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Oper ohne Ehrfurcht

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Dieser Podcast hat
9 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2026/05/26
Neueste Episode
2026/10/13
Durchschnittsdauer
33 min.
Veröffentlichungsintervall
18 Tage

Beschreibung

Oper = Meisterwerk? Nein! Manche Opern stehen seit ewigen Zeiten auf dem Spielplan, obwohl längst eher der Kanon als das Werk selbst ihre Existenz rechtfertigt. Andere wirken vollkommen absurd und entfalten im Theater trotzdem Saison für Saison eine überwältigende Kraft. Über genau solche Widersprüche streiten Larissa Schütz und Daniel Url seit Jahren. Mit „Oper ohne Ehrfurcht“ machen die Kulturjournalistin und Musikkritikerin und der Operndramaturg und Stimmexperte diese Gespräche jetzt öffentlich. Es geht um musikalische Größe, dramaturgische Schwächen, überbewertete Stimmen, kluge Inszenierungen und die Mechanismen eines Betriebs, den beide gerade deshalb lieben, weil er so widersprüchlich, irrational und manchmal vollkommen verrückt ist. Ein Podcast für Menschen, die Oper nicht erklärt bekommen wollen, sondern eingeordnet, und für alle, die nach der Vorstellung noch weiterdiskutieren möchten.

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Lohengrin - keine Fragen!
2026/10/13
Nie sollst du mich befragen! Wir tun es trotzdem. In dieser Folge fragen wir: Wie viel Erlösermärchen verträgt Lohengrin heute noch? Warum stellt ausgerechnet Ortrud die vernünftigsten Fragen? Und ist Elsa wirklich so naiv, wie sie oft gespielt wird? Wir sprechen über den strahlenden Lohengrin von Klaus Florian Vogt, die unterschätzten Anforderungen an Elsa und die Frage, wie viel Wumms Wagner eigentlich braucht. Dazu kommen Ortrud als heimliche Schlüsselfigur und Christian Thielemann gegen den Wagner-Brei. Außerdem: Regieideen, die den Heilsbringer endlich vom Sockel holen. Und natürlich: Muss Lohengrin wirklich immer mit einem Schwan kommen – oder täte es irgendwann auch ein Ferrari?
Carmen - nur ein Vamp?
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Fächer, Hüftschwung, tiefer Ausschnitt: Kaum eine Opernfigur wird so zuverlässig zur Sexbomb gemacht wie Carmen. Dabei ist ihre eigentliche Obsession eine ganz andere: Freiheit. Wir sprechen darüber, warum weniger Sexiness Carmen interessanter macht, Don José kein armes Verführungsopfer ist und Micaëla endlich mehr verdient als die brave Kirchenmaus. Außerdem: Bizets erstaunliche Hitdichte, eine Salzburger Carmen, bei der wir uns endlich mal richtig uneinig sind – und die Frage, ob Sinnlichkeit eigentlich dasselbe ist wie sexy.
Ariadne auf Naxos - U oder E?
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Ernste Kunst oder Unterhaltung? Strauss und Hofmannsthal werfen in Ariadne auf Naxos einfach beides zusammen. Wir sprechen darüber, warum das erstaunlich gut funktioniert, was eine gute Ariadne braucht – und über die Salzburger Neuinszenierung, die das Ganze ausgerechnet auf den Mars schickt.
Rienzi - DIE Jugendsünde
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„Rienzi“ ist fünf Stunden lang, braucht einen gigantischen Apparat und verschwand nach einer höchst problematischen Rezeptionsgeschichte fast von den Spielplänen. Jetzt bringt Bayreuth ausgerechnet das Werk zurück, das Wagner selbst dort nie vorgesehen hatte. Wir fragen: Ist „Rienzi“ zu Recht vergessen oder völlig unterschätzt? Warum klingt hier schon erstaunlich viel nach dem späteren Wagner? Was macht ausgerechnet Adriano zur spannendsten Figur? Und wie aktuell ist eine Oper über politischen Aufstieg, Manipulation und den ziemlich spektakulären Absturz eines großen Hoffnungsträgers? Dazu: höllisch schwere Partien, jede Menge Ohrwürmer und ein Finale zwischen „Ben Hur“ und „Götterdämmerung“.
Die Frau ohne Schatten - Albtraummärchen
2026/07/21
Warum gilt ausgerechnet dieses Werk als eines der größten Meisterwerke der Operngeschichte, obwohl selbst eingefleischte Opernfans damit oft völlig überfordert sind? In dieser Folge von Oper ohne Ehrfurcht wagen wir uns an Richard Strauss' "Die Frau ohne Schatten", ein Werk, das für Daniel der Gipfel der Opernliteratur ist und Larissa jahrelang schlaflose Nächte bereitet hat. Wir sprechen darüber, warum diese Oper so schwer zugänglich ist, weshalb sie trotzdem einen unglaublichen musikalischen Sog entwickelt und ob ihre komplizierte Handlung dem Werk heute eher im Weg steht als hilft. Außerdem geht es um die Frage, wie zeitgemäß das Frauenbild wirklich ist, warum die Regie an diesem Stück fast zwangsläufig scheitern kann und weshalb ausgerechnet ein "Alptraummärchen" bis heute die größten Opernhäuser der Welt beschäftigt. Ist Die Frau ohne Schatten ein Werk, das man verstehen muss? Oder eines, das man einfach erleben sollte? Darüber diskutieren wir in dieser Folge. Was denkt ihr? Gibt es ein Opernwerk, mit dem ihr euch erst quälen musstet, bevor ihr es lieben gelernt habt? Erzählt es uns in den Kommentaren oder schreibt uns auf Instagram.
Die Entführung aus dem Serail - Dialoge raus!
2026/07/08
Mozarts Musik ist genial. Das Libretto nicht. Was passiert, wenn ausgerechnet die Dialoge das größte Problem des Werks sind? Muss man "Die Entführung aus dem Serail" heute umschreiben, damit die Oper noch funktioniert? Oder verrät man damit genau das Werk, das man retten will? In dieser Folge diskutieren wir über orientalische Klischees, Humanismus und den überraschend modernsten Charakter der Oper. Wir sprechen über die aktuelle Berliner Inszenierung mit Bülent Ceylan als Bassa Selim, darüber, warum Regisseurinnen und Regisseure bei kaum einer Mozart-Oper so viele Freiheiten haben und weshalb ausgerechnet die Musik ein Libretto rettet, das uns heute längst nicht mehr überzeugt. Das Urteil hört ihr in der Folge - danach wollen wir eures. Diskutiert mit uns auf Instagram und LinkedIn!
Tosca - Puccinis Hetzjagd
2026/06/24
Machtspiele mit Todesfolge. In dieser Folge geht es um Puccinis Tosca: ein Werk, das gern als dramatische Liebesgeschichte verkauft wird, dabei aber viel brutaler, politischer und psychologisch fieser ist, als der Opernkanon es manchmal zugibt. Wir sprechen darüber, warum Tosca kein romantisches Dreiecksdrama ist, sondern ein Thriller über Kontrolle, Willkür und Erpressung. Warum Cavaradossi als Held ziemlich blass bleibt. Warum Tosca viel zu oft als eitle Diva missverstanden wird. Und warum Scarpia einer der widerlichsten, aber besten Bösewichte der Operngeschichte ist. Außerdem: Szenenapplaus, der alles kaputtmacht. Tenöre, die aus Todesangst eine Bravouarie basteln und die wirklich wichtige Frage: Womit bringt man Scarpia am besten um, mit Messer, Schreibmaschine oder Golfschläger? Das Urteil hört ihr in der Folge - danach wollen wir eures. Diskutiert mit uns auf Instagram und LinkedIn!
Der Rosenkavalier - alles nur Kitsch?
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Die alte Schachtel verliert ihren jungen Liebhaber, ein gefährlicher Verführer kommt durch, weil alle ihn für einen liebenswerten Trottel halten, und mit genügend Zuckerguss wird Wien zu einem plüschigen Sehnsuchtsort, den es so wahrscheinlich nie gegeben hat - Willkommen im Rosenkavalier! So muss man dieses Stück allerdings nicht erzählen. Wir diskutieren, warum die Marschallin viel moderner ist als ihr Ruf, weshalb der Ochs deutlich gefährlicher wird, sobald man aufhört, über ihn zu lachen, und warum manche Rosenkavalier-Inszenierungen gerade dann funktionieren, wenn sie dem Werk den Puderzucker einfach mal streichen. Außerdem stellen wir eine ketzerische Frage: Ist der Rosenkavalier wirklich unantastbar oder haben wir uns einfach daran gewöhnt, ihn nicht mehr zu hinterfragen? Das Urteil hört ihr in der Folge - danach wollen wir eures. Diskutiert mit uns auf Instagram und LinkedIn!
Il Viaggio a Reims - Werk ohne Handlung
2026/05/26
Wir fangen direkt dort an, wo man eigentlich nicht anfangen sollte: bei einem Werk, das keine Handlung hat. Il viaggio a Reims von Gioachino Rossini, zu sehen gerade bei den Salzburger Pfingstfestspielen 2026 in der Regie von Barrie Kosky, ist der perfekte Aufhänger für alles, wofür dieser Podcast steht. Ein Sängerschaufenster aus dem Jahr 1825, geschrieben zur Krönung Karls X., jahrzehntelang verschollen, in den 70ern von Abbado wiederentdeckt und heute von der Staatsoper bis zum Landestheater ein echter Dauerbrenner. Aber warum eigentlich? Larissa und Daniel nehmen das Werk auseinander: Passiert drei Stunden wirklich gar nichts? (Spoiler: Die Pferde sind weg.) Warum sind die Frauenrollen um Längen interessanter gezeichnet als die Männerrollen und warum ist dieses Stück eigentlich der Traum - und der Alptraum - jedes Regisseurs? Das Urteil hört ihr in der Folge - danach wollen wir eures.

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