. Dr. Lilienthal ist Rechtsanwältin, ehemalige Unternehmensjuristin, Head of Legal Expertise & Alliances DACH bei DiliTrust und Legal AI & Legal Innovation Expertin. Die wichtigsten Erkenntnisse lauten: 1. Fachliche Exzellenz bleibt entscheidend KI ersetzt juristische Expertise nicht, sondern macht sie noch wertvoller. Wer sich in einem Fachgebiet tief spezialisiert und Zusammenhänge ganzheitlich versteht, kann KI sinnvoll einsetzen und sich klar vom Wettbewerb abheben. 2. Neue Kompetenzen werden unverzichtbar Neben juristischem Wissen gewinnen der sichere Umgang mit KI, strategisches Denken, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen, zunehmend an Bedeutung. 3. Menschliche Stärken werden zum Wettbewerbsvorteil Kommunikation, Empathie und die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, werden wichtiger, weil Mandanten nicht nur rechtliche Lösungen, sondern auch Orientierung und Sicherheit erwarten. 4. KI-Potenziale werden noch zu wenig genutzt Viele Kanzleien und Rechtsabteilungen verfügen bereits über KI-Tools, schöpfen deren Möglichkeiten jedoch nicht aus, weil Wissen, Zeit oder passende Schulungen fehlen. 5. Kontinuierliche Weiterentwicklung ist entscheidend Wer bereit ist, eigenverantwortlich zu lernen, die eigenen Stärken auszubauen und sich an den Wandel anzupassen, wird in einer von KI geprägten Rechtswelt langfristig erfolgreich sein.
Die Rechtsabteilung als Anbieter von Produkten
2026/06/17
Interview mit Carsten Muth, General Counsel der ZEAL Network SE, zum Thema "Die Rechtsabteilung als Anbieter von Produkten".
Künstliche Intelligenz in der Rechtsbranche
2026/05/26
Gastgeber Dr. Daniel Halft (AnwaltsCampus) spricht mit Kilian Springer zum Thema "Künstliche Intelligenz in der Rechtsbranche". Kilian Springer ist KI-Experte, Head of Legal bei Distart, Buchautor ("KI in der Rechtspraxis") und Dozent. Neben dem Einsatz von großen Sprachmodellen in der Rechtsbranche wird speziell auch über KI-Agenten diskutiert.
Die Transformation von Rechtsabteilungen im KI-Zeitalter
2026/05/24
Interview mit Dr. Alexander Steinbrecher (Chefsyndikus der BVG in Berlin und Mitherausgeber des Handbuch Digitale Rechtsabteilung und des Buchs "Die Zukunft der Rechtsberatung") zum Thema "Die Transformation von Rechtsabteilungen im KI-Zeitalter".
Jahresstudie des Bucerius Legal Innovation Hub 2025/2026
2026/03/19
Dr. Florian Skupin, Executive Director Legal Technoloy an der Bucerius Law School, spricht mit Patrick Prior über die heute erschienene Jahresstudie des Bucerius Legal Innovation Hub 2025/2026 "LEGAL MARKET ECONOMICS".
Bundesverband der Wirtschaftskanzleien in Deutschland (BWD)
2026/02/12
In der aktuellen Folge des Legal Tech Verzeichnis Podcast interviewt LTV Herausgeber Patrick Prior den Rechtsanwalt und Vorstandssprecher des Bundesverbands der Wirtschaftskanzleien in Deutschland (BWD) Stefan Rizor, LL.M. (McGill), zur Tätigkeit des BWD. Folgende Punkte wurden besprochen: 1. Gründung und Zweck des BWD Der Bundesverband der Wirtschaftskanzleien in Deutschland (BWD) wurde aus der Erfahrung heraus gegründet, dass Wirtschaftskanzleien als Organisationen politisch kaum Gehör fanden – insbesondere sichtbar geworden durch die rechtlichen Probleme deutscher LLP-Kanzleien nach dem Brexit. Ziel ist es, eine gemeinsame, kompetente Stimme gegenüber Politik und Verwaltung zu sein. 2. Arbeitsweise: Kompetenz statt klassischem Lobbyismus Der BWD versteht sich nicht als reiner Lobbyverband, sondern als fachlich fundierter Ansprechpartner. Kritik an Gesetzesvorhaben wird stets mit konkreten Alternativvorschlägen verbunden. Diese konstruktive Herangehensweise hat zu schneller Akzeptanz in Ministerien geführt. 3. Justiz unter Druck – Bedarf an Digitalisierung und Effizienz Die deutsche Justiz leidet unter langen Verfahrensdauern, Überlastung und mangelnder Planbarkeit. Das führt dazu, dass Unternehmen zunehmend auf Schiedsverfahren ausweichen. Der BWD sieht hier dringenden Reformbedarf, insbesondere durch Digitalisierung und bessere Verfahrensorganisation. 4. Zentrale Rolle von KI und offenen Gerichtsentscheidungen Künstliche Intelligenz kann Justiz und Anwaltschaft deutlich effizienter machen – etwa durch Auswertung großer Mengen anonymisierter Urteile. Dafür ist ein deutlich besserer Zugang zu Gerichtsentscheidungen notwendig. Politisch fehlt bislang der ausreichende Wille, diese Daten flächendeckend bereitzustellen. 5. Wandel des Anwaltsberufs durch KI KI wird Anwälte nicht ersetzen, aber den Beruf stark verändern. Standardfälle werden zunehmend automatisiert, während komplexe, beratungsintensive Fälle wichtiger werden. Kanzleien, die KI nicht sinnvoll einsetzen, werden im Wettbewerb zurückfallen. Abrechnung, Haftung und Versicherungsfragen werden sich entsprechend anpassen.
Expert AI: Von der Akte zum fertigen Dokument – in einem Flow
2026/01/26
In der aktuellen Folge des Legal Tech Verzeichnis Podcast führt LTV Herausgeber Patrick Prior ein spannendes Interview mit Ralph Vonderstein, dem Geschäftsführer der Wolters Kluwer Legal Software Deutschland GmbH. Beide tauschen sich über das Thema "Expert AI: Von der Akte zum fertigen Dokument – in einem Flow" aus. Folgende Punkte wurden besprochen: 1. Vom Dokument zur Akte: KI muss ganze Fälle verstehen Der entscheidende Schritt von Document Chat zu Case Chat ist der Perspektivwechsel: Juristische Arbeit findet nicht auf Dokumentebene statt, sondern auf Fallebene. Case Chat analysiert komplette Akten mit hunderten oder tausenden Dokumenten und versteht den rechtlichen Gesamtzusammenhang. 2. Informationsüberlastung ist das Kernproblem moderner Kanzleien Anwält:innen managen heute keine Akten mehr, sondern massive Mengen unstrukturierter Informationen (E-Mails, Scans, Screenshots, PDFs). Case Chat adressiert genau diese Realität – nicht die idealisierte „Musterakte“. 3. Produktivität durch Integration statt Copy-Paste Der größte Mehrwert entsteht durch die tiefe Integration in die Kanzleisoftware: keine Dokumentenauswahl, kein Export/Import, kein manuelles Prompting. Die KI arbeitet direkt im bestehenden Workflow und liefert Ergebnisse fertig formatiert in Word inklusive Kanzlei-Layout. 4. Der Mensch bleibt verantwortlich – KI ersetzt Vorarbeit, nicht Urteilskraft Case Chat erstellt Schriftsatzentwürfe und Analysen, aber nichts wird automatisch versendet. Jurist:innen prüfen, korrigieren oder verwerfen die Vorschläge. Die KI spart vor allem mechanische, zeitintensive Vorarbeiten – nicht die juristische Verantwortung. 5. KI ist kein Luxus für Großkanzleien, sondern Überlebensfaktor für den Mittelstand Der Fokus liegt bewusst auf kleinen und mittelgroßen Kanzleien ohne eigene Legal-Tech-Teams. Vorgefertigte Prompts, einfache Aktivierung und geringe Einstiegshürden ermöglichen auch weniger tech-affinen Kanzleien einen realistischen Einstieg in KI – und sichern Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Mandanten mit eigenen KI-Voranalysen.
JUNE - KI-gestütztes Case Management & Legal Automation
2026/01/15
In der aktuellen Folge des Legal Tech Verzeichnis Podcast führt LTV Herausgeber Patrick Prior ein spannendes Interview mit Björn Frommer, Co-Gründer und CEO des Legal Tech und KI Softwareanbieters JUNE. Folgende Punkte wurden besprochen: 1. Tech-Motivation aus Praxisfrust June entstand aus der Erfahrung, dass bestehende Kanzleisoftware und Outsourcing-Modelle den operativen Anforderungen der juristischen Arbeit nicht gerecht wurden, wodurch der Aufbau eigener Technologie notwendig wurde. 2. Positionierung als Enterprise-Plattform June ist von Beginn an als professionelle, ganzheitliche Plattform für große juristische Organisationen konzipiert, mit Fokus auf Standards, Sicherheit, Datenschutz und langfristige Skalierbarkeit. 3. Use-Case statt Kanzleigröße Nicht die Größe der Kanzlei oder Rechtsabteilung ist entscheidend, sondern der konkrete Anwendungsfall. Klassische All-in-one-Kanzleisoftware wird als überholt angesehen. 4. Abgrenzung durch Daten- und Prozessfokus Der zentrale Mehrwert von June liegt in der systematischen Datenerhebung aus juristischer Kommunikation und der darauf aufbauenden Automatisierung kompletter Prozessketten. 5. Zukunftstrend: Agentische KI Der wichtigste technologische Trend sind autonome KI-Agenten und Multi-Agent-Systeme, die repetitive und komplexe Arbeitsabläufe selbstständig steuern, während Juristen sich auf hochwertige fachliche Arbeit konzentrieren.
Der große Legal Tech Jahresrückblick 2025
2025/12/29
Der große Legal Tech Jahresrückblick 2025 mit Stefan Schicker und Patrick Prior.
Vorsprung durch KI – Realitätscheck für die Rechtsabteilung
2025/12/17
In der aktuellen Folge des Legal Tech Verzeichnis Podcast führt LTV Herausgeber Patrick Prior ein Interview mit Evgenij Friederichs-Vaskevic. Er ist Sales Executive bei Wolters Kluwer und ist verantwortlich für Legal Software im DACH Bereich. Beide sprechen zum Thema "Vorsprung durch KI – Realitätscheck für die Rechtsabteilung". Folgende Punkte wurden dabei besprochen: 1. Aktueller Stand von KI in Rechtsabteilungen Rechtsabteilungen beschäftigen sich heute deutlich intensiver mit dem Thema KI als noch vor ein oder zwei Jahren. Während früher viele lediglich fragten, „Was kann eure KI überhaupt?“, existiert inzwischen ein spürbares Grundverständnis für Chancen und Grenzen. Dennoch kommt es weiterhin zu Enttäuschungen, weil generische KI-Modelle wie ChatGPT im juristischen Kontext halluzinieren oder unzuverlässig sind. Deshalb wächst das Bewusstsein, dass es spezialisierte, domänenspezifische KI benötigt, die auf juristische Anforderungen und Daten zugeschnitten ist. 2. Zentrale Use Cases: Vertragsprüfung, Dokumentenrecherche und Audits KI zeigt heute besonders dort Wirkung, wo große Datenmengen und repetitive Aufgaben anfallen. Bei der Vertragsprüfung kann KI Klauseln identifizieren, Verträge vergleichen und Zusammenfassungen erstellen, sodass Juristen sich auf die finale Prüfung konzentrieren können. Auch bei der Recherche in langen Dokumenten liefert KI schnelle Antworten auf juristische Fragestellungen, was insbesondere jungen oder fachfremden Mitarbeitenden hilft. In Contract Audits können hunderte oder tausende Verträge automatisiert nach bestimmten Kriterien analysiert werden, was vorher kaum in der geforderten Zeit leistbar war. Entscheidend bleibt jedoch der „Human in the Loop“, da Juristen die KI-Ergebnisse bewerten und final freigeben. 3. Risiken durch Schatten-KI und die Bedeutung sicherer, spezialisierter Systeme Viele Mitarbeitende nutzen aus Zeitdruck heraus ChatGPT oder ähnliche frei verfügbare Tools – oft ohne offizielle Freigabe und unter erheblichem Risiko für Datenschutz und Vertraulichkeit. Der Podcast betont daher die Notwendigkeit sicherer, europäischer und datenschutzkonformer KI-Systeme, die in die bestehende Rechtssoftware integriert sind. Domänenspezifische KI-Lösungen bieten verlässlicher nachvollziehbare Ergebnisse, da sie nur mit Unternehmens- und Rechtsdaten arbeiten und nicht unkontrolliert Informationen verarbeiten oder speichern. So wird verhindert, dass sensible Daten in externe, unbekannte Modelle gelangen. 4. Veränderungen der juristischen Rolle – KI als Entlastung, nicht als Ersatz KI wird die Arbeit von Unternehmensjuristen spürbar verändern, jedoch nicht kurzfristig ersetzen. Sie übernimmt monotone Tätigkeiten, steigert Effizienz und ermöglicht es Juristen, sich stärker auf komplexe, strategische oder risikorelevante Aufgaben zu konzentrieren. Gleichzeitig macht der Einsatz moderner Technologien die Rechtsabteilung attraktiver für Nachwuchskräfte, die nicht mehr mit Excel-Tabellen und manuellen Workflows arbeiten wollen. KI kann zudem dazu führen, dass Rechtsabteilungen weniger externe Kanzleien benötigen, weil sie intern eine breitere fachliche Abdeckung erreichen. 5. Voraussetzungen für erfolgreichen KI-Einsatz und Ausblick auf zukünftige Entwicklung Ein zentrales Fazit ist, dass KI nie ohne eine solide Grundlage funktioniert: strukturierte Daten, klare Prozesse und eine funktionierende Basissoftware sind unverzichtbar. Erst dann kann KI zuverlässig arbeiten und Fehler wie Halluzinationen vermeiden. Blickt man in die Zukunft, arbeiten Anbieter bereits an KI-Systemen, die plattformübergreifend funktionieren und komplexe Aufgaben wie KPI-Analysen, Prognosen oder automatische Vorbereitungen juristischer Antworten übernehmen können. Ziel ist, dass KI nicht nur reagiert, sondern proaktiv Informationen bereitstellt – ein großer Schritt hin zur strategisch denkenden, datengetriebenen Rechtsabteilung.
Die Dreiteilung des Anwaltsberufs in der Post-KI-Ära
2025/11/28
In der aktuellen Folge des Legal Tech Verzeichnis Podcast führt LTV Herausgeber Patrick Prior ein spannendes Interview mit Ioannis Martinis. Er ist Head of Innovation & Legal Tech bei Coop Rechtsschutz AG, Studiengangsleiter CAS Legal Tech an der HWZ Zürich und Lehrbeauftragter der Universität St.Gallen. Beide tauschen sich über das Thema "Die Dreiteilung des Anwaltsberufs in der Post-KI-Ära" aus. Folgende Punkte wurden dabei besprochen: 1. Die Post-KI-Ära Die Rechtsbranche bewegt sich in eine Phase, in der KI selbstverständlich in allen Systemen integriert ist. Der aktuelle KI-Hype wird einer langfristigen, schrittweisen Transformation weichen. 2. Die Trifurkation der Rechtsbranche Laut Ioannis Martinis wird sich die juristische Profession in drei zentrale Rollen aufteilen: Legal Engineer, Strategic Legal Advisor und Legal Validator – jede mit klar unterschiedlichen Aufgaben und Zukunftsperspektiven. 3. Das Ende des klassischen Generalistenanwalts Der traditionelle Generalist wird langfristig verschwinden, weil KI zwar viel liefert, aber Expert:innen weiterhin benötigt werden, um komplexe Inhalte korrekt zu prüfen und zu validieren. 4. KI als Chance und Risiko für den Zugang zum Recht KI verbessert den Zugang zu Basiswissen und einfachen Rechtsfragen, führt aber gleichzeitig zu einer stärkeren Zweiteilung zwischen Personen, die sich hochwertige Beratung leisten können, und solchen, die auf Self-Service-Lösungen angewiesen sind. 5. Notwendige Reform der juristischen Ausbildung und Modernisierung der Justiz Jurastudium und Weiterbildung müssen sich grundlegend an neue Rollen und KI-gestützte Arbeitsweisen anpassen. Gleichzeitig wird KI in der Justiz unvermeidlich werden, um massive Rückstände und Verfahrensverzögerungen zu reduzieren.

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