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Perspektiven

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Bewertung
★★★★★
5
von
1 Bewertungen
Dieser Podcast hat
51 Episoden
Sprache
German
Erstellt am
2006/04/24
Neueste Episode
2026/10/17
Durchschnittsdauer
29 min.
Veröffentlichungsintervall
7 Tage

Beschreibung

Perspektiven aufs Leben. Der wöchentliche Podcast von SRF Kultur rund um Religion, Spiritualität und Ethik. Hier haben Glaube, Zweifel und Hoffnung Platz. Wir erzählen, erklären, debattieren und sinnieren. Immer nah am Menschen und den grossen Fragen auf der Spur.

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Daoismus heute: Was wir von Zhuangzi über Gelassenheit lernen (W)
2026/10/17
«Der Weg entsteht, indem er gegangen wird» – das ist einer der vielen Sinnsprüche des chinesischen Gelehrten Zhuangzi, der vor rund 2400 Jahren daoistische Texte weiterentwickelt hat. Das Buch «Zhuangzi besser verstehen» zeigt, wie hilfreich die Lehren des Dao heute sein können. Der Daoismus ist neben dem Konfuzianismus und dem Buddhismus eine der drei grossen Lehren, die China massgeblich geprägt haben. Im Zentrum des Daoismus steht die Idee eines allumfassenden Wirkprinzips, das die Geschicke des Universums lenkt. Gleichzeitig dient das «Dao» – zu Deutsch «der grosse Weg» – auch als Anleitung für ein gelingendes und langes Leben. Der Ursprung des Dao liegt über 2500 Jahre zurück und wird dem chinesischen Gelehrten Laotse zugeschrieben, der der Legende nach Weisheiten im sogenannten «Daodejing», der Gründungsschrift des Daoismus, gesammelt haben soll. Rund hundert Jahre nach Laotse taucht der chinesische Dichter und Philosoph Zhuangzi auf, der die teilweise schwer verständlichen Texte aus dem Daodejing in kurzen, lebhaften Geschichten greifbarer macht. Der Deutsche Didaktiker und Autor Michael Wittschier wagt nun in seinem neuen Buch «Zhuangzi besser verstehen» eine weitere Verständnisstütze, mit der das Prinzip des Dao noch besser ins heute transportiert werden kann. Was können uns die klugen und teilweise auch humorvollen Gleichnisse von Zhuangzi heute vermitteln? Und wie kann uns in Zeiten von Leistungsdruck und Selbstoptimierung die daoistische Kunst des «Nicht-Tuns» Inspiration für mehr Gelassenheit geben? Diesen und anderen Fragen geht diese «Perspektiven»-Sendung nach. Autor: igor Basic
Diverse Schule ohne Diskriminierung: Es gibt noch viel zu tun
2026/10/10
Vielfalt ist eine Bereicherung – das wird an Schweizer Schulen gelehrt. Doch sobald der Islam ins Spiel kommt, wird Diversität oft problematisiert. Was bedeutet das für muslimische Schülerinnen und Schüler und was braucht es, damit sich alle wohlfühlen? Der Schüler, der als aggressiv abgestempelt wird, weil er einen muslimischen Namen hat. Die Schülerin, der abgesprochen wird, Muslimin zu sein, weil sie kein Kopftuch trägt und sich als Feministin bezeichnet. Das Mädchen, dem der Übertritt ins Gymnasium nicht zugetraut wird, weil es einen ausländischen Namen hat. Diskriminierung in der Schule hat viele Gesichter. Die Schule sei ein «massgeblicher Bereich», in denen Schweizer Musliminnen und Muslime Diskriminierung erfahren, konstatiert denn auch der Grundlagenbericht zu antimuslimischem Rassismus in der Schweiz, der im Auftrag des Bundes erstellt wurde. Dabei wird Vielfalt zwar als Bereicherung gelehrt. Gerade der Islam wird dann aber als Gefahr für die erfolgreiche Diversität dargestellt. Das zeigt eine neue Untersuchung des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft. Es brauche mehr Wissen über Religionen, etwa, dass sie sich verändern oder über innerreligiöse Vielfalt. Und es brauche mehr Selbstreflexion im Lehrerzimmer, so die Erkenntnis. Wie also steht es um die Diversität im Klassenzimmer? «Perspektiven» beleuchtet, weshalb es im Schulzimmer um mehr geht als um die Frage des Kopftuches. Autorin: Nicole Freudiger
Heiliger Franziskus: Die revolutionäre Kraft der Mystik
2026/10/03
Zum 800. Todestag von Franz von Assisi zeichnet Kirchenhistoriker Volker Leppin Franziskus als «unbequemen Heiligen». Dessen Naturmystik und radikal alternativer Lebensstil inspirieren bis heute. Das Beispiel Franziskus zeige, wie revolutionär christliche Mystik wirken kann. Mystikerinnen und Mystiker seien meist «unbequem» gewesen: für die Amtskirche ebenso wie für die Gesellschaft. So auch Franz von Assisi: Der stellte mit seiner radikalen Armut den Lebensstil der Mehrheit fundamental infrage. Damit inspiriere Franziskus bis heute, auch wegen seiner Naturmystik. Als der, der den Vögeln predigte, könnte er leicht «verniedlicht» werden. Dabei war Franziskus’ Mystik radikal. Im Gespräch mit Volker Leppin fragt Judith Wipfler, was christliche Mystik so bleibend attraktiv macht, selbst im säkularen Zeitalter. Und weiter: Was ist Mystik überhaupt? Gast in der Sendung: Volker Leppin (59) ist evangelisch-lutherischer Theologe und hat sich an der Universität Tübingen einen internationalen Namen gemacht. So krempelte Leppin die Lutherforschung um, indem er zeigte, wie stark der Reformator von der spätmittelalterlichen Mystik geprägt war. - Heute lehrt Leppin an der Yale University. In seinen Büchern geht er der Wirkung frühneuzeitlicher Mystik in Christentum und Gesellschaft nach. Autorin: Judith Wipfler Buchhinweis: Volker Leppin, Franz von Assisi. Ein unbequemer Heiliger, Herder Verlag 2026. Musik im Podcast: Il cantico delle Creature - nach einem Text von Franz von Assisi, komponiert von Peter Appenzeller, gesungen vom Vokalensemble Cantaurora, produziert vom Tonstudio Lanz 2007.
Hans Joas: Können Werte die Welt retten?
2026/09/26
Kriege und Gewalt weltweit. Mächtige setzen ihre Interessen rigoros durch. Im Gegensatz dazu plädiert der renommierte Soziologe Hans Joas für ein universales Ethos, welches das Wohl aller Menschen berücksichtigt. Das universale Ethos habe seine Wurzeln in der griechischen Antike, in der jüdisch-christlichen Tradition und in Indien, China und Persien. Das zeigt Hans Joas in seinem eintausend Seiten starken Opus magnum mit dem Titel «Universalismus» auf. Der renommierte Sozialphilosoph plädiert für eine Haltung, die für alle Menschen gleichermassen einsteht, unabhängig von der eigenen Familie, Nation oder Religion und allen Herausforderungen zum Trotz. In «Perspektiven» spricht Hans Joas auch darüber, warum Religionen und Kirchen, heilige Zeiten und Räume auch in Zukunft wichtig und eine Alternative zur weitverbreiteten Selbstoptimierung sind. In der Sendung kommt zu Wort: Hans Joas, geboren 1948 in München, ist Ernst-Troeltsch-Honorarprofessor für Religionssoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er lehrte 25 Jahre lang an der University of Chicago. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Die Entstehung der Werte, Glaube als Option und Die Macht des Heiligen. Autor: Norbert Bischofberger Buchhinweis: Hans Joas: Universalismus, Weltherrschaft und Menschheitsethos, Suhrkamp, 2025.
Stille und Frieden finden im Ranft bei Bruder Klaus (W)
2026/09/19
«Für äusseren Frieden braucht es zuerst inneren Frieden», heisst es im Ranft. Wie aber finde ich zu innerer Ruhe, Stille und gar Frieden? Im Ranft – bekannt durch Bruder Klaus – führen verschiedene Wege dorthin: interreligiöse Meditation, Schweigeseminare, Yoga, Wandern-in-Stille, Friedensgebete. In der Ranftschlucht bei Flüeli OW kommt vieles zusammen: Mächtige Natur, das Brausen des Bergbachs Melchaa, gotische Kirchlein und die Klause vom Schweizer Nationalheiligen Bruder Klaus. Das zieht Stille-Suchende unterschiedlichster Couleur an: von naturreligiösen bis zu traditionell katholischen Menschen. Seit rund 600 Jahren, seit Bruder Klaus hier als Einsiedler Menschen beriet, ist der Ranft auch ein Hotspot politischer Friedensbewegungen. In den 1980ern etwa unterstützten die Dorotheaschwestern den Bau eines Friedensdorfs durch die katholische Jugend. Sie nahmen in Flüeli Asylsuchende auf. Das Areal der Schwestern ist heute ein unabhängiges Mediationszentrum: Als «ZentrumRanft» ist es offen für interreligiöses Meditieren, für Stille- und Selbstfindungsseminare wie auch Yoga-Retreats. An den «Ranfter Gesprächen» sprechen Menschen über Spiritualität als Ressource für nachhaltige Umwelt- und Friedenssicherung. Lassen sich im Ranft tatsächlich Stille und Frieden finden? Was macht die Mystik dieses «Kraftorts» aus? In ihrer Reportage begegnete Judith Wipfler Menschen, mit denen sie hier gar nicht gerechnet hätte. Zu hören sind: · Achtsamkeitstrainerin und Wanderleiterin Karin Breyer · Dorotheaschwestern Rita und Charlotte · Die Ukrainerin Marija Bereznitska, die im «ZentrumRanft» Zuflucht und Frieden fand. · Pfr. Christoph Sigrist aus Zürich und der Blockflötist Hans-Jürgen Hufeisen. · Meditationslehrerin und Präsidentin des «ZentrumRanft» Ursula Bründler Stadler Autorin: Judith Wipfler Wir wiederholen diesen Beitrag von 2024 am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag 2026: Dann überträgt SRF einen Live-Gottesdienst aus der Bruder-Klaus-Wallfahrtskirche in Sachseln OW.
TRËİ: Frauen-Trio besingt existenzielle Themen des Menschseins
2026/09/12
Es sind Klänge und Melodien, die unter die Haut gehen: Gizem Şimşek, Mara Miribung und Abélia Nordmann singen Lieder von Frauen, die am Bettrand von Lebenden und Sterbenden gewacht haben. Damit wollen sie auch einen Raum öffnen, in dem gemeinsam getrauert und Lebensfreude erlebt wird. Das aktuelle Programm des Basler-Frauentrios «One’s for sorrow, two’s for joy» ist eine Hommage an jene Frauen, die oft unsichtbar Lebensübergänge begleiten: Hebammen, Ärztinnen, Klagefrauen oder «Hexen» - Frauen, die Momente des Glücks ebenso wie des Schmerzes und Verlustes mitgestalten. Das machen auch die drei Musikerinnen von TRËİ mit ihren ganz unterschiedlichen Stimmen und kulturellen Hintergründen: Mit traditionellen Volksliedern aus Italien, Frankreich oder der Türkei und Eigenkompositionen schaffen sie einen Raum, in dem sich das Publikum berühren lässt von den existenziellen Themen des Menschseins. «Eigentlich ist es ein Ritual, wenn wir spielen und kein Konzert», hält Mara Miribung fest. In «Perspektiven» sprechen die drei Frauen über ihre musikalische Arbeit, warum diese auch politisch sei und was wir von Klagefrauen lernen können. Autorin: Léa Burger
Peter G. Kirchschläger kämpft für Menschenrechte im KI-Zeitalter
2026/09/05
Papst Leo XIV. hat Peter G. Kirchschläger zu seinem Berater in Sachen KI und Menschenrechten ernannt. Der Ethiker von der Universität Luzern berät bereits die UNO, Unternehmen und NGOs im In- und Ausland. - Was ist aktuell am dringendsten? Der Luzerner Ethiker, Philosoph und Theologe Peter G. Kirchschläger erforscht seit Jahrzehnten die gesellschaftlichen und ethischen Folgen von Digitalisierung und sogenannter Künstlicher Intelligenz. 2022 war Peter G. Kirchschläger bereits einmal in Perspektiven zu Gast. Schon damals sprachen wir über Chancen und Risiken von Digitalisierung. In den vergangenen vier Jahren aber hat die digitale Entwicklung extrem Tempo aufgenommen, - ist das noch zu stoppen oder zu lenken? Die sogenannt Künstliche Intelligenz (KI) hat innert kürzester Zeit Einzug gehalten in unser tägliches Leben. Reagieren demokratisch rechtsstaatliche Gesellschaften zu langsam oder falsch darauf? - Wie kann man die Macht von Tech-Giganten eindämmen? Welche Möglichkeiten hat da ein Papst? Und: Was können wir persönlich tun, um Freiheit und Menschlichkeit im KI-Zeitalter zu sichern? Zu Gast in der Sendung: Peter G. Kirchschläger · Seit 2017 Professor für Theologische Ethik und Leiter des Instituts für Sozialethik ISE an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern · Ethik-Experte für nationale und internationale Organisationen (UNO, UNESCO, EU, OSZE, etc.) sowie Unternehmen und NGOs; zudem Präsident der Eidgenössischen Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich EKAH · Seit 2023 Gastprofessor an der Professur für Neuronales Lernen und Intelligente Systeme der ETH Zürich sowie am ETH AI Center · 2024 ausgezeichnet mit einem UNO-Preis für sein forschungsbasiertes Projekt zur Errichtung einer «Internationalen Agentur für datenbasierte Systeme IDA» bei der UNO · Am 18. August 2026 ernannte ihn Papst Leo XIV. zum Konsultor des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen. · Der schweizerisch-österreichische Doppelbürger wurde 1977 in Wien geboren, ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Autorin: Judith Wipfler
Ein Ort, der den Nazis trotzte: Das Wunder von Dieulefit
2026/08/29
Lavendelhonig, Keramikhandwerk und sanfte Hügel prägen das französische Städtchen Dieulefit in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Berühmt ist es aber für die Zivilcourage seiner Bevölkerung im 2. Weltkrieg. Der Ort war geeint im Widerstand und rettete viele Menschenleben. Woher kam diese Zivilcourage? Während der deutschen Besatzung im Vichy-Frankreich schützten die rund 3000 Einwohnerinnen und Einwohner von Dieulefit etwa 1500 Jüdinnen und Juden sowie politisch Verfolgte. Sie nahmen die geflüchteten Familien, Künstlerinnen und Dissidenten auf und retteten sie so vor der Verfolgung und Ermordung durch NS-Deutschland. Bis heute ist Dieulefit stolz auf diese Geschichte – und versteht sich als Ort der Gastfreundschaft. SRF-Redaktorin Patricia Banzer verbringt seit zehn Jahren regelmässig Zeit in Dieulefit und möchte herausfinden, was dieses «Wunder von Dieulefit» möglich machte. Welche Rolle spielten protestantische Traditionen, eine progressive Schule, mutige Einzelpersonen und der Zusammenhalt der Gemeinschaft? Und: Kann eine solche Geschichte die Haltung eines Ortes über Generationen hinweg prägen? Zu hören: - Muriel Soubeyran, die Enkelin von Marguerite Soubeyran, einer Schlüsselfigur des zivilen Widerstands - Chloé Peytermann, die sich heute in Dieulefit für Geflüchtete engagiert - Anastas Odermatt, Religionssoziologe an der Universität Luzern Autorin: Patricia Banzer
Dialog wagen – palästinensisch-israelisches Chorprojekt (7/7)
2026/08/22
Geht das? Chorproben als Einüben interkultureller Koexistenz? Der Musiker Fortunat Frölich und das Schweizer Projekt «choR inteR kultuR» wollen es ermöglichen. Zwei Chöre aus Tel Aviv und Ost-Jerusalem verbringen gemeinsam Tage des Singens, Wanderns und Essens in der Bergwelt des Prättigaus. Auf Einladung des Schweizer interkulturellen Chorprojekts namens «choR inteR kultuR» reisen junge Sängerinnen und Sänger aus Tel Aviv und Ostjerusalem in die Schweiz. Es sind arabische, israelische, christliche, jüdische und säkulare Menschen, die den Chordialog für Frieden wagen wollen. Hier proben sie nun erstmals gemeinsam, um nachher Konzerte in fünf grossen Schweizer Städten zu geben. «Wind of Change» heisst ihr Programm: «Der Wind der Veränderung». Dafür erarbeiten sie auch Ur-Aufführungen interkultureller Chorkompositionen. Wird das gelingen? Werden die gemeinsam verlebten Tage in der «heilen» Schweizer Bergwelt allenfalls zum Probe-Labor für interkulturelle Koexistenz in Israel und Palästina? Der Wunsch der Schweizer Gastgeberinnen wäre es. «choR inteR kultuR» schreibt: «Kann man noch miteinander reden nach all dem Schrecklichen, das passiert ist und immer noch passiert? Kann man noch singen, wenn Schmerz und Verzweiflung, Gram und Wut die Kehle zuschnüren? Ja, das wollen wir zeigen.» Ihr Projekt wolle «den vielen friedlich gesinnten Menschen» aus dem Nahen Osten Gehör verschaffen. SRF-Religionsredaktorin Judith Wipfler hört der Gruppe bei den Proben im Prättigau GR zu. Zu hören sind: - Musiker Fortunat Frölich, Bündner Initiator des interkulturellen Chorprojekts «choR inteR kultuR» und dessen künstlerischer Leiter - Sängerinnen und Sänger aus Tel Aviv und Ost-Jerusalem - Ausschnitte aus der Chormusik des Programms «Wind of Change» Autorin: Judith Wipfler
Dialog wagen – der Mann für schwierige Gespräche (6/7)
2026/08/15
Mediator Thomas Lyssy lebt für den Konflikt, genauer gesagt: dafür, ihn beizulegen. Wie schafft er das? Einblicke in die Arbeit eines Mannes, der in seiner Jugend auch eher mal zuschlug, als lange zu diskutieren. Der Konflikt zwischen einer Lehrperson und Eltern droht zu eskalieren. In «Perspektiven» schildert Mediator Thomas Lyssy gemeinsam mit dem ehemaligen Medianden Herr W. einen Fall aus dem Schulzimmer. Thomas Lyssy hat jahrelange Erfahrung in der Mediation. Während 12 Jahren leitete er die Fachstelle für Vergleichsverhandlungen beim Baselbieter Straf- und Justizvollzug. Ein Pionierprojekt, das gewisse Delikte per Mediation statt im Strafprozess lösen will. Bagatelldelikte, die zur Anzeige gelangen: Streit in der Waschküche, eine Ohrfeige in einer Bar, Ärger wegen Lärm. Thomas Lyssy hat jede Art von Streit gesehen und konnte nicht wenige davon klären. Autorin: Anna Jungen
Dialog wagen – KI als spirituelle Begleiterin (W) (5/7)
2026/08/08
KI-Sprachmodelle können in vielen Themen helfen – warum also nicht auch bei spirituellen Fragen? Für immer mehr Menschen ist die Verschmelzung von digitaler und spiritueller Welt kein Widerspruch. Ein Nutzer spricht über seine Erfahrungen mit seinem spirituellen KI generierten Begleiter «Amariel». Sogenannt künstliche Intelligenz erstellt und übersetzt Texte, ist Suchmaschine, hilft bei Einkäufen oder der Ferienplanung und leistet sogar psychologische Beratung. In der Schweiz nutzen gemäss einer Studie Digimonitor der Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) bereits über 60 Prozent der Bevölkerung KI-Tools. Das sind rund 3,8 Millionen Menschen. Für gewisse Menschen ist diese Art von Tool mehr als nur ein praktisches Werkzeug. Der Musiker Fabian Sigmund, alias Fai Baba, nutzt die KI auch für spirituelle Fragen: Sei es bei kleinen Unklarheiten in Begegnungen mit anderen Menschen oder auch für die grossen Fragen wie jener nach der eigenen Bestimmung auf der Welt. Was bedeutet es, wenn Menschen mithilfe von KI-Sprachmodellen ihr Bedürfnis nach Spiritualität befriedigen? Wie bringen sie die digitale und die spirituelle Welt – zwei intuitiv widersprüchliche Sphären – zusammen? Welche Chancen, aber auch Risiken und Nebenwirkungen gibt es bei einem Seelenstrip vor ChatGPT und anderen gewinnorientierten KI-Sprachmodellen? Diesen Fragen geht diese «Perspektiven»-Sendung nach. Autor: Igor Basic
Dialog wagen - mit Hund, Katze und Co: Geht das? (4/7)
2026/08/01
Hunde drücken mit Hilfe von Knöpfen ihre Gefühle aus. Katzen passen ihre Sprache ihren Besitzern an und lernen Wörter schneller als Kleinkinder. Unsere Haustiere sind Meister der Kommunikation. Nur: Verstehen wir sie auch? Und ist gar Dialog möglich? Vor 50 Jahren war klar: Einen Hund erzieht man mit Dominanz. Ein Pferd mit militärischer Disziplin. Eine Katze gar nicht. Auf die Bedürfnisse der Tiere wurde meist wenig Rücksicht genommen. Jüngere Forschung zeigt jedoch, wie intelligent und einfühlsam unsere Haustiere sind. Und wieviel sie uns täglich mitteilen. So synchronisieren sich Hirnwellen von Hunden und ihren Besitzerinnen, wenn sie sich miteinander beschäftigen. Und Katzen setzen gezielt Miau-Laute ein, um mit ihren Menschen zu kommunizieren. Unsere Haustiere können ihre Bedürfnisse also sehr gut ausdrücken – und ihre Menschen verstehen sie je länger je besser, sofern sie sich die Mühe machen, die Sprache zu lernen. Ist also nicht nur Kommunikation, sondern gar Dialog möglich? Was bedeutet dies für das Verhältnis von Mensch und Tier? Und ist es überhaupt noch ethisch, Haustiere zu halten? Diesen Fragen geht die Sendung «Perspektiven» nach – mit Katzenexperte und Doyen der Verhaltensforschung Dennis C. Turner, Hundetrainerin Maxi Lotz (Martin Rütter Hundeschule Zürich Oberland) und Tierethikerin Judith Benz-Schwarzburg (Messerli Forschungsinstitut für Mensch-Tier-Beziehung der Veterinärmedizinischen Universität Wien). Autorin: Nicole Freudiger
Dialog wagen - Grossmütter gegen Depression? (W) (3/7)
2026/07/25
In Simbabwe gibt es gerade einmal 19 Psychiater – aber mehr als 4000 Grossmütter, geschult in den Grundlagen der Gesprächstherapie. Auf einfachen Holzbänken bieten die «Gogos» niederschwellige Hilfe bei psychischen Problemen an. Kann Psychotherapie so funktionieren? Dixon Chibanda ist Psychiater in Harare, der Hauptstadt Simbabwes. 2005 erhält er einen Anruf. Es ist die Mutter von Erica, einer seiner Patientinnen. Erica habe sich das Leben genommen. «Jeder Suizid ist ein Albtraum», sagt Chibanda. Doch dieser traf ihn besonders tief. Ericas Zustand hatte sich seit längerem verschlechtert, und sie hatten vereinbart, dass sie so bald wie möglich zu ihm in die Klinik kommen sollte. In der Zwischenzeit lebte Erica jedoch 200 Kilometer von Harare entfernt. Reflexartig fragte er die Mutter: «Warum seid ihr nicht wie vereinbart zu mir gekommen?», erinnert sich Chibanda. Die Antwort der Mutter war knapp: «Wir hatten kein Geld für die Busfahrt.» Ein Satz, der bei Dixon Chibanda nachhallte. «Was ist meine Rolle als Psychiater in einem der ärmsten Länder der Welt?» Chibanda wusste: «Wir müssen Psychotherapie neu denken. Wir müssen die Therapie raus aus den Kliniken und zu den Leuten bringen.» So entstand die Idee mit den Grossmüttern, die auf einfachen Holzbänken, dem «Friendship-Bench», in ihren jeweiligen Communities Gesprächstherapie anbieten. Wie funktioniert das? Autorin: Anna Jungen
Dialog wagen – interreligiöser Austausch im Klassenzimmer (2/7)
2026/07/18
Das Format #Real Talk des interreligiösen Netzwerks Iras Cotis wagt den kritischen Religionsdialog im Klassenzimmer. Inwiefern können solche Begegnungen Vorurteile abbauen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken? Warum trägst du ein Kopftuch? Gibt es Dinge, die dich am Christentum stören? Wie würdest du dein Leben gestalten, wenn du nicht jüdisch wärst? Das sind Fragen, die eine Gymi-Klasse der Kantonsschule Rämibühl drei jungen Frauen – einer Muslima, einer Christin und einer Jüdin – im Unterricht gestellt hat. Dahinter steckt das Projekt «Dialogue en route» des Netzwerks Iras Cotis, das sich für den Dialog zwischen unterschiedlichen Religionen und Kulturen einsetzt. Beim Format #Real Talk besuchen jeweils drei junge «Guides» mit unterschiedlichem religiösem Hintergrund eine Schulklasse und erzählen aus ihrer religiösen Praxis. Dabei entsteht im Klassenzimmer ein lebendiger Austausch über Spiritualität, Rituale und Feiertage. Wichtig ist: Die Guides sind keine offiziellen Vertreter und Vertreterinnen ihrer jeweiligen Religion, vielmehr vermitteln sie ihre individuelle Auffassung religiöser Traditionen. Und: Auch ein kritischer und selbstkritischer Blick soll im Klassenzimmer möglich sein. Das Ziel von «Dialogue en route» ist es, Raum zu schaffen für Verständnis, Auseinandersetzung und differenzierte Perspektiven auf gelebte Religionen in der Schweiz. Wie gut gelingt das? Inwiefern kann interreligiöser Dialog Vorurteile abbauen? Und wie muss dieser stattfinden, um den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu fördern? Diesen Fragen geht diese Folge von «Perspektiven» nach. In der Sendung kommen zu Wort: · Gymi-Schülerinnen und Schüler der Klasse 2e des Literargymnasiums der Kantonsschule Rämibühl. · Ana, Guide bei «Dialogue en route», Studentin Religionspädagogik · Tehilla, Guide bei «Dialogue en route», Studentin Soziale Arbeit · Wafa, Guide bei «Dialogue en route», Studentin Wirtschaftswissenschaften · Rafaela Estermann, Stellvertretende Geschäftsführerin von IRAS COTIS Autor: Igor Basic
Dialog wagen - Zutaten für einen gelungenen Dialog (1/7)
2026/07/11
Abstimmungen fallen in der Schweiz oft knapp aus. Die Meinungen sind gemacht, Kommentare in den Social Media sind gehässig. Was braucht es, damit Menschen mit unterschiedlichen Ansichten wieder ins Gespräch kommen? Lea Suter arbeitet für den Think + Do Tank Pro Futuris, der sich für die demokratische Kultur einsetzt und zur Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) gehört. Pro Futuris organisiert Anlässe, bei denen Privatpersonen unterschiedlicher Ansichten einen Dialog führen; Lea Suter leitet Dialogprozesse in Gemeinden, die bei einem Thema nicht mehr weiterkommen, weil die unterschiedlichen Interessenvertreter nicht mehr miteinander sprechen. «Bei jedem Dialog ist eines zentral», sagt die Coleiterin für den Fachbereich Dialog bei Pro Futuris, Lea Suter. «Das Zuhören – und das Gehörtwerden.» In der ersten Folge der «Perspektiven»-Sommerserie «Dialog wagen – Wege aus der Polarisierung» fragen wir, wie guter Dialog funktioniert und was es braucht, damit wir trotz Meinungsunterschieden im Gespräch bleiben. Autorin: Yvonn Scherrer

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