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Thema in Sachsen

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Dieser Podcast hat
104 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2022/09/06
Neueste Episode
2026/09/29
Durchschnittsdauer
57 min.
Veröffentlichungsintervall
6 Tage

Beschreibung

Worüber wird gerade am meisten diskutiert? Zu welcher Entscheidung oder zu welchen Ereignissen haben die Menschen im Freistaat Fragen? Der Podcast über Themen, die Sachsen bewegen. Das ist "Thema in Sachsen". Ob Wahlen, große Veranstaltungen in Kultur, Sport, Gesellschaft, Demonstrationen - oder Dinge, die auch außerhalb passieren, aber natürlich genauso in Sachsen ein Thema sind. In diesem News-Podcast bekommen Sie Informationen und Hintergründe. Sie erfahren, was gerade passiert und wichtig ist. Über das jeweilige "Thema in Sachsen" werden in jeder Folge Gespräche mit Fachleuten, politisch Aktiven und Gestaltenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder Journalisten geführt. Es werden Ergebnisse von Recherchen der Redaktion von Sächsische.de und Leipziger Volkszeitung präsentiert - und auch angehört, was die Menschen in Sachsen dazu sagen.

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Der Fall Luis M. in Leipzig und die Frage: Warum werden gut integrierte Menschen abgeschoben?
2026/09/29
Ralph Hack ringt um Worte. „Er hatte nicht mal die Möglichkeit, Sachen einzupacken“, sagt er am Tresen der Kaffeerösterei Ganos stehend. Und: „Ich bin ein bisschen entsetzt von unserem Rechtsstaat.“ Hack ist Chef des Kaffeehauses, das unweit der Thomaskirche liegt und als beliebter Treffpunkt in Leipzigs Zentrum gilt. Der Geschäftsmann erzählt Reportern von LVZ und SZ die Geschichte von Luis M., einem 23 Jahre alten Mann aus Venezuela. Dass sein Mitarbeiter mitten in der Nacht abgeholt und per Flugzeug abgeschoben wurde, macht Hack fassungslos. Er beschreibt Luis M., der vor zwei Jahren legal eingereist war, als verantwortungsbewusst im Job. Er spreche fließend Deutsch und habe sich ein intaktes soziales Umfeld aufgebaut. Was ihm bis zum 16. September gefehlt hat, also bis zum Tag seiner Abschiebung: ein gültiger Aufenthaltstitel. Der Fall sorgt inzwischen weit über den Betrieb und die Stadt Leipzig hinaus für Diskussionen. Auch deshalb, weil nahezu zeitgleich in Dresden ein ähnlich gelagerter Fall bekannt geworden ist: Dort droht einer jungen Tunesierin die Abschiebung, obwohl sie kurz vor dem Abschluss einer Ausbildung steht und ebenfalls als bestens integriert gilt. Beide Fälle führen zu grundsätzlichen Fragen: Was ist gelungene Integration wert, wenn daraus keine verlässliche Bleibeperspektive entsteht? Und wie passt eine solche Abschiebepraxis dazu, dass Deutschland – und insbesondere Sachsen – dringend Arbeits- und Fachkräfte braucht? Darum geht es in der neuen Folge des Podcasts „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung. Zu Gast sind Investigativreporter Josa Mania-Schlegel, der zum Fall Luis M. recherchiert hat, und Sylvia Pfefferkorn vom Verein „Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen“, die einordnet, wieso sich insbesondere Sachsen eine solche Abschiebepraxis eigentlich nicht leisten kann.
Sonderfolge: Talk mit Christian Friedel über die Kluft in der Gesellschaft und die Kraft der Kunst
2026/09/25
Schauspieler, Musiker, Regisseur – ein gefeierter Star. Christian Friedel ist bekannt aus internationalen Produktionen wie „The Zone of Interest“ oder „The White Lotus“ sowie aus der Serie „Babylon Berlin“. Er arbeitet an Sets auf der ganzen Welt. Gleichzeitig ist der gebürtige Magdeburger seit vielen Jahren eng mit Dresden und dem Staatsschauspiel verbunden. Bei der Veranstaltungsreihe „SZ trifft“ war Friedel nun im Dresdner Schauspielhaus zu Gast. Der Ansturm auf Tickets für die Veranstaltung war enorm. Fast 1000 Anfragen hat es gegeben, der große Theatersaal war problemlos gefüllt. Im Gespräch mit SZ-Kulturchef Oliver Reinhardt spricht Friedel über seine Karriere zwischen Film, Theater und Musik, seine Leidenschaft für William Shakespeare und darüber, warum ihm die Arbeit auf der Bühne trotz internationaler Filmproduktionen besonders wichtig bleibt. Das Gespräch, das unterhaltsam, witzig und feinsinnig ist, führt auch zu gesellschaftlichen und politischen Themen. Friedel erzählt, warum er sich heute in der Öffentlichkeit deutlicher positioniert als noch vor einigen Jahren. „Ich will den Leuten nicht erklären, was sie zu tun haben. Das ist nicht meine Aufgabe“, sagt er. Dennoch beschäftige ihn die zunehmende Angst und Spaltung in der Gesellschaft. Auch über die AfD, Gespräche mit Menschen in seinem eigenen Umfeld, die die Partei wählen, und die Bedeutung einer freien Kunst spricht Friedel ausführlich. In dieser besonderen Ausgabe von „Thema in Sachsen“, dem Podcast von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung, hören Sie den Mitschnitt des Abends im Dresdner Schauspielhaus. Die Veranstaltung wurde am 17. September aufgezeichnet.
„Für Parteien gibt es keinen Bestandsschutz“ - Die Wahl in MV und die Folgen
2026/09/21
In einer ersten Reaktion am Sonntagabend nach der Wahl sagt Manuela Schwesig, das Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern sei auch ein „Denkzettel“ für die Bundesregierung. Diese müsse sich nun „selbstkritisch fragen, ob sie mit allen Themen richtig liegt.“ Schwesig, seit neun Jahren Ministerpräsidentin in ihrem Bundesland, hat die SPD nach zunächst schwachen Umfragewerten bis auf wenige Prozentpunkte an die AfD herangeführt. Zwar unterlagen die Sozialdemokraten der AfD, allerdings ist das Abschneiden mit Blick auf die Begleitumstände bemerkenswert. Der Blick nach Mecklenburg-Vorpommern ist deshalb auch aus sächsischer Perspektive interessant. Denn auch im Freistaat ist die AfD in Umfragen stark. Im Podcast „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung geht es deshalb um zwei zentrale Fragen. Erstens: Wie konnte Schwesig trotz der Unzufriedenheit mit den Regierungsparteien im Bund die AfD fast noch abfangen? Und zweitens: Was bedeutet das historisch schlechte Ergebnis der CDU für die Bundesregierung, Kanzler Friedrich Merz - und die klassischen Parteien der Mitte? Diese Fragen ordnen an Tag 1 nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin im Podcast zwei Gäste ein: Andreas Ebel, Chefredakteur der Ostsee-Zeitung (Mitglied im RedaktionsNetzwerk Deutschland), und Janek Treiber, Politikwissenschaftler an der TU Dresden.
Kretschmer nach CDU-Desaster in Sachsen-Anhalt: "Fühle mich auf dramatische Weise bestätigt"
2026/09/11
„Wir sind im Wirtschaftskrieg mit Amerika, mit China. Wir haben Russland - und wir stehen da wie so ein Boxer in der Ecke, der ständig verprügelt wird. Das geht doch nicht. Wir müssen uns doch da raus bewegen.“ Das sagt Michael Kretschmer (CDU) im exklusiven Interview in dieser Folge „Thema in Sachsen“, der 100. dieses Podcasts. Die Aussage zeigt deutlich: Wenn man das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom vergangenen Sonntag analysieren, bewerten und verstehen will, findet man die Antworten auf viele Fragen vor allem nicht in diesem Bundesland. Schnell führt der Blick nach Berlin, zur Bundesregierung, zu Friedrich Merz und zu der Frage, ob die Union nach dem Erfolg der AfD und dem Absturz der CDU in Sachsen-Anhalt ihren politischen Kurs verändern muss. Kretschmer wird auch konkret auf den Kanzler angesprochen, dessen Stellvertreter er im Bundesvorstand der CDU ist. Einen besonderen Schwerpunkt setzt das Gespräch auch auf die geplante Ansiedlung eines Rüstungsunternehmens bei Leipzig. Dort sollen künftig Marschflugkörper gebaut werden, die eine große Reichweite haben. Kretschmer sieht darin eine Chance für Sachsen. "Die Bayern, die hauen sich jeden Tag auf die Schenkel und sagen: 'Wir machen das, das sind tarifgebundene Arbeitsplätze'", erklärt Kretschmer. Gleichzeitig bekräftigt er allerdings seine Position, die er schon seit Beginn des Krieges Russlands in der Ukraine hat: Deutschland dürfe nicht Kriegspartei werden, sagt Kretschmer - und fügt hinzu: „Ich würde sagen, wir sind es längst.“ Im Gespräch geht es außerdem um den Umgang mit der AfD und wieso ein Weiterführen der Debatte über eine „Brandmauer“ der Partei nur dabei helfe, sie immer wieder in eine Märtyrerrolle zu bringen.
Sachsen-Anhalt nach der Wahl: Triumph, Entsetzen und die Suche nach einer Mehrheit
2026/09/10
Sachsen-Anhalt bewegt sich seit der Landtagswahl vor wenigen Tagen „zwischen Triumph und Tränen“. Dieses Spannungsfeld macht unsere Landeskorrespondentin Vera Wolfskämpf in der aktuellen Podcast-Folge von „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung auf. Der Grund für ihre Beschreibung ist das ungewöhnliche Wahlergebnis: Die AfD wurde mit großem Abstand stärkste Kraft und hängte nicht nur die dauerregierende CDU von Ministerpräsident Sven Schulze ab, sondern schaffte fast so viele Stimmen wie alle künftig im Magdeburger Landtag vertretenen Parteien zusammen. Laut vorläufigem Ergebnis reicht es mit 43,8 Prozent allerdings nicht für das selbst gesteckte Ziel, allein zu regieren. Die gesichert rechtsextreme Landes-AfD um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund muss sich Mehrheiten organisieren. Unsere Korrespondentin Wolfskämpf spricht von einer „unruhigen Anspannung“, die zu spüren sei. Für die AfD beginne nun der „erste Test für Realpolitik“. Die Partei müsse zeigen, ob sie Mehrheiten organisieren kann und bereit für Kompromisse ist. Welche Optionen hat die AfD jetzt? Könnte sich Siegmund mit Stimmen überlaufender Abgeordneter anderer Parteien zum Ministerpräsidenten wählen lassen? Welche Rolle spielt das BSW? Und wie geht es für die CDU weiter, nachdem sich ihr Ergebnis mehr als halbiert hat? Wolfskämpf beantwortet im Podcast die wichtigsten Fragen. Was die Wahl mit den Menschen in Sachsen-Anhalt macht, haben die Reporter Josa Mania-Schlegel und Valentin Dreher beobachtet. Beide waren nach in dieser Woche in Halle und Zeitz unterwegs. Sie haben mit Unterstützern und Gegnern der AfD gesprochen. Im Podcast erzählen sie von ihren Begegnungen. Zu hören sind dabei auch Sequenzen aus Gesprächen. Außerdem zu hören: Eine Einschätzung des Dresdner Politikwissenschaftlers Janek Treiber. Er ordnet ein, welche Folgen das Ergebnis im Nachbarland für die Landespolitik in Sachsen hat. Was lässt sich von dieser Wahl ableiten - auch mit Blick auf die planmäßig im Jahr 2029 in Sachsen anstehende nächste Landtagswahl?
Sonderfolge: Warum ist das Verhältnis von Ost und West immer noch ein Reizthema?
2026/08/28
Warum ist das Verhältnis zwischen Ost und West auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung ein Reizthema? Und welche Folgen hat das mit Blick auf bevorstehende Landtagswahlen in zwei Ost-Bundesländern - für den politischen und gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Bundesrepublik? Darüber haben im Format „Ostdeutschland – zum Mitreden“ vier Gäste diskutiert, die sich seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigen: Autorin und Dokumentarfilmerin Grit Lemke, die Journalistin und Autorin Mareike Reimann, der Soziologe Raj Kollmorgen und Literaturwissenschaftler sowie Autor Dirk Oschmann. Moderiert wurde die Diskussion von LVZ- und SZ-Reporterin Antonie Rietzschel. Die Veranstaltung wurde live per Videostream übertragen - und gibt es jetzt noch einmal zum Nachhören als Sonderfolge im Podcast „Thema in Sachsen“. Grit Lemke sieht vor allem die Abwanderung als zentrales Problem vieler Regionen. Menschen, die sich engagieren oder politisch anders entscheiden könnten, seien vielfach weggezogen. Ihre Konsequenz: Ohne Zuzug werde sich daran wenig ändern. Mareike Reimann fordert einen anderen Blick auf Ostdeutschland. Statt den Osten vor allem über AfD-Wahlergebnisse zu erzählen, müsse stärker über strukturelle Unterschiede und über zivilgesellschaftliches Engagement gesprochen werden. Und: Sie attestiert Bundeskanzler Friedrich Merz einen einenden Charakter. Dieser sei als Westdeutscher genauso unbeliebt im Osten wie im Westen. „Das muss man erstmal schaffen.“ Raj Kollmorgen warnt vor einfachen Erklärungen. Die DDR-Erfahrung spiele noch eine Rolle, entscheidender seien heute aber die Folgen der Transformation und fortbestehende Ungleichheiten zwischen Ost und West. Viele aktuelle Probleme seien zudem längst gesamtdeutsche. Dirk Oschmann widerspricht der These, die Stärke des Rechtspopulismus lasse sich vor allem mit der DDR-Sozialisation erklären. Für ihn sind soziale, demografische und strukturelle Ursachen entscheidend. Die emotionale wie reale Benachteiligung von Ostdeutschen nach der Wende sei bis heute nicht überwunden. Die Debatte hören Sie in dieser Sonderfolge von „Thema in Sachsen“. Das Format „Ostdeutschland – zum Mitreden“ ist ein Debattenraum der Ost-Zeitungshäuser im RedaktionsNetzwerk Deutschland. Dazu gehören die Leipziger Volkszeitung, die Sächsische Zeitung, die Ostseezeitung und die Märkische Allgemeine.
Nach Fund von weiterer Drohne bei Leipzig/Halle: „Es deutet alles in Richtung Russland“
2026/08/25
Der Fund einer weiteren wohl mit Sprengstoff beladenen Drohne im sachsen-anhaltischen Kabelsketal unweit des Flughafens Leipzig/Halle wirft neue Fragen zum Ausmaß des Anschlagsversuchs vor drei Wochen auf. Das Fluggerät soll rund 50 Gramm des Sprengstoffs Hexogen transportiert haben. „Das bestätigt die Auffassung, die einige schon hatten, ich ehrlich gesagt auch, dass es sich um eine professionelle Anschlagsplanung gehandelt hat“, sagt Sicherheitsexperte Nico Lange im Podcast „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung. Nicht nur mehrere Drohnen, sondern auch ein System aus Antennen und Relais deuteten darauf hin. Dass nun offenbar Hexogen an einer weiteren Drohne gefunden worden sei, zeige: „Es war ein größerer Anschlag geplant, der nur durch Glück nicht zu einer Katastrophe geworden ist.“ Nico Lange, Gründer und Direktor des Instituts für Risikoanalysen und Internationale Sicherheit, erkennt anhand des professionellen Vorgehens ein Muster, das stark an die militärische Drohnennutzung im Krieg in der Ukraine erinnere. „Etwas in diesem Umfang können wirklich nur wenige professionelle Akteure. Es das deutet alles in die Richtung Russland“, sagt er. Den neuerlichen Drohnenfund nimmt Lange zum Anlass für Kritik an den deutschen Sicherheitsbehörden. Dass diese „durch Rätsel raten und suchen“ jetzt klären müssten, wie viele Drohnen beteiligt waren und wo sie gestarteten oder gelandet seien, sei bedauerlich. „Im Jahr 2026 müsste man eigentlich längst dazu in der Lage sein.“ Der Podcast und das Gespräch mit Nico Lange geht auch der Frage nach, wie anfällig Deutschland für hybride Angriffe ist und wieso es der Politik mitunter schwerfällt, einen klaren Verdächtigen zu nennen. Stattdessen ist, so wie im Fall Leipzig, meist von „fremden Mächten“ die Rede. Lange erklärt, warum er diese Zurückhaltung für falsch hält. Außerdem geht es in dem Gespräch um die Frage, inwiefern Einflusskampagnen Teil von hybrider Kriegsführung sind – und gerade in Ostdeutschland wegen der besonderen historischen Verbindung der früheren DDR zu Russland möglicherweise mehr verfangen könnten. Lange warnt davor, von einem einheitlichen Russlandbild im Osten zu sprechen und berichtet von seinen Erlebnissen bei Veranstaltungen in Ostdeutschland. „Ich hatte nicht den Eindruck, dass es sowas wie eine geschlossene Ostidentität gibt.“ Jede Region habe eigene Standpunkte. „Ich hatte den Eindruck, da haben Leute auch untereinander gestritten. Da waren Leute voneinander genervt, weil sie sehr unterschiedliche Auffassungen hatten.“ Gleichzeitig warnt Lange aber vor den Mitteln, die Russland einsetze bei Einflussoperationen und für Propaganda. Ein wichtiges Muster sei dabei die Täter-Opfer-Umkehr: Der Angriff auf die Ukraine werde als vermeintliche Verteidigung dargestellt, der Westen oder die Nato als eigentliche Verursacher des Konflikts. Russland profitiere davon, „dass da viele mitmachen und diese Narrative immer wiederholen“. Das Gespräch mit Nico Lange über den Drohnen-Vorfall in Leipzig, den Schutz kritischer Infrastruktur und zur Frage, warum technisches Aufrüsten im Kampf gegen hybride Bedrohungen allein nicht reicht, gibt es jetzt im Podcast „Thema in Sachsen“.
"Cool, rechtsextrem zu sein" - Löst Sachsen mit einem Aktionsplan für Schulen das Problem?
2026/08/21
„Auf TikTok und in anderen Sozialen Medien ist es cool, rechtsextrem zu sein. Das nehmen wir wahr und wollen dem auch absolut entgegentreten.“ Mit diesen deutlichen Worten beschreibt Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) im Podcast „Thema in Sachsen“ von Leipziger Volkszeitung und Sächsischer Zeitung eine Entwicklung, die zunehmend auch an Schulen im Freistaat sichtbar wird: politisch motivierte Straftaten nehmen zu. Sachsen will diesem Trend begegnen. Am Dienstag wurde dafür der „Aktionsplan gegen Extremismus an Schulen“ vorgestellt. Doch wie groß ist das Problem tatsächlich? Warum bleiben viele Vorfälle unentdeckt oder werden gar nicht erst gemeldet? Woher kommen extremistische Einstellungen schon bei Kindern im Grundschulalter? Und kann ein Aktionsplan für Schulen überhaupt an die Wurzel eines Problems gehen, das häufig außerhalb des Klassenzimmers entsteht? Im Podcast gehen Valentin Dreher, Investigativreporter von LVZ und SZ, und Host Fabian Deicke auf die Suche nach Antworten. Die offiziellen Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg bei politisch motivierten Straftaten an sächsischen Schulen. Im Jahr 2020 waren es noch 100, im Jahr 2025 weist die Kriminalstatistik 335 Fälle aus. Innenminister Armin Schuster (CDU), der auch im Podcast zu hören ist, warnt dennoch vor Alarmismus: „Schule ist kein Hauptschwerpunkt von politisch motivierter Kriminalität.“ Trotzdem könne es angesichts der Entwicklung keine Entwarnung geben. Beim genauen Blick in die Statistik fällt zudem etwas Entscheidendes auf: „Das zunehmende und auch das größte Problem an den sächsischen Schulen ist gerade der Rechtsextremismus“, ordnet Reporter Dreher die Lage ein. Anschließend berichtet er von Recherchen, die nahelegen, dass die Dunkelziffer deutlich größer sein könnte, als es die offiziellen Statistiken erkennen lassen. Bemerkenswert bei der Betrachtung der Gesamtlage ist auch das Alter der Kinder, die bei gemeldeten Fällen erfasst werden. Dreher berichtet von Grundschülern, die sich gegenseitig als „Juden“ beschimpfen, Hakenkreuze malen oder bei einem Museumsbesuch neben einem Pappaufsteller eines Jungen in Hitlerjugend-Uniform den Hitlergruß zeigen. Gerade bei sehr jungen Kindern stellt sich deshalb die Frage: Wann wird ein Vorfall ein Fall für Polizei und Justiz? Wo verläuft die Grenze zwischen Meldung machen oder pädagogisch reagieren? Sachsens Justizministerin Constanze Geiert (CDU), die auch im Podcast zu hören ist, betont dabei den besonderen Status des Klassenraums: „Der geschützte Raum ist das Klassenzimmer.“ Was dort passiere, könne in der Regel auch dort geklärt werden – mit pädagogisch sinnvollen Maßnahmen. Darauf setzt auch der neue Aktionsplan: Lehrer sollen schneller Unterstützung bekommen, politische Bildung soll gestärkt und etwa mit einer neuen Klassenstunde Demokratie stärker erlebbar werden. Ob das reicht, um zunehmendem Extremismus an Schulen entgegenzuwirken, dessen Ursachen oft außerhalb der Schule liegen, ist eine der zentralen Fragen der neuen Folge von „Thema in Sachsen“.
Weniger Handy, mehr KI: So startet Sachsen ins neue Schuljahr
2026/08/14
Für eine halbe Million Schülerinnen und Schüler in Sachsen beginnt am Montag das neue Schuljahr. Es ist also Zeit, zu fragen: Was ändert sich in den Klassenzimmern und was nicht? Der Freistaat weitet das Verbot von Mobiltelefonen bis Klasse 8 aus, will den Umgang mit digitalen Medien gezielter üben und Kinder mit den Chancen und Tücken von Künstlicher Intelligenz vertraut machen. Darüber spricht Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) in dieser Folge „Thema in Sachsen“. Außerdem dabei: Burkhard Naumann, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Sachsen. „Ich habe mal gesagt, das Verbot ist eigentlich kein Verbot, sondern eine Befreiung. Die Handys und die Algorithmen sind zu stark. Sie ziehen uns zu stark in diese digitale Welt“, begründet der Minister, warum er Handys jetzt nicht mehr nur an Grundschulen, sondern auch an Oberschulen und Gymnasien verbannt. Dabei stellt sich die Frage: Wie passt ein Handyverbot mit dem Ziel zusammen, die Kompetenzen von Schülerinnen und Schüler im Umgang mit digitalen Medien zu verbessern? Clemens erklärt ausführlich, was Sachsen mit einem neu eingeführten Medienpass vorhabe und warum es kein Widerspruch sei. Im Gegenteil sagt er: „Es ist aus meiner Sicht absolut der richtige Weg“. Das drängendste Problem aus Sicht der Lehrerschaft ist allerdings nicht das Handyverbot, sondern der Personalmangel. Sachsen hat für das neue Schuljahr 905 neue Lehrkräfte eingestellt. Ob das den Personalmangel reduziert, ist offen. Um den Personalmangel gleichmäßiger zu verteilen, setzt das Kultusministerium weiter auf Abordnungen. Zuletzt gab es rund 5000 Abordnungen an andere Schulen. Im neuen Schuljahr sollen es laut Kultusminister noch mehr sein. GEW-Landeschef Burkhard Naumann hält diesen Weg für problematisch. Lehrkräfte würden damit zwar dort eingesetzt, wo der Bedarf besonders groß ist, fehlten dann aber an ihren Stammschulen. Naumann spricht von einem „Verschiebebahnhof”. Es würden keine Lücken geschlossen, sondern eher neue geschaffen. Zudem kritisiert Naumann, dass abgeordnete Lehrerinnen und Lehrer teilweise fachfremd und an anderen Schularten unterrichten müssten. „Darunter leidet die Qualität“, befürchtet er. Wie sinnvoll ist das ausgeweitete Handyverbot? Wie denken auch Schüler und Eltern darüber? Und wie gut sind Sachsens Schulen auf KI und digitales Lernen vorbereitet? Alle Antworten gibt es in dieser Folge von „Thema in Sachsen“.
„Wir tappen nicht im Dunkeln“ - Der Drohnen-Angriff in Leipzig und was daraus folgt
2026/08/12
„Ich möchte nicht in irgendeiner Form Täterwissen preisgeben“, sagt Sachsens Innenminister Armin Schuster im Podcast „Thema in Sachsen“ von Leipziger Volkszeitung und Sächsischer Zeitung. Er sagt allerdings auch: „Wir tappen nicht im Dunkeln. Es gibt Ermittlungsansätze.“ Nach einer mehr als drei Stunden langen Sondersitzung des Innenausschusses im Sächsischen Landtag hat der CDU-Politiker am Mittwoch exklusiv mit LVZ und SZ über den Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen gesprochen - und darüber, was daraus folgt. Als unmittelbare Reaktion will sich Schuster für einen besseren Schutz des Flughafens Leipzig/Halle einsetzen. Am Abend des 4. August war dort mindestens eine mit Sprengstoff beladene Drohne niedergegangen. Nach bisherigen Erkenntnissen traf sie dabei wohl eine geparkte Frachtmaschine der ukrainischen Airline Antonov. „Mein oberstes Ziel ist erstmal, dass Leipzigs schnellstmöglich jetzt mit modernster Drohnen-Abwehrtechnik ausgestattet wird“, so der Innenminister. Dass der Flughafen binnen kurzer Zeit zum zweiten Mal Schauplatz eines Anschlagsversuchs geworden sei, verdeutliche die Dringlichkeit zum Handeln. Im Juli 2024 war im DHL-Logistikzentrum ein Paket explodiert, bevor es in eine Frachtmaschine verladen wurde. Nur knapp entging man damals einer Katastrophe. Beim Aufbau einer bundesweiten Sicherheitsinfrastruktur wolle Schuster den Bund aktiv unterstützen. „Wir sind sehr, sehr interessiert daran, dass das Thema Forschung und Entwicklung in der Drohnentechnik mit unserer Beteiligung stattfindet.“ Zudem betont der Minister, dass Sachsen beim Aufbau des neuen gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums in Berlin bereits jetzt schon „vollständig dabei ist“. Ebenso beim gemeinsamen Abwehrzentrum Hybrid. „Wir investieren im Moment wirklich Manpower in die Fragen, die wir hier aus sächsischer Sicht gerne beantwortet hätten.“ Gleichzeitig warnt der CDU-Politiker vor falschen Erwartungen: „Es ist unmöglich, ein Drohnen-Netz über Sachsen oder ganz Deutschland zu spannen, das uns für jeden Eventualfall 100 Prozent sichert.“ Warum das Errichten eines solchen Komplettschutzes technisch schwierig ist, erklärt im Podcast Gerald Wissel. Er ist als Vorsitzender des Europäischen Verbandes für unbemannte Luftfahrt ein anerkannter Drohnenexperte. Schließlich dreht sich der Podcast auch um die zentrale Frage, wie man mit einer Drohne umgeht, die als gefährlich eingestuft wird. Wie im Fall von Leipzig gesehen, ist es potenziell möglich, dass eine Drohne Sprengstoff transportiert. Will und kann man so ein Fluggerät über bewohntem Gebiet abfangen oder abschießen? Wie sich dazu Sachsens Innenminister positioniert und was Experte Gerald Wissel bei der Gefahrenabwehr für notwendig hält, das gibt es zum Hören in der aktuellen Folge „Thema in Sachsen“. Außerdem berichtet in dieser Folge der LVZ- und SZ-Reporter Florian Reinke über alle bis zu diesem Mittwoch bekannten Details zum Drohnen-Vorfall sowie den Ermittlungen.
"17.53 Uhr war die Welt kaputt" - Rathen, das Unwetter und eine Welle der Hilfsbereitschaft
2026/08/07
„Bis zu diesem Freitagabend um 17.51 Uhr war die Welt in Ordnung. Um 17.53 Uhr war sie kaputt.“ Mit diesen Worten beschreibt Andreas Koreng die wohl dramatischsten Minuten seines Lebens. Der 50-Jährige betreibt die Gastronomie an der Felsenbühne Rathen und war am 31. Juli vor Ort, als ein heftiges Gewitter das Freilichttheater, den Amselgrund und den Basteiweg verwüstete. Ein 28-jähriger Mann kam dabei ums Leben, mehrere weitere Menschen wurden verletzt. Im Podcast „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung schildert Koreng, wie er zunächst Sicherheit vor umherfliegenden Bäumen suchte, um dann als einer der Ersten vor Ort bei der Suche nach Verletzten zu helfen. Eine Woche nach dem Gewitter findet er sich nun selbst in einer Notlage wieder: Sein Imbiss ist zerstört, seine unternehmerische Existenz bedroht. Wie konnte dieses örtlich begrenzte, kleine Gewitter solche Verwüstungen anrichten? Ist diese Fallböe, um die es sich gehandelt hat, ein Wetterphänomen, mit dem häufiger im Zuge des Klimawandels zu rechnen ist? Und wie geht es für die Betroffenen und die Tourismusregion Sächsische Schweiz jetzt weiter? Diesen Fragen geht der Podcast nach – mit Andreas Koreng, der Initiatorin eines Spendenaufrufs für den Gastronomen, Michaela Gornickel, dem Meteorologen Valeri Goldberg von der TU Dresden, Tino Richter vom Tourismusverband Sächsische Schweiz und Lokalreporter Dirk Schulze, der seit einer Woche die Lage genau verfolgt.
Das Eigenheim – ein sicheres Vermögen? Warum das in Sachsen nicht mehr überall zutrifft
2026/07/31
Rund 40 Prozent aller Eigentumsimmobilien in Sachsen gehören Menschen aus der sogenannten Boomer-Generation. Den Häusermarkt und jene, die ein Haus in den nächsten Jahren verkaufen wollen, stellt das vor ein großes Problem: „Die Nachfrage nach Häusern wächst nicht in dem Maße wie das Angebot“, erklärt Martin Schatz vom Immobilienverband Deutschland im Podcast „Thema in Sachsen“. Die Folge: Eigentümer oder Erben bekommen ihre Immobilien mitunter jahrelang nicht los und müssen dabei teils erhebliche Wertverluste hinnehmen. In der Immobilienbranche wird dieser Effekt in Anspielung auf die vornehmlich graue Haarfarbe von älteren Menschen als „Silver Tsunami“ bezeichnet. Im übertragenen Sinn könnte man also auch von einer zerstörerischen Welle sprechen, die sich gerade Bahn bricht. Doch wie ernst ist das Problem tatsächlich? Wie kommt es zu diesem Phänomen? In welchen Regionen ist es stärker, schwächer oder gar nicht ausgeprägt? Und welche Maßnahmen könnten helfen, um die Lage zu entschärfen? Diesen Fragen stellen sich in dieser Folge des Podcasts Investigativreporter Josa Mania-Schlegel, der mit Betroffenen spricht und zahlreiche Inserate auf Immobilienportalen ausgewertet hat, sowie der Dresdner Immobilienunternehmer Martin Schatz. Er ist zugleich ehrenamtlich als Vorsitzender beim Immobilienverband Deutschland in Sachsen und Sachsen-Anhalt tätig.
Gefangen im Mietvertrag: So hart trifft der Lock-in-Effekt Menschen in Leipzig und Dresden
2026/07/23
Umziehen in eine kleinere Wohnung, um Geld zu sparen – eigentlich klingt das logisch. Doch wer das in einer Großstadt wie Leipzig oder Dresden vorhat, merkt schnell: Günstiger wird es in der Regel nicht. Was an Nebenkosten gespart werden kann, zahlt man bei der Kaltmiete in einem neuen Mietvertrag oft drauf. Das stellt auch Romina Stawowy fest. Die Dresdnerin möchte mit ihren drei Kindern und dem Hund von einer Fünfzimmerwohnung in eine mit vier Zimmern wechseln. Seit mehr als einem halben Jahr dauert die Suche inzwischen. „Je mehr ich mich damit beschäftige, desto frustrierender wird es“, sagt sie im Podcast „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung. Sie berichtet von zahlreichen Wohnungsbesichtigungen, ungewollten Dating-Anfragen, und davon, wie es sich anfühlt, nach mehrstufigen Bewerbungsprozessen immer wieder mit leeren Händen dazustehen – oder nur die Wahl zu haben, in eine vollkommen überteuerte Wohnung zu ziehen. Derzeit zahle sie rund neun Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. Bei ihrer Suche sei sie regelmäßig auf Angebote für „14, 15 oder 19 Euro – in einem Fall sogar auf 26 Euro pro Quadratmeter“ gestoßen. Für deutlich weniger Wohnfläche hätte sie damit nahezu die gleiche oder sogar eine höhere Miete zahlen müssen. Irgendwann, so schildert sie es, habe sie gemerkt, dass sie immer wieder auf die gleichen Probleme gestoßen sei: dass es nicht genug geeignete Wohnungen für Familien gibt und der Markt vor allem Alleinerziehende benachteiligt. Wieso Stawowy mit ihrer Erfahrung kein Einzelfall ist, erklärt Jens Rometsch. Der Reporter berichtet seit vielen Jahren für die Leipziger Volkszeitung über den immer angespannter werdenden Wohnungsmarkt in Großstädten und die Entwicklung von Mieten. Zuletzt im Fokus seiner Berichterstattung: der sogenannte Lock-in-Effekt. „Zu Deutsch bedeutet das zwar ‚eingesperrt sein‘. Es wird aber niemand eingesperrt in seiner Wohnung. Der Effekt beschreibt, warum sich ein Umzug oft nicht mehr lohnt, weil die Mieten so stark gestiegen sind.“ Seit wann besteht dieses Problem – und welche Lösungen gibt es? Könnte die Vereinfachung von Regeln beim Wohnungstausch helfen? Oder muss einfach mehr gebaut werden? Rometsch analysiert im Podcast minutiös die Lage am Wohnungsmarkt. Außerdem erklärt der Experte, wie die Instrumente Mietspiegel und Mietpreisbremse wirken und wie man sich konkret in Leipzig gegen zu hohe Mieten über eine Beschwerdestelle wehren kann. Romina Stawowy berichtet unterdessen auch davon, wie sie ihre Erfahrungen mit dem Lock-in-Effekt und ihrer teils abenteuerlichen Wohnungssuche inzwischen zur Aufgabe gemacht hat. „Ich sitze an einer App. Den Prototyp gibt es schon.“ Sie soll es Menschen mit besonderen Merkmalen – etwa Alleinerziehenden, Hundehaltern oder Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen – erleichtern, passende Wohnungsangebote zu finden. Außerdem im Podcast zu hören: Alexander Müller, Direktor des Verbands der Wohnungswirtschaft Sachsen. Er erklärt, wieso es seit Jahren beim Neubau klemmt und zum Beispiel mehr serielles Bauen sowie einfachere Planungsverfahren erheblichen Nutzen bringen würden. Zudem richtet sich der Blick auf die sächsische Landespolitik: Welche Maßnahmen sollen den Wohnungsmangel in den Großstädten lindern? Und wie viel Geld fließt aus dem Sondervermögen des Bundes tatsächlich in den Wohnungsbau in Sachsen?
Wieso Sachsen neue Gaskraftwerke will - und warum Strom teurer wird
2026/07/17
Mit neuen Gaskraftwerken will sich Deutschland künftig vor Stromengpässen schützen. Doch diese Sicherheit hat ihren Preis. Ab 2031, also ab dem Zeitpunkt, an dem die ersten neu gebauten Kraftwerke ans Netz gehen sollen, ist eine Umlage geplant, die jeder Stromverbraucher zahlen muss. Wie stark wird sich das auf die Stromrechnung auswirken? Energieökonom Dominik Möst von der TU Dresden rechnet es im Podcast „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung vor. Der Wissenschaftler kommt zu dem Schluss, dass es mit dem Strompreis ab dann zwar weiterhin „grundsätzlich in die falsche Richtung geht“, eine Kostenexplosion allerdings nicht zu erwarten sei. Stattdessen sei es positiv zu bewerten, dass mit den neuen Reservekapazitäten überhaupt erst die Voraussetzungen für eine sichere Stromversorgung geschaffen würden. Doch ist das Setzen auf Gas solch eine gute Idee, wo doch ausgerechnet dieser Rohstoff im Zuge globaler Konflikte immer teurer geworden ist und starken Preisschwankungen unterliegt? Auch diese grundsätzliche Frage beantwortet der Wissenschaftler und erklärt dabei genau, wie groß die Lücke in der Stromversorgung wird, wenn ab 2038 die Kohleverstromung endgültig vorbei ist. Dass in den kommenden fünf Jahren Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von elf Gigawatt gebaut werden, ist mit dem sogenannten „Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz“ besiegelt worden. Wie insbesondere Sachsen davon profitieren will, erklärt im Podcast Franziska Höhnl, Landespolitik-Korrespondentin von SZ und LVZ. Die Reporterin schildert, wie vor allem die bisherigen Braunkohlestandorte in der Lausitz und rund um Leipzig auf Investitionen und neue Perspektiven hoffen können. Zudem ordnet Höhnl ein, was es mit der Abschwächung des ursprünglich geplanten „Südbonus‘“ auf sich hat – und wieso das vergangene Woche verabschiedete Gesetz auch ein Beleg dafür ist, wie sich ostdeutsche Interessen auf Bundesebene durchsetzen können. Die Folge von „Thema in Sachsen” behandelt außerdem auch zentrale Verbraucherfragen: Warum wird Strom trotz eines fortwährend steigenden Anteils erneuerbarer Energien nicht automatisch günstiger? Welche Rolle könnten Batteriespeicher künftig übernehmen? Und wieso ist bei aller Kritik am Bau von neuen Gaskraftwerken die andauernde Diskussion um eine Rückkehr zur Atomkraft nicht zielführend? Alle Antworten gibt es im Podcast.
Was würde passieren, wenn VW in Zwickau wirklich dichtmacht?
2026/07/08
„Der Aufsichtsrat schneidet sich ins eigene Fleisch, sollte er den Standort schließen“, das sagt Jens Katzek, Geschäftsführer des Automotiv Cluster Ostdeutschland im Podcast „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung. Der Branchenexperte ordnet darin ein, welche Folgen es hätte, sollte der Volkswagen-Konzern sein Werk in Zwickau aufgeben. Der mutmaßliche Plan ist vor reichlich zwei Wochen bekannt geworden, als eine Streichliste durch einen Bericht im Manager Magazin lanciert wurde. Demnach erwägt VW offenbar die Schließung von vier Werken in Deutschland. Darunter ist auch das in Zwickau, das wiederum erst vor wenigen Jahren für mehr als eine Milliarde Euro speziell für die Produktion von E-Autos umgebaut wurde. Was würde passieren, wenn VW in Zwickau wirklich dichtmacht? Könnte das Werk von einem anderen Hersteller übernommen werden - perspektivisch vielleicht chinesische Autos produzieren? Oder macht sich die Region Südwestsachsen jetzt unabhängiger von der Autoproduktion und setzt künftig den Schwerpunkt auf andere Branchen - zum Beispiel Rüstung? Darum geht es in der aktuellen Folge des Podcasts, in der neben dem Auto-Experten Katzek auch mehrere VW-Mitarbeiter zu Wort kommen. Außerdem schildert Investigativreporter Gunnar Klehm seine Eindrücke von Recherchen vor Ort und Oberbürgermeisterin Constance Arndt beschreibt die heikle aber nicht aussichtslose Situation für ihre Stadt.

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