
Werben im Podcast: Wer wir sind und warum das nicht klappte ...
Bewertung
5von
Dieser Podcast hat
87 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Jan Schulte-KellinghausExplizit
Ja
Erstellt am
2025/04/06
Neueste Episode
2026/10/28
Durchschnittsdauer
68 min.
Veröffentlichungsintervall
7 Tage
Beschreibung
Die deutsche Geschichte vom Neandertaler bis Angela Merkel. Die Podcastserie reist in 99 Folgen durch die deutsche Geschichte. Du lernst spannende Orte und Expertinnen kennen und bekommst den Überblick über das, was war.
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#81 "Dem Reich der Freiheit werb ich Bürgerinnen" - Der Kampf um das Frauenwahlrecht
2026/10/28
Mit Kerstin Wolff: 1919 konnten Frauen das erste Mal an einer Reichstagswahl teilnehmen. Wie wurde das Frauenwahlrecht von der Utopie zur Realität? Welche starkenFrauen haben dafür gekämpft? Und wieso war Deutschland damit ein Vorreiter in Europa? Darüber sprechen wir heute.
Das Allgemeine Preußische Landrecht legte 1794 unmissverständlich fest, dass die Frau dem Mann untergeordnet war. Der Ehemann war das „Haupt derGemeinschaft“. Er hatte das alleinige Bestimmungsrecht über den Wohnort, das Vermögen der Frau und die gemeinsamen Kinder. Unverheiratete Frauen blieben lebenslang unter der Vormundschaft ihres Vaters.
Daran änderten auch die Französische Revolution undder Siegeszug von Napoleon durch Europa nichts. Auch in Frankreich galten die Menschenrechte ausschließlich für Männer. In Deutschland waren es Louise Otto, Clara Zetkin, Helene Lange oder Gertrud Bäumer die - jede auf Ihre Art - für die Rechte der Frauen kämpften.
Ich spreche mit Kerstin Wolff, Professorinfür Gesellschaftswissenschaften und Leiterin derForschungsabteilung im Archiv der Deutschen Frauenbewegung über die Vorkämpferinnen für die Rechte der Frauen im 19. Jahrhundert.Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier:
www.99xgeschichte.deDas Goetheinstitut bietet diese Podcastreihe auf seiner Plattform "Deutschstunde" an.
Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten.
"Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcast.de, #Historytelling und Mittelalter.digital.
Du willst mehr erfahren über die Arbeit der Podcaster mit einem Faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Podcast rein: "Hinter der Geschichte" das Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster.
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#80 Bismarck: Wie eisern war der "Eiserne Kanzler"?
2026/10/21
Mit Christoph Nonn: Nach der Reichsgründung regierte Otto von Bismarck 19 Jahre lang als Reichskanzler. In der Innenpolitik hatte er zwei Hauptfeinde: Sozialisten und die Katholiken. Nachdem das Erste Vatikanische Konzil 1870 beschlossen hatte, dass der Papst in bestimmten Religionsfragen unfehlbar sei, begann Bismarck mit seinem „Kulturkampf“ gegen die Katholiken. Er verbot politische Predigten, löste den Jesuitenorden in Deutschland auf und drohte mit dem Entzug aller finanziellen Mittel, falls die Gesetze nicht eingehalten würden. Als sein Sohn sich anschickte, eine katholische Frau zu heiraten, drohte der Reichskanzler mit Selbstmord. Anders als bei den Katholiken, fuhr er im Kampf gegen die Sozialisten eine Doppelstrategie. Um den sozialistischen Politikern das Wasser abzugraben, setzte er einen großen Teil ihrer Forderungen um: Er führte eine verpflichtende Krankenversicherung, eine Unfallversicherung und eine Invaliden- und Altersversicherung für Arbeiter ein. Die Arbeitgeber hatten sich zur Hälfte an den Kosten zu beteiligen und die Arbeiter konnten Ihre neuen Rechte vor Gericht einklagen. Außenpolitisch war die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts die Zeit des Imperialismus. Die europäischen Großmächte teilten zusammen mit den USA und Japan die Welt praktisch untereinander auf. Es ging um Kolonien und territorialen Zuwachs. Nur einer machte da nicht mit: Otto von Bismarck. Er erklärte das Deutsche Reich für „saturiert“. Er nannte alle kolonialen Ideen „Schwindel“: „Solange ich Reichskanzler bin, betreiben wir keine Kolonialpolitik“. Und trotzdem wurden die größten deutschen Kolonialgebiete in seiner Regierungszeit "unter Schutz gestellt". Wie eigenständig hat Bismarck regiert? Warum hasste er die Katholiken so sehr? Warum verbot er die Sozialisten und setzte anschließend Ihre Forderungen um? Und wieso begründete er die deutsche Kolonialpolitik, obwohl er sie für „Schwindel“ hielt? Darüber und über sein Verhältnis zum Kaiser spreche ich mit Christoph Nonn, Prof. für Neueste Geschichte an der Uni Düsseldorf.
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#Neuere und neueste Geschichte #Deutschland # Westeuropa #Europa
#79 Karl Marx und die SPD
2026/10/14
Mit Stefan Berger: Mit 24 Jahren wurde Karl Marx Chefredakteur der Rheinischen Zeitung in Köln. Den Verlegern war Marx als Schreibtalent mit messerscharfem Verstand aufgefallen. Mit seinen Attacken gegen die Preußische Zensur und Kontrolle machte Marx seinen Verlegern besondere Freude. Allerdings nicht lange, denn ein Jahr später wurde das Blatt verboten. Karl Marx ging daraufhin nach Paris. In Paris traf Karl Marx nicht nur den „Bund der Gerechten“ sondern befreundete sich mit Friedrich Engel. Engels war der Sohn eines Fabrikanten aus Wuppertal. Der Vater betrieb in Manchester eine Baumwollspinnerei und hatte seinen Sohn Friedrich dort hingeschickt, damit er dort Erfahrungen sammele. Was des Fabrikantensohn in Manchester aber am meisten bewegte, war die miserable Lage der Arbeiter. Schockiert berichtete er dem Journalisten Marx über die Ausbeutung der Fabrikarbeiter und ihrer Familien.
Wie Marx vom liberaldemokratischen Journalist zum Kopf der kommunistischen Bewegung in Europa wurde und wie er aus dem Exil in London den Aufstieg der SPD begleitete, darüber spreche ich mit Stefan Berger, Professor für für Sozialgeschichte und Direktor des Instituts für soziale Bewegungen an der Uni Bochum.
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#Neuere und neueste Geschichte #Deutschland # Westeuropa #Europa
#78 Krupp, Siemens und die Gründerzeit
2026/10/07
Mit Konstantin Richter: Alfred Krupp, Werner Siemens, die AEG und die Deutsche Bank: Sie alle wurden im19. Jahrhundert groß. Wie die deutsche Industrie erfunden wurde, und warum die Reichsgründung von 1871 so einen Boom auslöste, ist unser Thema heute. Das Deutsche Kaiserreich vollendete den Binnenmarkt: Vereinheitlichungen, bei den Währungen, den Maßen und Gewichten, bei der Post, im Rechtssystem und der Wegfall aller Binnenzölle lösten einen Wirtschaftsaufschwung aus. Dazu kam noch eine Sonderentwicklung. Nach dem Sieg über Frankreich hatte das deutsche Reich die Franzosen zu Reparationszahlungen in Höhe von 5 Milliarden Francs verpflichtet. Das waren ca. 1500 Tonnen Gold. Und das Geld floss. Die Kombination aus dem neuen Binnenmarkt, technischem Erfindergeist und französischen Reparationszahlungen löste eine Welle von Unternehmensgründungen aus, die der Epoche ihren Namen gab. Die „Gründerzeit“ steht nicht nur für den wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands,auch den Baustil der Städte hat sie geprägt. Die Mietskasernen in Berlin mit ihren vielen Hinterhöfen erinnern daran genauso, wie die schlossähnlichen Gründerzeitvillen der Industriellen in den edlen Wohngegenden.
Konstantin Richter hat mit seinem Buch "300 Männer - Aufstieg und Fall der Deutschland AG" den Sachbuchpreis 2026 gewonnen. Darin erzählt er die Geschichte der großen deutschen Unternehmen von den Anfängen der Industrialisierung bis heute.
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#Neuere und neueste Geschichte #Deutschland # Westeuropa #Europa
#77 Bismarck und das Deutsche Kaiserreich
2026/09/30
Mit Christoph Nonn: 1871 wurde im Spiegelsaal von Versailles das Deutsche Kaiserreich ausgerufen. 65 Jahre nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches entstand ein Deutsches Kaiserreich unter der Führung des preußischen Königs. Otto von Bismarck war der Gründungskanzler des Deutschen Kaiserreiches. Aber war er auch der Gründer? Wieviel Strategie oder wieviel Zufall steckte hinter den drei Kriegen, die Österreich ausschlossen und schließlich alle anderen deutschen Staaten hinter der Idee eines Deutschen Kaiserreiches versammelten? Warum gaben Bayern, Württemberg und Baden ihre Eigenständigkeit auf? Warum kämpften die Sachsen und Welfen in Hannover gegen die preußische Dominanz? Und warum hatten sie am Ende keine Chance? Darüber spreche ich mit Christoph Nonn. Er hat eine lesenswerte Biografie über Bismarck verfasst und ist Professor für Neueste Geschichte an der Uni Düsseldorf.
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#Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
#76 Die Idee vom Judenstaat - Wer war Theodor Herzl?
2026/09/23
Mit Michael Brenner: Die Gründung des Deutschen Kaiserreiches war nicht nur für die Nation historisch, sondern auch für eine kleine Minderheit in der Bevölkerung: Den Jüdinnen und Juden. Das Gesetz zur „Gleichberechtigung der Konfessionen“ wurde im neuen Reich in Kraft gesetzt. Das heißt: Der jüdische Glaube durfte nicht mehr diskriminiert werden. Beschränkungen bezüglich Wohnort, Beruf oder Eigentum wurden aufgehoben und Jüdinnen und Juden als Staatsbürger anerkannt. Damit waren Jüdinnen und Juden nach Jahrhunderten der Diskriminierung endlich rechtlich den christlichen Bürgern gleichgestellt.
Aber der Judenhass hörte nicht auf. Er wechselte nur das Gewand: Die Erfindungen des Antisemitismus und der Rassenlehre stellten die gerade erworbenen Rechte wieder grundsätzlich infrage. Man setzte nicht mehr bei der Religion an, sondern behauptete, Juden wären eine eigene Rasse, die „Semiten“. So blieb ein Jude, egal ob er gläubig, getauft oder atheistisch war, immer ein Jude. Wie die Jüdinnen und Juden auf diese nicht enden wollende Aggression reagierten, welche Strategien sie entwickelten, darüber spreche ich in dieser Folge mit dem Professor für Jüdische Geschichte und Kultur an der Uni München und Direktor des Centers für Israel Studies an der American University in Washington: Michael Brenner.
Hier ist der im Intro versprochene link zum "Sagenreich":
www.startnext.com/sagenreich
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Mehr zu "Let´s play Mittelalter" im Hansemuseum in Lübeck erfahrt Ihr hier:
https://www.hansemuseum.eu/ausstellung/lets-play-mittelalter/
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#Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
#75 Die Deutsche Revolution 1848
2026/09/16
Mit Dieter Langewiesche: 50 Jahre nach der Französischen Revolution rollte wieder eine Revolutionswelle durch Europa, wieder ausgelöst in Frankreich und diesmal riss sie auch die Deutschen mit. 1848 setzten die deutschen Revolutionäre freie Wahlen zu einer Nationalversammlung durch und entwickelten eine demokratische Verfassung, die beispiellos war.
Hätten die Könige und Fürsten des Deutschen Bunds sich darauf eingelassen, dann hätte das national geeinte Deutschland 1849 die freiheitlichste und demokratischste Verfassung in ganz Europa haben können.
Aber es kam anders. Der Preußische König, dem die Revolutionäre die Kaiserkone dieses fortschrittlichen Nationalstaats anboten, lehnte ab. Das sei eine „Krone aus der Gosse“, der der „Ludergeruch der Revolution“ anhafte. Unter dem militärischen Widerstand der feudalen Obrigkeit brach die Revolution schließlich zusammen.
Wie es zur fortschrittlichsten Verfassung Europas für ein geeintes Deutschland kam, und warum diese revolutionäre Initiative dann doch keine Chance hatte, darüber spreche ich mit dem führenden Experten für Liberalismus uns Nationalismus im 19. Jahrhundert: Dieter Langewiesche, emeritierte Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Uni Tübingen und Autor einschlägiger Standardwerke.
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#Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
#74 Deutschland: Die Idee einer Nation
2026/09/09
Mit Dieter Langewiesche: Die Ideen der französischen Revolution hatten auch in Deutschland das Denken verändert. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit waren für viele die schillernden Versprechen der Volkssouveränität. Aber: Napoleon hatte mit seinen vielen Siegen über Österreich, Preußen und das Heilige Römische Reich auch gezeigt, wie wenig schlagkräftig das Heilige Römische Reich mit seinen über 300 Klein- und Kleinstaaten war.
Im Widerstand gegen Napoleon entwickelten sich die ersten Ansätze einer nationalen Idee. Friedrich Jahn propagierte 1811 auf der Hasenheide in Berlin das „patriotische Turnen“: Leibesertüchtigungen von jungen Männern für den Kampf gegen Napoleon und für einen einheitlichen deutschen Nationalstaat. Allerdings einen Nationalstaat mit bürgerlichen Freiheitsrechten.
Diese politische Strömung kombinierte die bürgerlichen Freiheitsrechte der französischen Revolution mit der Vorstellung eines einheitlichen deutschen Nationalstaates.
Die Fürsten und Könige waren weder für bürgerliche Freiheitsrechte noch für die nationale Idee zu haben. Wie die Bewegung für Einheit und Freiheit gegen den Widerstand der Obrigkeit trotzdem langsam Fahrt aufnahm. Welche Rolle die Gebrüder Grimm dabei spielten und warum das Fest auf der Wartburg 1817 und das Fest auf dem Hambacher Schloss 1832 so eine Sprengkraft entwickelten, darüber spreche ich mit Dieter Langewiesche. Der emeritierte Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Uni Tübingen ist der führende Experte zu den Themen Nationalismus und Liberalismus in Deutschland.
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#Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
#73 Wie Napoleon dem Heiligen Römischen Reich ein Ende machte
2026/09/02
Mit Ute Planert: Bewunderter Revolutionär oder gehasster Usurpator? Wie dachten und lebten die Deutschen unter Napoleon? Das besprechen wir in dieser Folge. Wir sind in unserer chronologischen Erzählung bei der französischen Revolution angekommen. Als 1789 in Paris der Sturm auf die Bastille losbrach, war Napoleon Bonaparte 19 Jahre alt und weit weg vom Geschehen. Ein hochbegabter junger Leutnant auf einer Artillerieschule in der Nähe von Dijon.
Er wuchs als Sohn einer angesehenen Familie auf Korsika auf und war ein Mathe-Genie. Nützlich für die Berechnung der Einschläge von Kanonenkugeln. Schnell machte er in der französischen Artillerie Karriere. Als sich im ersten Revolutionskrieg Österreich, Preußen, Großbritannien gegen die französischen Revolutionäre verbündeten, glänzte Napoleon mit seiner Artillerietaktik und wurde mit 24 Jahren zum Brigadegeneral befördert. Zusammen mit den anderen französischen Generälen zwang er Österreich zum Frieden von Campo Formio. Nach dem Sieg über Österreich zog Napoleon nach Ägypten, um den Welthandel der Engländer lahmzulegen. Obwohl dieser Feldzug eine Pleite war, kehrte Napoleon im Triumphzug nach Paris zurück, zettelte einen Staatsstreich an und ließ sich zum Ersten Konsul der Republik wählen. Zehn Jahre nach dem Sturm auf die Bastille – 1799 - erklärte er die Französische Revolution für beendet. Aber die Kriege in Europa gingen weiter. Napoleon besiegte Österreich erneut und ordnete die Mitte Europas neu. Seine Politik führte zum Ende des Heiligen Römischen Reiches. 1806 dankte der Kaiser ab und die Insignien der Macht wanderten als Schaustücke in die Schatzkammer der Hofburg in Wien.
Mit Ute Planert, Napoleonspezialistin und Professorin für Neuere Geschichte an der Universität Köln, spreche ich über das Leben und die Politik in Deutschland in der Zeit als Napoleon Europa dominierte.
Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier:
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#Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
#72 Die Deutschen und die Französische Revolution
2026/08/26
Mit Daniel Schönpflug: Am 14. Juli 1789 brach mit dem Sturm auf die Bastille in Paris die Französische Revolution aus. Im August schaffte die Nationalversammlung die Vorrechte des Adels ab. Das Ende des Feudalismus in Frankreich. Das Parlament garantierte jedem Franzosen Menschen- und Bürgerrechte: Gleichheit vor dem Gesetz, Eigentums-, Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit.
In Deutschland feierten liberale Intellektuelle Freiheitsfeste. 1790 im "Glücksjahr" der Revolution lud der Hamburger Kaufmann Sieveking zu einem Fest nach Harvesthude anlässlich des ersten Geburtstags der Revolution.
Die anderen europäischen Monarchen blickten zuerst mit Häme, dann mit Entsetzen nach Frankreich. Die französische Revolutionsarmee schlug preußische und östereichische Truppen und besetzte 1792 linksrheinische Gebiete. Revolutionsbegeisterte Mainzer Bürger feierten die Franzosen kurz nach ihrem Einzug als Befreier von alten absolutistischen Unterdrückungsstrukturen. In Mainz wurde ein Jakobinerclub gegründet, der für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit warb. Viele Orte ließen sich von der Begeisterung anstecken. Feierlich pflanzte man Freiheitsbäume und gründete neue Jakobinerklubs. Der größte von ihnen, der Mainzer, zählte 492 Mitglieder.
Im Februar ließen die Franzosen in den besetzten linksrheinischen Gebieten ein Parlament wählen. Die neuen deutschen Volksvertreter trafen sich im März 1793 zum Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent in Mainz und beschlossen die Angliederung der Mainzer Republik an Frankreich.
Das Terrorregime von Robespierre ließ die Begeisterung deutscher Intellektueller schnell wieder abkühlen. Aber auch nach dem Terror blieb die Revolutionsarmee erfolgreich. 1794 besetzten die Franzosen Köln und das Rheinland. Köln blieb die nächsten 20 Jahre französisch.
1795 ließ Preußen die antirevolutionäre Allianz mit Österreich und dem Heiligen Römischen Reich im Stich und schloss einen Separatfrieden mit Frankreich.
Warum verriet Preußen das Reich, und war diese Aufgabe der Anfang vom Ende des Heiligen Römischen Reiches? Was dachten die Deutschen über die französische Revolution? Darüber spreche ich mit Daniel Schönpflug, Professor für Geschichte an der FU Berlin und Leiter der wissenschaftlichen Programme am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
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#Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
#71 Die Deutschen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg
2026/08/19
Mit Marian Füssel: Was hat der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg in einem Podcast zur deutschen Geschichte zu suchen?
Erstens: Mit der Vermietung von Soldaten für den 3000 Seemeilen entfernten Krieg war viel Geld zu verdienen. Das Schloss Wilhelmshöhe in Kassel zeugt davon.
Zweitens: Die Ideen der Aufklärung wurden das erste Mal politisch umgesetzt. Friedrich der Große war überzeugt, dass das Experiment USA scheitert.
Drittens: Es war ein General aus der Meisterklasse von Friedrich dem Großen, der die Amerikaner militärisch fit für ihren Freiheitskampf machte: Friedrich Wilhelm von Steuben. Steuben wird noch immer jedes Jahr in New York mit der Steubenparade gefeiert. 5000 Marschierende und 150.000 Zuschauer auf der Fifth Avenue gedenken dem preußischen Eliteoffizier, der aus sehr privaten Gründen in den Unabhängigkeitskrieg auswanderte.
Und schließlich wurde dem Bruder von Friedrich dem Großen, Heinrich, die Krone von Amerika angeboten.
Warum er das Angebot ablehnte und wie ernsthaft es gemeint war, darüber spreche ich mit Marian Füssel. Die Militärgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts gehört zu den Forschungsschwepunkten des Professors für die Frühe Neuzeit an der Uni Göttingen.
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#Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
#70 Der Siebenjährige Krieg
2026/08/12
Mit Marian Füssel: Friedrich der Große war am Ende. Nach der verlorenen Schlacht von Kunersdorf schrieb er 1759 an einen Freund: „Adieu für immer…Ich werde den Untergang meines Vaterlandes nicht mehr erleben.“. Preußen und Friedrich II. standen am Abgrund.
Elf Jahre zuvor hatte Friedrich der Große Maria Theresia, in zwei Kriegen ihre wohlhabendste Provinz abgenommen: Schlesien. Jetzt schlug die Kaiserin zurück. Sie rüstete sie ihre Habsburger Armee auf und vollzog einen fundamentalen Schwenk in der Bündnispolitik. Sie verbündete sich mit ihrem alten Erzfeind dem König von Frankreich. Um die Allianz gegen Preußen weiter zu stärken, animierte sie auch Spanien und die russische Zarin mobil zu machen. Österreich, Frankreich, Spanien und Russland gegen Preußen: Das war eine erdrückende militärische Übermacht. Sieben Jahre lang wurden regionale, europäische und globale Machtinteressen ausgefochten. Über eine Million Menschen starben weltweit. Friedrich der Große wähnte sich zeitweise am Ende. Seine Rettung war für ihn ein Wunder. Das „Mirakel des Hauses Brandenburg“ und wie es Friedrich am Ende doch gelang, sein Reich und Schlesien für sich zu retten, darüber spreche ich heute mit Marian Füssel, Professor für die Frühe Neuzeit an der Uni Göttingen.
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#Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
Hinter der Geschichte: Verschwörungstheorien, Ritterschlachten und die Odyssee
2026/08/07
Victoria, Willem und Jan sprechen heute über ihre Verehrung für Theophanu, die größte Ritterschlacht, die je auf deutschem Boden geschlagen wurde und über Verschwörungstheorien von indogermanischen Olympischen Spielen lange bevor es Olympia gab. Willem schildert, wie man als junger Vater Familie und Podcast unter einen Hut bringt; Victoria verrät, warum sie sich keine Skripte schreibt, und Jan bleibt ganz allein mit seiner Begeisterung für den aktuellen Kinofilm „Die Odyssee“ von Christopher Nolan.
Beteiligte Podcasts:
Historia Universalis: https://open.spotify.com/show/59ao0Kf15qX98goMlnQoE9?si=94e329907b6249c4
Eine Geschichte der Stadt Köln:
https://open.spotify.com/show/6kk7THL3rdJAmWU4Nj3jPV?si=37ef4f5b38e54540
Wer wir sind und warum das nicht klappte…In 99 Folgen durch die deutsche Geschichte:
https://open.spotify.com/show/3vekKYAszPUMR4ThiIPgr9?si=42514bf00ec24f55
#69 Wie aufgeklärt war Friedrich der Große?
2026/08/05
Mit Barbara Stollberg-Rilinger:
Friedrich der Große war nicht nur ein brutaler Machtpolitiker sondern auch ein Anhänger der Aufklärung. Als er mit 28 Jahren König von Preußen wurde, schaffte er als erster Monarch in Europa die Folter ab.
Selbst Calvinist ließ Friedrich in Berlin eine katholische Kirche bauen als Zeichen seiner Toleranz. Sehr bekannt ist sein Satz: „jeder soll nach seiner façon glücklich werden“ Er hat aber auch gesagt: „ …und wenn die Türken und die Heiden kämen, so wollen wir für sie Moscheen bauen“.
Am Ende des 17. Jahrhunderts wurde ganz Europa von einer geistig-sozialen Bewegung erfasst, die sich auf viele unterschiedliche Lebensbereiche auswirkte. Auf die Landwirtschaft, die Bildung, das bürgerliche Selbstbewusstsein, die Religion, die Justiz und auch die Geschlechterrollen. Alles wurde auf den Prüfstand gestellt und die Vernunft war der Maßstab.
Warum Toleranz, Vernunft und Logik, Rechtsstaatlichkeit und Transparenz, Wissenschaft, Pressefreiheit und Menschenrechte plötzlich ihren Triumphzug durch Europa antraten. Und ob Friedrich der Große tatsächlich ein Vorreiter dieser Bewegung war oder auf der Welle geritten ist, darüber spreche ich heute mit Barbara Stollberg-Rilinger, Professorin für die Frühe Neuzeit und Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin.
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#68 Friedrich der Große und Maria Theresia
2026/07/29
Mit Barbara Stollberg-Rilinger: Maria Theresia und Friedrich der Große pflegten eine besonders prominente Feindschaft in der deutschen Geschichte. Maria Theresia war Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen. Friedrich II. („genannt der Große“) Markgraf von Brandenburg und König in Preußen. Beide kamen im selben Jahr auf ihren Thron, nämlich 1740. Den europaweiten Streit um Maria Theresias Regierungsantritt nutzte Friedrich aus. Während verschiedene Fürstenhäuser eine Frau an der Spitze des Habsburgerreiches nicht akzeptierten und Anspruch auf Maria Theresias Erbe erhoben, überfiel und besetzte Friedrich Schlesien. Schlesien war eine wirtschaftlich blühende Provinz im Reich von Maria Theresia. Die Okkupation Schlesiens stand am Anfang eines Konflikts, der 23 Jahre dauerte, Europa in Atem hielt und beide Monarchen an den Rand ihrer Existenz brachte.
Barbara Stollberg-Rilinger hat eine lesenswerte Biografie über Maria Theresia geschrieben. Ich spreche mit der Professorin für die Frühe Neuzeit und Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin über die Anfänge und den Charakter der beiden Kontrahenten.
Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier:
www.99xgeschichte.de
Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an.
Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten.
"Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital.
Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster!
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#Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
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