
Werben im Podcast: Menschenrechte: nachgefragt! - Der Interview-Podcast rund ums Thema Menschenrechte
Dieser Podcast hat
112 Episoden
Sprache
GermanExplizit
Nein
Erstellt am
2020/09/16
Neueste Episode
2026/10/08
Durchschnittsdauer
43 min.
Veröffentlichungsintervall
22 Tage
Beschreibung
Seit Jahrzehnten befasst sich die Konrad-Adenauer-Stiftung mit Menschenrechten – in Deutschland und weltweit. Sie versammelt Akteure aus Politik, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft, die sich dem Schutz der Menschenrechte verschrieben haben. In unserem neuen Podcast „Menschenrechte: Nachgefragt“ stehen hochkarätige Interviewpartner Rede und Antwort. Wir möchten mit dieser Reihe komplexe Zusammenhänge verständlich erklären und Hintergrundinformationen liefern, die nicht in der Zeitung stehen…
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„Die DNA der Diktatur hat die gesamte Gesellschaft durchzogen“
2026/10/08
Im Juni 2021 hat der Deutsche Bundestag das Amt der Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur geschaffen. Evelyn Zupke übernahm es am Jahrestag des Volksaufstands vom 17. Juni.
Am 7. Mai 2026 wurde Evelyn Zupke ein zweites Mal ins Amt gewählt. Der Tag ist für sie von besonderer Bedeutung, fanden doch am 7. Mai 1989 die letzten Kommunalwahlen der DDR statt. Evelyn Zupke war an der Aufdeckung von Wahlfälschungen und den sich anschließenden Protesten maßgeblich beteiligt. So demonstrierte sie mit anderen an jedem 7. des Monats an unterschiedlichen Orten in Ostberlin. Der repressive Apparat der SED schien in jener Zeit nahezu machtlos gegenüber den friedlichen Demonstranten, die von Woche zu Woche immer mehr wurden.
Für ihr langjähriges Engagement wurde Evelyn Zupke im Oktober 2026 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt ihren Einsatz für die Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Interessen der Menschen, die unter politischer Verfolgung und Repression gelitten haben.
Wir haben Evelyn Zupke in den Podcast Menschenrechte: nachgefragt der Zeitschrift Die Politische Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung eingeladen und sprechen mit ihr über ihren Einsatz für die Opfer der kommunistischen Herrschaft in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR.
Auch 37 Jahre nach dem Fall der Mauer leiden viele der Opfer unter den Langzeitfolgen von Repression, Haft und den Zersetzungsmaßnahmen der Staatssicherheit. 38.000 Menschen erhalten inzwischen eine Opferrente, und noch immer gibt es Rehabilitationsverfahren, die den Anspruch auf eine Rente begründen.
Auch Westdeutsche, die von der Staatssicherheit im „Operationsgebiet“ Westdeutschland zu Tausenden drangsaliert und zu Hunderten entführt worden waren, können heute ihre Rehabilitierung beantragen.
Aber zur Wahrheit gehört auch, so Evelyn Zupke, Tausende im Westen waren Inoffizielle Mitarbeiter (IM) und „ließen sich ohne Not auf eine Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit“ ein.
Hört rein in eine neue spannende Folge unseres Podcasts Menschenrechte: nachgefragt!
„Vor zehn Jahren wäre ein Sudetendeutscher Tag auf tschechischem Boden unmöglich gewesen“
2026/09/24
Mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist die Geschichte von Flucht und Vertreibung noch immer Teil vieler Familiengeschichten. Doch wie verändert sich die Erinnerung, wenn die Erlebnisgeneration nicht mehr selbst erzählen kann? Und wie wird aus Erinnerung Verständigung?
Im Podcast Menschenrechte: nachgefragt der Politischen Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung sprechen wir darüber mit Stephan Mayer MdB, Präsident des Bundes der Vertriebenen. Es geht um die Schicksale deutscher Flüchtlinge und Vertriebener, die Weitergabe von Erinnerungen in den Familien und einen Sudetendeutschen Tag in Brünn, der zum Zeichen der deutsch-tschechischen Verständigung wurde.
Ausblick auf unsere nächste Jubiläumsfolge
In der nächsten Folge sprechen wir mit Evelyn Zupke, der SED-Opferbeauftragten des Deutschen Bundestages, über die Aufarbeitung des SED-Unrechts. Warum bleiben Erinnerung, Rehabilitation und Entschädigung auch 37 Jahre nach dem Fall der Mauer wichtige Aufgaben?
„Wir müssen die Stadt und das Land der Freiheit bleiben!“
2026/08/12
Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD steht die Gesellschaft zusammen und zeigt Haltung gegen den Terror.
Am 25. Juli fand der 48. Berliner CSD (Christopher Street Day) statt, eine der größten Demonstrationen Deutschlands mit Hunderttausenden Gästen aus aller Welt. Doch die Demonstration wurde am Abend durch einen brutalen Terrorangriff beendet: Ein 21-jähriger Islamist fuhr im Tiergarten mit einem Auto in die Menschenmenge, tötete eine Frau aus Polen und verletzte mehr als 30 weitere Personen, zum Teil schwer.
René Powilleit leitet den Landesverband der LSU Berlin, der Interessenvertretung für LSBTIQ+-Personen innerhalb der CDU/CSU. Er befand sich inmitten der Demonstrierenden am Brandenburger Tor, als unmittelbar nach dem Attentat die Evakuierung des gesamten Areals durch den Veranstalter und die Polizei Berlin angeordnet wurde.
Mit ihm haben wir in Folge 101 unseres Podcasts „Menschenrechte nachgefragt“ der Politischen Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung über den Anschlag und seine Folgen gesprochen: für die Betroffenen, für die LSBTIQ+-Community und ihre Freunde, aber auch für die Mehrheitsgesellschaft.
Wie hat er den Einsatz der Veranstalter und der Polizei erlebt? Wie die engagierte Notfall- und Krisenseelsorge, die noch in der Tatnacht die Betroffenen am Tatort unterstützte? Wie bewertet er die Angriffe aus verschiedenen extremistischen Milieus?
Aufgrund der massiven Gefährdung der LSBTIQ+-Community steht die Uhr für ihn bereits auf „zwei vor zwölf“, sagt René Powilleit im Podcast.
Hört rein in eine Podcastfolge, die emotionaler ist als die 100 Folgen davor. Eine Folge, die wir in Solidarität mit den betroffenen Menschen aufgenommen haben, damit wir die Opfer nicht vergessen, sondern als Gesellschaft geschlossen an ihrer Seite stehen.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung liegt in unmittelbarer Nähe zum Tatort. Die Flaggen vor der Akademie in der Tiergartenstraße wurden mit Trauerflor versehen und eine Trauerbekundung veröffentlicht.
Statement der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Anschlag auf den Berliner CSD
„Mit großer Bestürzung haben wir die Ereignisse am Rande des Berliner Christopher Street Day verfolgt, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Konrad-Adenauer-Stiftung zugetragen haben. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien, Freunden sowie allen, die durch diese schreckliche Tat Leid erfahren haben.
Gerade in Zeiten, in denen Freiheit und Zusammenhalt in ungeahntem Maße herausgefordert werden, ist es wichtig, Haltung zu zeigen. Als Konrad-Adenauer-Stiftung setzen wir uns für eine offene und vielfältige Gesellschaft ein, die von Respekt und gegenseitiger Achtung geprägt ist. Hass, Extremismus und Gewalt widersprechen den Werten, die uns als Stiftung leiten.
Das christliche Menschenbild erinnert uns daran, dass die Würde jedes Menschen unantastbar ist und dass Toleranz und Nächstenliebe die Grundlagen unseres politischen Denkens und Handelns bilden. Deshalb treten wir entschlossen für ein respektvolles Miteinander und eine Kultur der Freiheit und des Rechts ein.“
„Durch die junge Generation wird ein freiheitlich-demokratischer Iran entstehen“
2026/07/14
In der 100. Folge unseres Podcasts „Menschenrechte nachgefragt“ der Politischen Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung sprechen wir über die Menschenrechte in Iran, die durch die jüngsten kriegerischen Auseinandersetzungen allzu sehr in den Hintergrund getreten sind.
Unser Gast, der Iran-stämmige Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Reza Asghari. Mit 17 Jahren war Prof. Dr. Reza Asghari Teil der iranischen Revolution. Das aus dieser Bewegung das heutige islamistische Regime hervorging, bedauert er zutiefst und bezeichnet seine damalige Unterstützung der Revolution als den vielleicht größten Fehler seines Lebens. 1983 wurde er von den Revolutionsgarden verhaftet. 1987 gelang ihm die Flucht über die Türkei und Ostberlin in die Bundesrepublik Deutschland, wo er Asyl erhielt.
Wir sprechen mit ihm über die jüngsten Proteste, die im Januar 2026 Zehntausende – überwiegend sehr junge Menschen – das Leben gekostet hat. Einem 22-jährigen Rap-Musiker aus Reza Asgharis Geburtsstadt Isfahan droht derzeit wegen regimefeindlicher Proteste die Todesstrafe.
Wie ist der Professor für Innovation und Entrepreneurship an der FU Braunschweig vom iranischen Sozialisten zum deutschen Christdemokraten geworden? Und warum bezeichnet er heute die Unterstützung der Revolution als vielleicht größten Fehler seines Lebens? Wie blickt er heute auf seine alte Heimat, die unter Diktatur, Wirtschaftskrise und Krieg leidet? Und welche Chancen sieht er für einen tiefgreifenden, politischen Wandel in Iran?
Hören Sie rein in eine Podcastfolge, die die Geschichte des Iran der letzten 50 Jahre – aus der Perspektive eines bis heute politisch engagierten Zeitzeugen – Revue passieren lässt.
„In Afghanistan gefährdete Wissenschaftlerinnen leisten heute bei uns Spitzenforschung“
2026/07/02
Als der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) im vergangenen Jahr sein 100. Jubiläum feierte, hob Außenminister Wadephul zwei Programme besonders hervor: die Philipp Schwartz-Initiative und das Hilde Domin-Programm.
Wir sprechen im 99. Podcast „Menschenrechte: nachgefragt“ der Zeitschrift „Die Politische Meinung“ und der Konrad-Adenauer-Stiftung über das Hilde Domin-Programm. Unser Gast: Philipp Effertz; er ist der Leiter des Referats Sonderprojekte und Programme für gefährdete Studierende und Forschende im DAAD.
Die Antragsteller für das seit fünf Jahren bestehende Hilde Domin-Programm kommen aus Afghanistan, Belarus, aus dem Iran, dem Sudan und aus Syrien. Die Mund-zu-Mund-Propaganda im akademischen Raum und die Gefährdungslage vieler Wissenschaftler in ihren autoritär regierten Heimatländern sorgen für das große Interesse. Eine Direktbewerbung ist allerdings nicht möglich. Die Wissenschaftler müssen von einer in Deutschland ansässigen Hochschule oder Menschenrechtsorganisation vorgeschlagen werden. Von den etwa 2.600 nominierten Wissenschaftlern wurden bisher 285 in die Förderung des Schutzprogramms aufgenommen.
Und zum Schluss: Philipp Effertz über das europäische Schutzprogramm SAFE, an dem auch italienische und französische Bildungsinstitutionen beteiligt sind.
Hört rein! Überall, wo es Podcasts gibt.
„Der Kampf gegen Antisemitismus ist ein Lackmustest für den Zustand unserer Gesellschaft“
2026/06/11
Seit Mai 2018 hat Dr. Felix Klein das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus inne. Es ist im Bundesministerium des Innern angesiedelt.
Der Beauftragte koordiniert ressortübergreifend die Maßnahmen der Bundesregierung gegen Antisemitismus. Er ist Ansprechpartner für jüdische Mitbürger und gesellschaftliche Organisationen und sensibilisiert die Gesellschaft für aktuelle und historische Formen des Antisemitismus.
Nach dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist der Antisemitismus in Deutschland, Europa und weltweit besonders aggressiv zutage getreten. Die angespannte Lage in Nahost und der stärker werdende Rechtspopulismus heizen antisemitische Gewalt gleichermaßen an.
Der Diplomat Felix Klein gibt sein Amt im August 2026 auf und geht zurück ins Auswärtige Amt. Er übernimmt in Paris die Leitung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Doch vorher ist er noch im Podcast Menschenrechte: nachgefragt der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Zeitschrift Die Politische Meinung zu Gast. Er zieht Bilanz über die vergangenen acht Jahre und spricht über die Herausforderungen, vor denen er seinen Nachfolger im Amt sieht.
"Im Sudan brauchen wir humanitären Zugang für die Versorgung der Menschen"
2026/05/21
Weltweit nehmen Krisen und Notlagen zu. Zugleich haben viele Länder ihre humanitären Zuwendungen drastisch gekürzt. So auch Deutschland: von rund drei Milliarden Euro auf eine Milliarde Euro.
Wir sprechen im Podcast Menschenrechte: nachgefragt mit Helena Lüer vom International Rescue Committee Deutschland. Sie berichtet, welche Auswirkungen diese Mittelkürzungen für die Menschen in Krisengebieten haben.
1933 initiierte Albert Einstein die Gründung des International Rescue Committee (IRC), um Menschen zu helfen, die vor dem Nationalsozialismus fliehen mussten. Er selbst war von einer Reise in die USA nicht nach Nazideutschland zurückgekehrt und entging so der Verfolgung.
Heute unterstützt das IRC in mehr als 40 Ländern Menschen, die vor Klimakrisen, Krieg und Verfolgung fliehen. Sie stellen in den Aufnahmegesellschaften Nahrungsmittel, sauberes Wasser und Notunterkünfte zur Verfügung, kümmern sich um die Gesundheitsversorgung und machen Bildungsangebote.
Seit 2016 ist IRC auch in Deutschland vertreten, mit etwa 200 Mitarbeitende in allen Bundesländern.
Mit Helena Lüer haben wir ausführlich über die Lage im Sudan gesprochen. Dort spielt sich derzeit eine riesige humanitäre Katastrophe ab, die international immer noch zu wenig Beachtung findet. Das International Rescue Committee setzt den Sudan seit drei Jahren auf Platz eins seiner jährlich veröffentlichten Watchlist. Nicht zuletzt deswegen hat man dem Land auf der im April in Berlin stattgefundenen Sudankonferenz erhebliche Mittel zugesagt.
Hört rein – überall wo es Podcasts gibt.
„Authentische Orte sind etwas ganz anderes als bedrucktes Papier“
2026/05/07
Zu Gast in unserem Livepodcast Menschenrechte: nachgefragt anlässlich des 35 Jahrestages der deutschen Einheit und 50 Jahre nach Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki: Dr. Volker Höffer. Er ist Lehrer, Historiker und seit 2009 Leiter der Außenstelle Rostock des Stasi-Unterlagen-Archivs.
Volker Höffer hat die friedliche Revolution als 26-Jähriger erlebt. Er weiß, warum im Sommer und im Herbst 1989 so viele junge Menschen den Mut fanden, in Oppositionsgruppen und auf der Straße gegen das DDR-Unrechtsregime zu protestieren: Der Generationenwechsel mobilisierte Zehntausende, die weniger traumatisiert und angstgetrieben waren als ihre Eltern.
Viele Menschen waren der totalen Überwachung und der Repressionen überdrüssig. Ihre Hoffnungen auf eine erleichterte Ausreise und eine Stärkung der Menschenrechte hatten sich nicht erfüllt. Im Gegenteil: Die Herrschenden hatten nie die Absicht gehabt, sich an die Regeln aus der Schlussakte von Helsinki zu halten, zu deren Unterzeichnern im August 1975 auch die DDR gehört hatte.
Die Staatssicherheit trieb ihre Zersetzungsmaßnahmen voran, und machte auch vor dem Einsatz im Westen nicht halt: so wurden Menschenrechtsorganisationen wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte und Amnesty International gezielt unterwandert.
Stützen konnte sich die Staatssicherheit auf Zehntausende Inoffizielle Mitarbeiter. Höffer schildert erschreckende Beispiele von Verrat im engsten Freundeskreis.
Jahr für Jahr beantragen immer noch Tausende Einsicht in „ihre Akte“. Manche zum wiederholten Mal, manche trauen sich erst nach Jahrzehnten, die Belege für ihre Bespitzelung durch Freunde, Kollegen, sogar Familienmitglieder einzusehen.
Die Kenntnisse darüber, wie ein Inlandgeheimdienst wie die Staatssicherheit arbeitet, waren während des Arabischen Frühlings sehr gefragt. Deutsche Experten unterstützten die ägyptischen Behörden bei der Aufarbeitung der Mubarak-Diktatur. Heute bemühen sich Syrier um deutsche Expertise, von der sie sich versprechen die Erbschaft von zwölf Geheimdiensten und ihrer ungezählten Folterhöllen aufzuarbeiten.
Vorabinfo:
In der nächsten Folge sprechen wir mit Helena Lüer vom International Rescue Committee, 1933 von Albert Einstein gegründet, über die weltweite humanitäre Hilfe.
Das Thema Religionsfreiheit bekommt jetzt eine größere Sichtbarkeit
2026/04/01
Zu Gast in der Karwoche 2026 im Podcast Menschenrechte: nachgefragt: Thomas Rachel MdB, der neue Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit.
Das Amt gibt es seit 2018. In dieser Legislaturperiode ist es vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zum Auswärtigen Amt gewechselt. Über die Gründe dafür und welchen Stellenwert die deutsche Außenpolitik der Religions- und Weltanschauungsfreiheit beimisst, haben wir mit Thomas Rachel gesprochen.
Thomas Rachel setzt sich für die Fortführung des bilateralen Dialogs mit dem Vatikan und für eine verstärkte Zusammenarbeit im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen ein. Er berichtet über sein Engagement für die Baha’i und die Christen im Iran und über die Lage der Tibeter und Uiguren in China. Sein Fazit: „Die Anzahl der Länder, in denen es Unterdrückung von Gläubigen gibt, nimmt leider zu.“
Sein eindringlicher Appell: „Wenn Menschen ihrer Religions- und Weltanschauungsfreiheit beraubt werden, dann muss uns das alle angehen!“
„Der Iran geht inzwischen den nordkoreanischen Weg“
2026/03/18
Der Sozialwissenschaftler, Publizist und Dolmetscher Dr. Wahied Wahdat-Hagh ist seit Jahrzehnten ein kritischer Beobachter des Iran. Er publiziert regelmäßig über die Entwicklungen in dem krisengeschüttelten Land.
Im Podcast Menschenrechte: nachgefragt der Politischen Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung sprechen wir mit ihm über den Krieg zwischen Iran, Israel und den USA. Die Operation, die am 28. Februar 2026 begann, wird in den USA Epic Fury und in Israel Rising Lion genannt.
Tötung von Chamenei
Eine Woche nach der Tötung des obersten Religionsführers Ali Chamenei durch einen gezielten Angriff ernannte der 88-köpfige Expertenrat seinen Sohn Mojtaba Chamenei zum neuen Oberhaupt. Wir haben Wahdat-Hagh gefragt, wie sich die Enthauptung der politischen, klerikalen und militärischen Führung des Iran auf die Stabilität des Regimes und auf die Machtbalance zwischen Klerus und den Revolutionsgarden auswirkt.
Iran-Massaker 2026
Im Januar sind Zehntausende friedliche Demonstranten vom Regime verhaftet, schwer verletzt und getötet worden. Wir wollten von Wahdat-Hagh wissen, ob der Krieg – trotz der Massaker an der eigenen Bevölkerung – dazu führen könnte, dass sich die Iraner hinter das Regime stellen.
Transnationale Repression in Deutschland
Deutsche Sicherheitsbehörden sind derzeit sehr wachsam: Man befürchtet, dass die iranischen Repressivorgane ihre Aktivitäten ausweiten und auch in Deutschland Regimegegner verfolgen und bedrohen. Wie können die etwa 400.000 Deutsch-Iraner, Israelis und jüdische Menschen vor der transnationalen Repression und dem Terror des Mullah-Regimes geschützt werden?
„Es ist nicht so einfach, von außen die Dinge zu verändern.“
2026/03/04
Prof Dr. Lars Castelucci ist in der Bundesregierung der Beauftragte für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe. Er hat das Amt im Mai 2025 übernommen. Die Funktion wurde 1998 geschaffen, angesiedelt ist sie im Auswärtigen Amt.
Menschenrechtspolitische Glaubwürdigkeit zeigt sich für ihn auch im Umgang mit Problemen im eigenen Land: von der Obdachlosigkeit, dem Menschenhandel bis hin zur Gleichstellung von Mann und Frau. In diesem Zusammenhang schätzt er besonders die Arbeit des Deutschen Instituts für Menschenrechte, das er im Kuratorium unterstützt.
Im Interview geht es vor allem um den Schutz der Menschenrechte als Teil der Außenpolitik. Wir sprechen über den Iran, über die Lage im Land und etwaige neue Sanktionen, über die humanitäre Katastrophe im Sudan und die Flüchtlingskriese. Seine nüchterne Bilanz nach einem knappen Jahr im Amt: „Es ist nicht so einfach, von außen die Dinge zu verändern.“
Ein besonderes Anliegen ist ihm das Thema „transnationale Repression“. Gemeint sind staatliche Repressionen, die nicht an der Grenze enden, etwa Diffamierungskampagnen, Überwachungen und Ausspähung im Ausland, Entführungen und gewaltsame Rückführungen. Die Bundesregierung hat im Auswärtigen Amt eine entsprechende Koordinierungsstelle eingerichtet.
Unser Gespräch endet mit einem Ausblick auf das 80jährige Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Jahre 2028.
Klare Haltung zu Iran: „Die Menschenrechtspolitik gehört zu den größten Ruhmesblättern des Europäischen Parlaments“
2026/02/12
Zu Gast im Podcast Menschenrechte: nachgefragt der Zeitschrift Die Politische Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. h.c. Bernd Posselt MdEP a.D..
„Der Nationalismus ist die große Pest – leider auch des 21. Jahrhunderts“, so der christlich und antinationalistisch gesinnte Europapolitiker, der von 1994 bis 2014 dem Europäischen Parlament angehörte.
Als Sprecher der Volksgruppe der Sudetendeutschen, Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft und als Präsident der Paneuropa-Union spricht er über den Kampf gegen Nationalismus in Europa und über die europäische Menschenrechtspolitik.
Es geht um ein dunkles Kapitel der deutsch-tschechischen Beziehungen: um die Vertreibung von drei Millionen Sudetendeutschen nach Ende des 2. Weltkrieges. 80 Jahre später findet der 76. Sudetentag in diesem Jahr erstmals im tschechischen Brünn statt. Das Besondere: Er vereint Menschen aus Tschechien und Deutschland.
Die mit dem sudetendeutschen Menschenrechtspreis 2025 ausgezeichnete Initiative Meeting Brno engagiert sich seit zehn Jahren für die Aufarbeitung der Vertreibungen und die damit in Zusammenhang stehenden Verbrechen. Sie hat das Treffen von tschechischer Seite initiiert. Im Gespräch mit Bernd Posselt geht es auch um die bis heute gültigen und nicht unumstrittenen Beneš-Dekrete, die die Sudetendeutschen nach Kriegsende kollektiv entrechteten.
Als Vorsitzender Paneuropa Union, der ältesten europäischen Einigungsbewegung, ist Bernd Posselt auch Konrad Adenauer eng verbunden. Adenauer hatte sich bereits als Kölner Oberbürgermeister im Jahre 1926 der paneuropäischen Bewegung angeschlossen und in der Zeitschrift „Paneuropa“ geschrieben „Wir brauchen die Vereinigten Staaten von Europa“.
Ein spannendes Interview mit einem engagierten Europäer und mutigen Streiter für Freiheit und Menschenrechte.
Zu den Protesten in Iran: „Wir waren in Deutschland nicht konsequent genug gegenüber den Despoten"
2026/01/28
Am 28. Dezember 2025 demonstrierten in Teheran Ladenbesitzer und Händler, die sogenannten Basaris: ausgelöst durch die hohe Inflation von über 40 Prozent und den dramatischen Verfall der Landeswährung Rial. Traditionell gehört die unternehmerische Mittelschicht zu den wirtschaftlichen Stützen des Regimes. Doch die wirtschaftliche Krise betrifft alle Bevölkerungsgruppen. Die sich rasch ausbreitenden Demonstrationen wurden auch von Studenten und Oppositionsgruppen unterstützt.
Besonders heikel für die Herrscher in Teheran: Ausgerechnet der Sohn des vor 47 Jahren gestürzten Schah ist für viele Iraner ein Hoffnungsträger. Auf den Demonstrationen wird die Parole „Javid Shah“(Es lebe der König) gerufen. Der von den Monarchisten als „Kronprinz“ bezeichnete Reza Schah hatte bald nach Ausbruch der Proteste, aus seinem Exil in den USA, den Sturz des Regimes gefordert und seine geplante Rückkehr in die Heimat angekündigt.
Die iranischen Milizen gingen in den letzten vier Wochen mit äußerster Brutalität gegen die Demonstranten vor. Inzwischen werden bis zu 30.000 Getötete und Hunderttausende Verletzte und Schwerverletzte befürchtet. Zehntausenden Verhafteten droht die Todesstrafe.
Die extreme Gewalt der Sicherheitskräfte und die vollständige Abschaltung von Internet und Telefonie haben die Proteste stark eingedämmt. Bis heute ist das Internet nur eingeschränkt nutzbar, und Telefonate ins Ausland sind kaum möglich.
Viele der etwa 400.000 Deutschiraner haben sich mit den Protestierenden solidarisiert und am 24. Januar in Düsseldorf zu Zehntausenden für Freiheit und Menschenrechte in Iran demonstriert. Eine europaweite Demonstration ist für den 14. Februar in München angekündigt. Organisiert wird sie von The Munich Circle.
The Munich Circle ist ein im Jahr 2022 von Deutsch-Iranern in München gegründeter gemeinnütziger Verein. Er setzt sich für iranische Flüchtlinge ein, die bei den Frau-Leben-Freiheit-Protesten 2022 verletzt wurden und vor politischer Verfolgung nach Deutschland geflohen sind.
Mit dem Unternehmer und 1. Vorsitzenden von The Munich Circle, Farhid Habibi, sprechen wir über die Hoffnungen und den Kampf der Menschen in Iran und in der deutschen Diaspora für einen freien und demokratischen Iran.
"Unsere Arbeit bei ODIHR zeigt, dass es wirklich Hoffnung gibt!"
2026/01/23
Zu Gast in unserem sechsten Livepodcast Menschenrechte nachgefragt am 10. Dezember 2025 war Katya Andrusz. Die gebürtige Britin arbeitet in Warschau als Sprecherin für das Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (BDIMR/ODIHR) der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).
Die OSZE ist mit 57 Teilnehmerstaaten die größte regionale Sicherheitsorganisation. Sie geht auf die vor 50 Jahren unterzeichnete Schlussakte von Helsinki zurück.
1991 gegründet, vornehmlich um Wahlen zu beobachten, engagiert sich das Büro inzwischen für Minderheitenrechten, für Medienfreiheit, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, und es berät Staaten u. a. zu Verfassungs-, Wahl- und Parteienrecht, zur Gewaltenteilung und zur Stärkung unabhängiger Institutionen Es gehört zwar zur OSZE, arbeitet aber unabhängig.
Mit Katya sprechen wir über ihre Arbeit und die großen Herausforderungen, die für ODIHR mit dem Schutz der Menschenrechte und der Demokratie verbunden sind.
„Kinder müssen in allen Dingen, die sie betreffen, einbezogen werden“
2025/12/18
Sollten die Sozialen Medien für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verboten werden? Und was hat dieses Thema mit den Kinderrechten und den Vereinten Nationen zu tun?
Am 20. November 1989 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Kinderrechtskonvention. Deutschland trat ihr 1992 bei. Heute wird die Konvention von 196 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen unterstützt.
Im Jahr 2015 richtete das Deutsche Institut für Menschenrechte in Berlin eine Monitoring-Stelle zur UN-Kinderrechtskonvention ein. Die Leiterin Claudia Kittel ist zu Gast im Podcast Menschenrechte: nachgefragt der Zeitschrift Die Politische Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung. Wir sprechen mit ihr über die Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland und über die aktuelle Debatte: das erstmalig in Australien vollzogene und in Deutschland diskutierte Verbot von Sozialen Medien für unter 16jährige.
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