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KALIFORNISCHE TERRASSEN 🌞🌮

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Dieser Podcast hat
214 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2022/10/01
Neueste Episode
2026/10/16
Durchschnittsdauer
53 min.
Veröffentlichungsintervall
7 Tage

Beschreibung

Es gab und gibt wohl immer wieder in der Menschheitsgeschichte „magische“ Orte, an denen Neugierige bzw. Suchende zusammenkamen, um sich in möglichst angst-, und konkurrenzfreier AtmosphĂ€re auszutauschen. Meist begannen diese ZusammenkĂŒnfte in lockerer Form, zwanglos, wahrscheinlich bei einem erfrischenden GetrĂ€nk, anregendem Essen, freiem Blick auf freie Landschaften und, vor allem, ohne einschrĂ€nkende Zugangsvoraussetzungen. Getragen von Begeisterung, bildeten sich neue, unverblĂŒmt vorgetragene Ideen. Es kamen Menschen zusammen, die den Mut hatten „Neues zu denken, ehe sie es aufzeigen“ konnten, wie das einmal Sigmund Freud fĂŒr den Salon Zuckerkandl formulierte.Wer in der Gegend war und von diesen „Orten“ gehört hatte, kam gern „nur mal so“ vorbei. Manche blieben dann fĂŒr immer.

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#202 Die Stimme als Zugang zu GefĂŒhlen
2026/10/16
Zur Ausbildung Systemische Therapie und Beratung (SystCert) Jetzt kostenfreie Online-Events entdecken Personen: Alex Grimm – Chorleiter der Hamburg Voices, GesangspĂ€dagoge mit eigenem Studio in Hamburg Website: hamburg-voices.de Laetitia – SĂ€ngerin im Tenor der Hamburg Voices Yasmin Brinkmann – Systemische Lehrtherapeutin am Systemischen Zentrum der wispo AG Instagram: yasmin.brinkmann LinkedIn: Yasmin Brinkmann Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen“. Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Alex Grimm, Laetitia und Yasmin Brinkmann ĂŒber die Stimme – und darĂŒber, warum sie so viel enger mit Psyche und GefĂŒhl verknĂŒpft ist als andere Ausdrucksformen. Der Ausgangspunkt ist eine Beobachtung aus der Chorarbeit: Fast alle, die singen lernen wollen, bringen ein Urteil ĂŒber ihre Stimme mit. Zu laut, zu leise, zu hoch, zu tief. Anders als bei einem Instrument lĂ€sst sich dieses Urteil nicht von der Person trennen – die Stimme ist Teil des Körpers, man hat das Instrument sozusagen verschluckt. Aus einem Kommentar ĂŒber den Klang wird so leicht ein Kommentar ĂŒber den Menschen, und daraus Scham. Von dort öffnet sich das GesprĂ€ch in mehrere Richtungen. Es geht um die körperliche Seite – Atmung, Vagusnerv, das Pendeln zwischen Übererregung und Erstarrung und die mittlere Zone, in der Menschen handlungsfĂ€hig bleiben. Es geht um das, was Generationen weitergeben: eine Erziehung, in der GefĂŒhle gefĂ€hrlich waren, eine Gesangskultur, die nach dem Nationalsozialismus verschwand, Körpernormen vom Korsett bis zum flachen Bauch, die tiefes Atmen und damit die eigene Kraft schwer erreichbar machen. Und es geht um Wut als Emotion, die VerĂ€nderung will und erst durch das UnterdrĂŒcken gefĂ€hrlich wird. Deutlich wird auch, wie nah das am eigenen professionellen Handeln liegt. Wer berĂ€t, therapiert oder coacht, arbeitet den ganzen Tag mit der Stimme – und lernt selten, wie das gesund geht. Chor, Gesangsunterricht, Sprecherziehung erscheinen im GesprĂ€ch weniger als Hobby denn als eine Form von Selbsterfahrung, die konfrontativer ist, als man vermutet. Dabei wird deutlich: Wer die eigene Stimme wieder bewohnt, bekommt nicht nur einen besseren Klang, sondern einen Zugang zu GefĂŒhlen, die lange hinter verschlossenen TĂŒren lagen. Stimme, Singen, Emotionen, Scham, Selbsterfahrung, Chorgesang, Vagusnerv, Window of Tolerance, transgenerationale Weitergabe, Wut, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: [email protected]
#201 Was Trauma ist und was nicht
2026/10/09
Zur Ausbildung Systemische Traumaberatung (SystCert) Jetzt kostenfreie Online-Events entdecken Personen: Dr. Tilman Staemmler – Therapeut, Supervisor und Trainer mit eigener Praxis „Systeme gestalten“ in Heidelberg, Dozent fĂŒr systemische Therapie und Beratung am Systemischen Zentrum der wispo AG Instagram: systeme.gestaltenLinkedIn: Tilman StaemmlerWebsite: systeme-gestalten.deKevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH Instagram: hausdesbaronsLinkedIn: Kevin BaronBeschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen“. Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Dr. Tilman Staemmler und Kevin Baron darĂŒber, was Trauma ist – und was nicht – und wie sich traumatische Erfahrungen professionell begleiten lassen. Ausgangspunkt ist die alltĂ€gliche, oft inflationĂ€re Rede vom Trauma. Tilman Staemmler unterscheidet zwischen einem subklinischen Sprachgebrauch, der schmerzhafte Erfahrungen benennt, und Traumatisierungen auf klinischem Niveau. Er beschreibt, wie Stress, der uns normalerweise wach und handlungsfĂ€hig macht, das Nervensystem ĂŒberlasten kann – bis hin zum Shutdown und zur Dissoziation als Schutzmechanismus der Psyche. An einem Beispiel aus der Paartherapie wird sichtbar, wie frĂŒhe Erfahrungen in spĂ€tere Beziehungen hineinwirken: Ein brĂŒchiger Selbstwert sucht BestĂ€tigung beim GegenĂŒber, und wo sie ausbleibt, schaukelt sich eine Eskalationsdynamik hoch. Am Anfang der Arbeit stehen deshalb Stabilisierung und Sicherheit – vom vereinbarten Codewort, das einen Streit unterbricht, ĂŒber die 5-4-3-2-1-Übung, die zurĂŒck ins Hier und Jetzt holt, bis zur Unterscheidung zwischen heißem und kaltem GedĂ€chtnis nach Luise Reddemann. Zum Schluss geht es um Abgrenzungen und Haltung: wie sich Trauer, Trauma, Depression und Sucht zueinander verhalten, warum Integration ein langsamer Prozess ist, der den Schmerz zuerst ernst nimmt, und wie die Idee des guten Grundes im Alltag zu mehr Gelassenheit beitragen kann. Das GesprĂ€ch entstand im Vorfeld des Fachtags Trauma- & Trauerbegleitung am 23.10.2026 in Stuttgart. Die Teilnahme ist vor Ort und im Livestream kostenfrei möglich, alle Informationen und die Anmeldung findest du auf der Veranstaltungsseite. Dabei wird deutlich: Nicht jede schmerzhafte Erfahrung ist ein Trauma – doch wo sie es ist, beginnt Hilfe mit Sicherheit, nicht mit der Deutung des Erlebten. Keywords Trauma, Traumaberatung, Dissoziation, Stabilisierung, Emotionsregulation, Paartherapie, 5-4-3-2-1-Übung, Trauer und Trauma, guter Grund, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen?Schreib uns gerne an: [email protected]
#200 Mentale StabilitÀt beginnt im Körper
2026/10/02
Zur Ausbildung Systemisches Coaching (SystCert) Jetzt kostenfreie Online-Events entdecken Personen: Timo Bartel – „Connecting Self“, Coach fĂŒr Unternehmer:innen und FĂŒhrungskrĂ€fte, Physiotherapeut; Schwerpunkte Stress, Gesundheit und FĂŒhrung Instagram: timo_bartelWebsite: timo-bartel.de Kevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH Instagram: hausdesbaronsLinkedIn: Kevin Baron Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen“. Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Timo Bartel und Kevin Baron darĂŒber, was der Körper zur mentalen StabilitĂ€t beitrĂ€gt – und warum ein ganzheitlicher, systemischer Blick ohne ihn nicht auskommt. Timo Bartel beschreibt mentale StabilitĂ€t nicht als Panzer, sondern als Zugriff auf die eigenen Werte, StĂ€rken und Kompetenzen. Werte sind Leitplanken, die durch Herausforderungen tragen – solange man sie regelmĂ€ĂŸig auf den PrĂŒfstand stellt. Anhand der Lebensgeschichte von J. M. Barrie zeigt er, wie Bedeutung Biochemie erzeugt: Was wir denken, verĂ€ndert den Körper, und der Körper verĂ€ndert, was wir denken können. In der Arbeit mit Klientinnen und Klienten werden deshalb Bewegungsaufgaben wie Kniebeugen oder Boxen zur Diagnostik: Wie jemand an ein Gewicht herangeht, erzĂ€hlt oft mehr als jedes GesprĂ€ch. Deutlich wird, wie Regulation im Alltag gelingen kann: Raum halten, eine Metaposition einnehmen, wieder in einen neutraleren Zustand kommen – und dann mit Abstand auf die Emotion schauen. Es geht nicht um Erschlaffung und nicht um Überspannung, sondern um das optimale VerhĂ€ltnis, aus dem Flow entsteht. VerdrĂ€ngung hat ihren Sinn, meldet sich aber ĂŒber den Körper zurĂŒck: als Gereiztheit, Schlafstörung, Energiemangel oder Symptom. Loslassen ist fĂŒr Timo Bartel dabei schon wieder ein Tun am Problem; hilfreicher ist, die Aufmerksamkeit erst einmal zu sich selbst zurĂŒckzuholen. Dass all das messbar ist – ĂŒber HerzratenvariabilitĂ€t oder Cortisol – hilft besonders Menschen, die Zahlen und Fakten brauchen. Am Ende geht es um die Frage, was Menschen nach einer Begleitung anders machen: Werte abgleichen, Inseln schaffen, UnterstĂŒtzer ins Boot holen, den eigenen Körper ernst nehmen – und der Rat, mutig und verantwortungsvoll einfach mal loszulegen. Dabei wird deutlich: Wer mentale StabilitĂ€t aufbauen will, kommt am Körper nicht vorbei – er ist FrĂŒhwarnsystem, Diagnostik und Zugang zugleich. mentale StabilitĂ€t, Körper und Psyche, Werte, Regulation, Nervensystem, Flow, Stress, Resilienz, VerdrĂ€ngung, Metaposition, HerzratenvariabilitĂ€t, Coaching fĂŒr Unternehmer, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen?Schreib uns gerne an: [email protected]
#199 Supervision, wenn niemand freiwillig kommt
2026/09/25
Zur Ausbildung Systemische Supervision (SystCert) Jetzt kostenfreie Online-Events entdecken Personen: Sabine ZschĂŒttig – Systemische Therapeutin, Coachin und Supervisorin, Dozentin am Systemischen Zentrum der wispo AG; langjĂ€hrige Erfahrung in forensischer Beratung und Supervision LinkedIn: Sabine ZschĂŒttig Kevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH Instagram: hausdesbaronsLinkedIn: Kevin Baron Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen“. Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Sabine ZschĂŒttig und Kevin Baron ĂŒber Supervision in Zwangskontexten: Was passiert, wenn ein Team zur Supervision geschickt wird? Und wie gehen Supervisorinnen und Supervisoren mit dem eigenen Druck um, wenn die Kooperation ausbleibt? Den Einstieg macht ein Fall aus der Teamsupervision: Eine FĂŒhrungskraft hat gegen die Verabredung des Teams entschieden, ein Teil des Teams holt eine externe Supervisorin, der andere sitzt skeptisch daneben. Sabine ZschĂŒttig beschreibt, wie sie Erwartungen und No-Gos sammelt, den zeitlichen Rahmen realistisch hĂ€lt und Druck aus der Gruppe nimmt. Ein Team muss keine Familie sein – es braucht eine tragfĂ€hige Arbeitsbeziehung. Ein zweiter roter Faden ist der Umgang mit denen, die schweigen. Anwesenheit ist bereits ein Beitrag, Schweigen darf legitim sein, und wer mit dem Fuß wippt, kann eingeladen werden, den Fuß sprechen zu lassen. Gleichzeitig hĂ€lt Sabine ZschĂŒttig an Struktur fest: VorgesprĂ€che, Visualisierung, Zeitmarken und die Frage, wer fĂŒr wen spricht, geben Orientierung und Sicherheit. Bricht ein Konflikt zwischen Leitung und Mitarbeitenden aus, gibt sie die Frage zurĂŒck ans Team. Zum Schluss geht es um die Supervisorin selbst – um Scham im Raum, um Themen wie Verlust und Suizid eines Klienten, die ein Team nicht besprechen wollte, und um die Entscheidung, welchen Auftrag man annimmt und welchen man qualifiziert weiterverweist. Dabei wird deutlich: Supervision wirkt weniger ĂŒber die richtige Methode als ĂŒber echte WertschĂ€tzung fĂŒr die Arbeit derer, die da sitzen – auch wenn sie nicht freiwillig gekommen sind. Literaturhinweise: ​Conen, Marie-Luise (Hrsg.): Wo keine Hoffnung ist, muss man sie erfinden. Aufsuchende Familientherapie. Mit Vorworten von Jorge Colapinto und Jochen Schweitzer-Rothers. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme Verlag, 2. Aufl. 2004 ​ Conen, M.-L., Cecchin, G. (2020). Wie kann ich Ihnen helfen, mich wieder loszuwerden? Heidelberg: Carl-Auer. ​ Conen , M.-L. (2007). Eigenverantwortung, Freiwilligkeit und Zwang, S.370 375. In: Zeitschrift fĂŒr Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe (ZJJ) . Heft 4 ​Conen, M.-L. (2005). Zwangskontexte konstruktiv nutzen, Psychotherapie im Dialog, 6(2). Stuttgart: Georg Thieme Verlag. Conen, M.-L.: ZurĂŒck in die Hoffnung. Systemische Arbeit mit​ „Multiproblemfamilien", 2015​⁠Dinger, Wolfgang: Ein Doppelleben. In: Supervision, 43. Jahrgang, Nr. 3, 2025, Seite 7–10; DOI: 10.30820/1431-7168-2025-3-7; Psychosozial-Verlag ‱ Huber, A. (2003). Möglichkeiten des konstruktiven Umgangs mit Widerstand in erwachsenendidaktischen Veranstaltungen, Zeitschrift: Gruppendynamik und Organisationsberatung, Verlag fĂŒr Sozialwissenschaften , Wiesbaden. ​KĂ€hler, H. (2005). Soziale Arbeit in Zwangskontexten. Wie unerwĂŒnschte Hilfeerfolgreich sein kann. MĂŒnchen: Ernst Reinhardt. ​ Klug, W., Zobrist, P. (2021). Motivierte Klienten trotz Zwangskontext. MĂŒnchen: Ernst Reinhardt.​⁠Liechti, J. (2010). Dann komm ich halt, sag aber nichts. Heidelberg: Carl-Auer.​⁠ Zobrist , P.: Methodische AnsĂ€tze zur wirkungsvollen Betreuungsarbeit im Zwangskontext, VBK --/VSAV Fachtagung vom 4./5. September 2008. Wirksame Handlungskonzepte im Kindes und Erwachsenenschutz, http://www.vbkcat.ch/assets/pdf/de/aktuell/Unterlagen_Zobrist_gesamt.pdf23.7.2009. Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen?Schreib uns gerne an: [email protected]
#198 Es gibt keine unmotivierten Klienten
2026/09/18
Zur Ausbildung Systemische Therapie und Beratung (SystCert) Jetzt kostenfreie Online-Events entdecken Personen: Sabine ZschĂŒttig – Systemische Therapeutin, Coachin und Supervisorin, Dozentin am Systemischen Zentrum der wispo AG; langjĂ€hrige Erfahrung in forensischer Beratung und Supervision LinkedIn: Sabine ZschĂŒttig Kevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH Instagram: hausdesbaronsLinkedIn: Kevin Baron Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen“. Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Sabine ZschĂŒttig und Kevin Baron ĂŒber Beratung in Zwangskontexten – ĂŒber Menschen, die vom Jugendamt, vom Gericht oder vom Chef geschickt werden und zu Beginn sagen: Ich brauche keine Hilfe, ich bin nur hier, weil ich muss. Sabine ZschĂŒttig rĂ€umt zuerst mit einer Zuschreibung auf: Unmotivierte Klientinnen und Klienten gibt es nicht. Wer geschickt wird, hat eine Motivation – vielleicht die, die Zeit abzusitzen oder die Beraterin wieder loszuwerden. Genau daran lĂ€sst sich anknĂŒpfen, etwa mit der Frage, wie sie helfen kann, sie wieder loszuwerden. Voraussetzung ist Transparenz: Wer beauftragt hier wen, was wird berichtet und was bleibt im Raum, welche Bedingungen gelten und welche Wahl hat das GegenĂŒber? Ein heimlicher Auftrag, den der Auftraggeber im Hintergrund mitgibt, stört jede Beziehung – also wird er offengelegt oder gar nicht erst angenommen. Am Beispiel eines FĂŒhrungskrĂ€fte-Coachings zeigt sich, wie das konkret klingt: nach den Fantasien fragen, die jemand ĂŒber den Auftrag des Chefs hat, offen die Vermeidungsstrategien benennen, an denen sich Unbehagen zeigen wĂŒrde, und die Entscheidung, was berichtet wird, beim Coachee lassen. Dazu kommt die Frage nach frĂŒheren Beratungserfahrungen, nach No-Gos und danach, was jemand ĂŒberhaupt mit dem Wort VerĂ€nderung verbindet – denn Scham und Angst spielen in diesen Kontexten eine große Rolle. Zum Schluss geht es um die Beraterinnen und Berater selbst, die trotz allem nicht an ihre Klienten herankommen, um implizite AuftrĂ€ge an sich selbst, um Tempo und Selbstwert – und um einen Satz aus der MailĂ€nder Schule: Wenn es keine Hoffnung gibt, muss man sie erfinden. Dabei wird deutlich: Unfreiwilligkeit ist kein Motivationsproblem, sondern eine Auftrags- und Beziehungsfrage – und Transparenz ist der erste Schritt zu einer Arbeitsbeziehung. Zwangskontext, unfreiwillige Klienten, AuftragsklĂ€rung, Triangulation, heimlicher Auftrag, Transparenz, Beziehungsaufbau, Jugendhilfe, FĂŒhrungskrĂ€ftecoaching, Scham, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen?Schreib uns gerne an: [email protected]
#197 Werkzeugkoffer Supervision: Wenn Konflikte auftauchen
2026/09/11
Zur Ausbildung Systemische Supervision (SystCert) Jetzt kostenfreie Online-Events entdecken Personen: Dr. Daniela Rieß – Lehrende am Systemischen Zentrum der wispo AG, Systemische Supervisorin und verantwortlich fĂŒr das Curriculum der Ausbildung Systemische Supervision Instagram: danielariess.systemischepraxisLinkedIn: Dr. Daniela RießKevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH Instagram: hausdesbaronsLinkedIn: Kevin BaronBeschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Dr. Daniela Rieß und Kevin Baron darĂŒber, was zu tun ist, wenn eine Supervision angefragt wird – und vor Ort etwas ganz anderes im Raum steht. Das Telefon klingelt, eine Teamleitung schildert Dringlichkeit, es brennt. Wer dann ankommt, merkt manchmal: Hier geht es nicht um Reflexion des beruflichen Handelns, sondern um einen Konflikt, der seit Langem gewachsen ist. Daniela Rieß beschreibt, welche Frage sie sich schon am Telefon stellt – nĂ€mlich, ob sie ĂŒberhaupt die KapazitĂ€t fĂŒr die AuftragsklĂ€rung hat, die dahintersteckt, und wie viel Prozessklarheit ein solches Setting fordert. Ein zentrales Hilfsmittel ist dabei eine Unterscheidung von ZustĂ€nden, in denen sich ein Team befinden kann. Zwischen einem Zustand, in dem alles besser lĂ€uft als gedacht, und einer Situation, in der Arbeitsbeziehungen aufgelöst werden mĂŒssen, liegen mehrere Stufen – und jede von ihnen legt ein anderes Format nahe. Bei einer Aufgabe oder einem Problem kann Supervision viel bewirken, weil die Beteiligten trotz Verunsicherung arbeitsfĂ€hig bleiben. Sobald Positionen umkĂ€mpft sind und Emotionen in den Vordergrund treten, verschiebt sich die Frage von „Wie reflektieren wir das?" zu „Wie stellen wir ĂŒberhaupt ArbeitsfĂ€higkeit wieder her?". Am Systembrett wird sichtbar, warum das so folgenreich ist. Sobald zwei Personen in einen Konflikt geraten, schauen zwei Nasen nicht mehr auf die gemeinsame Aufgabe – und meist bleibt es nicht bei zweien. Ein Team ist Team, weil es eine Aufgabe gibt; gerĂ€t sie aus dem Blick, leidet die QualitĂ€t der Arbeit. Daniela Rieß erklĂ€rt, warum sie Konflikte deshalb nicht im Gesamtteam bearbeitet, sondern in ein gesondertes, stĂ€rker strukturiertes Setting bringt – und wie ein Zusammenkommen danach gelingen kann. Deutlich wird auch, wo die eigene Rolle endet. Wo eine AtmosphĂ€re vergiftet ist und nicht einmal mehr der kleinste gemeinsame Nenner trĂ€gt, braucht es Entscheidungen der FĂŒhrung, nicht mehr externe Begleitung. Genau darum geht es beim Formatwechsel: zu wissen, was man anbieten kann – und was nicht. Dabei wird deutlich: Die eigenen Grenzen zu kennen ist keine EinschrĂ€nkung der ProfessionalitĂ€t, sondern ein Teil von ihr. Systemische Supervision, Konflikteskalation, Mediation, Konfliktmoderation, AuftragsklĂ€rung, Formatwechsel, ArbeitsfĂ€higkeit, Teamkonflikt, Systembrett, FĂŒhrung und Verantwortung, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: [email protected]
#196 Dreieckskontrakte in der Supervision
2026/09/04
Zur Ausbildung Systemische Supervision (SystCert)Jetzt kostenfreie Online-Events entdecken Personen: Dr. Daniela Rieß – Lehrende am Systemischen Zentrum der wispo AG, Systemische Supervisorin und verantwortlich fĂŒr das Curriculum der Ausbildung Systemische Supervision Instagram: danielariess.systemischepraxisLinkedIn: Dr. Daniela RießKevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH Instagram: hausdesbaronsLinkedIn: Kevin BaronBeschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Dr. Daniela Rieß und Kevin Baron ĂŒber Dreieckskontrakte in der Supervision und darĂŒber, wie sich AuftragsklĂ€rung gestalten lĂ€sst, wenn mehrere Beteiligte Unterschiedliches wollen. Der Ausgangspunkt ist eine Situation, die viele aus dem Beratungsalltag kennen: Eine FĂŒhrungskraft fragt Supervision an, kurz darauf meldet sich ein Teammitglied mit dem Wunsch, lieber ohne Leitung zu arbeiten. Damit liegen zwei AuftrĂ€ge auf dem Tisch – und im Hintergrund oft noch die Organisation als dritter oder vierter Auftraggeber. Daniela Rieß beschreibt Supervision als Einladung, gemeinsam die Flughöhe zu wechseln und das eigene berufliche Tun von oben zu betrachten, statt lineare Ursachen zu suchen. Wechselwirkungen rĂŒcken damit vor ErklĂ€rungen. Deutlich wird, wie viel Arbeit vor der eigentlichen Arbeit liegt. Wer eigentlich zum Team gehört, wer welche Aufgabe hat, wo die Sitzungen stattfinden und wer wann dabei sein sollte – all das ist keine VorabklĂ€rung von Rahmendaten, sondern bereits Intervention. Schon der Raum kann ein Muster unterbrechen. Und die Frage nach guten GrĂŒnden – fĂŒr die Anwesenheit der Leitung ebenso wie fĂŒr einen geschĂŒtzten Teamraum – verwandelt scheinbare GegensĂ€tze in verhandelbare Positionen. Ein zweiter roter Faden ist die Allparteilichkeit. Wo Emotionen im Spiel sind, gibt es Einladungen, sich auf eine Seite zu stellen – manchmal so beilĂ€ufig wie ein Stuhl, der ein StĂŒck nĂ€her steht. Daniela Rieß erzĂ€hlt, wie sie Positionen sichtbar macht, ohne dass jemand Gesichtsverlust erleidet, wie sie Leitungsthemen als solche benennt und zurĂŒckgibt, und woran sie merkt, dass ein Auftrag rund ist – oder dass es noch eine Schleife braucht. Zum Schluss geht es um das, was Erfahrung wirklich verĂ€ndert: die Unterscheidung zwischen Verantwortung fĂŒr den Prozess und Verantwortung fĂŒr die Lösung. Dabei wird deutlich: AuftragsklĂ€rung ist keine Vorstufe der Supervision – sie ist bereits der Raum, in dem sich entscheidet, ob alle Beteiligten handlungsfĂ€hig bleiben. Systemische Supervision, Dreieckskontrakt, AuftragsklĂ€rung, Kontrakt, Allparteilichkeit, Haltung des Nichtwissens, Teamsupervision, Fallsupervision, FĂŒhrung und Team, Prozessverantwortung, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen?Schreib uns gerne an: [email protected]
#195 ZirkulÀres Trauern: Warum Verlust kein linearer Prozess ist
2026/08/28
Die nĂ€chste Ausbildung zum/zur zertifizierten Trauerbegleiter/in startet am 14.11.2026. Weitere Informationen & Anmeldung Kostenfreie Online-Events: ⁠https://kalifornische-terrassen.de/events⁠ Personen: Birgit Steinke + ⁠https://www.linkedin.com/in/birgit-steinke-a8a0832a8/⁠ + Trauerbegleiterin, systemische Beraterin und Seelsorgerin Achim Blackstein + ⁠https://www.linkedin.com/in/achim-blackstein-10789312/⁠ + GesprĂ€chspartner in dieser Folge Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Birgit Steinke und Achim Blackstein ĂŒber Trauer, Bindung und die Frage, wie Begleitung in Verlustsituationen gelingen kann. Ausgangspunkt ist der Gedanke, dass Bindung ein GrundbedĂŒrfnis ist, das wir uns nicht aussuchen – und dass der Tod eines nahestehenden Menschen uns zwingt, diese Bindung zu lösen, ohne dass wir uns dafĂŒr entscheiden. Genau darin liegt fĂŒr viele Trauernde die eigentliche Herausforderung. Birgit Steinke beschreibt ihre Haltung als Beraterin mit dem Bild des weißen Blatts Papier: ohne vorgefertigtes Wissen ĂŒber die Lebensgeschichte des GegenĂŒbers, dafĂŒr mit voller fachlicher PrĂ€senz. Sie erzĂ€hlt, wie wichtig Selbstregulation ĂŒber den Atem ist, um dem Nervensystem der Klientinnen und Klienten einen stabilen Bezugspunkt zu geben, und warum sie sich bewusst dagegen entscheidet, eigene Methoden pauschal auf andere zu ĂŒbertragen. Ein zentrales Thema ist das Modell der wiederherstellungsorientierten Bewegung – das Pendeln zwischen Trauerschmerz und den ganz praktischen, manchmal ĂŒberraschend banalen Momenten des Alltags, wie dem AufrĂ€umen der KĂŒche kurz nach einem Todesfall. Beide sprechen darĂŒber, dass Bindung an Verstorbene nicht gelöst, sondern weitergefĂŒhrt werden darf – etwa durch gemeinsames Erinnern in der Trauergruppe oder kleine Rituale im Alltag. Dabei wird deutlich: Trauer folgt keinem festen Plan – aber sie darf in Verbindung bleiben, statt losgelassen werden zu mĂŒssen. Trauerbegleitung, Bindungstheorie, systemische Beratung, Verlust, Trauerprozess, weiterbestehende Bindung, Trauergruppe, Selbstregulation, Seelsorge, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: ⁠[email protected]⁠
#194 Trauer, Zugehörigkeit und systemische Haltung
2026/08/22
Kostenfreie Online-Events: https://kalifornische-terrassen.de/events Personen: Liviana Bath Curanda – Lehrende am Systemischen Zentrum, Ausbildung systemischer Beraterinnen, Therapeutinnen und Supervisor:innenInstagram: https://www.instagram.com/curanda_institut/LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/liviana-bath-curanda-a4771183/ Daniela Rieß – Lehrende am Systemischen Zentrum, Ausbildung systemischer Beraterinnen, Therapeutinnen und Supervisor:innenInstagram: https://www.instagram.com/danielariess.systemischepraxis/LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-daniela-riess/ Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Liviana Bath Curanda und Daniela Rieß ĂŒber den Anschlag auf die queere Community in Berlin – und darĂŒber, was ein solches Ereignis fĂŒr systemisches Arbeiten bedeutet. Ausgangspunkt ist eine Frage, die beide sehr beschĂ€ftigt hat: Was bedeutet es fĂŒr Menschen, die betroffen sind, auch wenn sie nicht vor Ort waren? Und was bedeutet es fĂŒr Beraterinnen, Therapeutinnen und Supervisor:innen, wenn Trauer, Schmerz und Betroffenheit in den Raum kommen – manchmal mitten in einer Sitzung, fĂŒr die lĂ€ngst ein anderer Plan gemacht war? Im GesprĂ€ch entsteht die Idee, dass es weniger um den systemischen Werkzeugkoffer geht als um die Bereitschaft, gemeinsam zu halten, was allein kaum auszuhalten ist. Von dort aus richtet sich der Blick nach innen. Welche Brille trage ich aufgrund meiner eigenen sozialen Gewachsenheit? Welche Wirklichkeiten, welche Ängste, welche SchutzbedĂŒrfnisse blende ich ein – und welche vielleicht aus? Beide beziehen sich auf feministische und intersektionale Perspektiven in der systemischen Arbeit und auf das Konzept der Social Selfies als Möglichkeit zur eigenen Selbstreflexion. Dabei wird auch NeutralitĂ€t sehr grundsĂ€tzlich hinterfragt: Wo schĂŒtzt professionelle Distanz, und wo hĂ€lt sie TĂŒren verschlossen, die eigentlich offen sein mĂŒssten? Der Gedanke, dass NeutralitĂ€t einen Wertekompass braucht, zieht sich als Spannungslinie durch das gesamte GesprĂ€ch. Ein zweiter Strang fĂŒhrt zur Zugehörigkeit. Wo darf ich sein, wo gehöre ich dazu, was passiert, wenn ich zwischen mehreren Zugehörigkeiten stehe? Beide beschreiben, wie wiederkehrende Ausgrenzungserfahrungen TraumaqualitĂ€t annehmen können und wie eng Zugehörigkeit mit mentaler Gesundheit verbunden ist. Deutlich wird auch, dass Lösungsorientierung – so wirksam sie in vielen Kontexten ist – bei Trauer, Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen an eine Grenze stĂ¶ĂŸt. Manchmal braucht es das Gegenteil: verlangsamen, innehalten, bleiben. Und es braucht Fachpersonen, die sich selbst berĂŒhrt zeigen dĂŒrfen, ohne die eigene WĂŒrde und Abgrenzung aufzugeben. Dabei wird deutlich: Wir können darauf vorbereitet sein, unvorbereitet zu sein – und genau darin liegt die Möglichkeit, RĂ€ume zu öffnen, in denen Schmerz, Trauer und Zugehörigkeit da sein dĂŒrfen, statt weggearbeitet zu werden. Keywords Trauer, Zugehörigkeit, queere Community, systemische Haltung, NeutralitĂ€t, Beziehungsarbeit, Supervision, Diskriminierungserfahrung, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: [email protected]
#193 Die verborgenen Dynamiken in Gruppen
2026/08/14
Kostenfreie Online-Events: https://kalifornische-terrassen.de/events Personen: Olaf Geramanis / Professor fĂŒr soziale und personenorientierte Beratung, Hochschule fĂŒr Soziale Arbeit FHNW, Experte fĂŒr systemische Gruppendynamik, Autor des „Mini-Handbuch Gruppendynamik" / https://www.fhnw.ch/de/personen/olaf-geramanis Kevin Baron Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Olaf Geramanis und Kevin Baron ĂŒber Gruppendynamik – jenes stille, immer wirksame Geschehen, das entsteht, sobald Menschen aufeinandertreffen, und das sich, wie es im GesprĂ€ch heißt, nie ganz steuern, aber bewusst begleiten lĂ€sst. Olaf Geramanis öffnet dafĂŒr die systemische Perspektive: Probleme sitzen selten in einer einzelnen Person, sondern zeigen sich als Symptom eines grĂ¶ĂŸeren Beziehungsgeflechts. Wer eine Gruppe verstehen will, muss weg von der Zuschreibung an Einzelne und hin zum Blick auf das Zusammenspiel – auf Macht, Zugehörigkeit, NĂ€he und Distanz, die unter der OberflĂ€che stĂ€ndig neu austariert werden. Besonders deutlich wird das am Beispiel moderner Organisationen, die einerseits Selbstorganisation einfordern und andererseits Kontrolle behalten wollen – ein Widerspruch, der Menschen in eine stille Zerreißprobe zwischen Freiheit und Erwartung stellt. Im weiteren Verlauf wird das GesprĂ€ch persönlicher: Es geht um Mut und Demut als zwei Seiten derselben Haltung, um die Frage, wie viel Kontrolle man tatsĂ€chlich loslassen kann, und um die Erkenntnis, dass WertschĂ€tzung sich nicht organisieren lĂ€sst, sondern immer zwischen Menschen entsteht. Auch die eigene, langjĂ€hrige Beziehung wird zur Blaupause fĂŒr gruppendynamische Prinzipien: NĂ€he und Distanz, StabilitĂ€t und VerĂ€nderung stehen in einem Spannungsfeld, das sich nie endgĂŒltig auflösen lĂ€sst – und genau darin liegt seine Lebendigkeit. Ein GesprĂ€ch, das einlĂ€dt, die eigene Rolle in Gruppen – ob im Team, in der Partnerschaft oder im Freundeskreis – noch einmal neu zu betrachten. Dabei wird deutlich: Wer beginnt, die eigene Verstrickung in Gruppen bewusst wahrzunehmen, gewinnt nicht Kontrolle ĂŒber sie – sondern die Freiheit, sich zu ihr zu verhalten. ━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━ Keywords Gruppendynamik, Systemisches Denken, Vertrauen, FĂŒhrung, Selbstorganisation, NĂ€he und Distanz, Perspektivwechsel, Beziehungsdynamik, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: [email protected]
#192 Kampfsport, Aggression und systemische Beratung
2026/08/07
Kostenfreie Online-Events:https://kalifornische-terrassen.de/events Personen: RenĂ© Denim – systemischer Coach, Sozialarbeiter und DBT-Therapeut. War viele Jahre als Personalleiter im Business- und FĂŒhrungskrĂ€fte-Coaching tĂ€tig und hat sich zunehmend körper- und beziehungsorientierten Arbeitsformen zugewandt. Arbeitet heute mit Jugendlichen und Erwachsenen zu Aggression, Selbstregulation und Beziehungsgestaltung. Kevin Baron Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen RenĂ© Denim und Kevin Baron darĂŒber, wie Kampfsport als Erfahrungs- und Reflexionsraum fĂŒr systemische Arbeit genutzt werden kann. RenĂ© Denim, systemischer Coach, Sozialarbeiter und DBT-Therapeut, erzĂ€hlt, wie er ĂŒber die Jahre vom klassischen FĂŒhrungskrĂ€fte-Coaching zu einer körper- und beziehungsorientierten Arbeitsweise gefunden hat. Im GesprĂ€ch wird deutlich, wie sich Muster – etwa im Umgang mit Frust, Aggression oder Ego – im direkten Körperkontakt oft schneller zeigen, als es reines Sprechen ermöglichen wĂŒrde. Anhand einer eigenen frĂŒhen Trainingserfahrung beschreibt er, wie ihm die eigene Reaktion auf eine ausweglose Situation unmittelbar vor Augen gefĂŒhrt wurde – und wie daraus ein Moment der Selbstreflexion entstand. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Jugendlichen, die innere Anspannung hĂ€ufig ĂŒber Gewalt ausdrĂŒcken. RenĂ© beschreibt, wie im Training soziales Bewusstsein entsteht, wenn Wechselwirkungen zwischen Menschen körperlich statt nur kognitiv erfahrbar werden – und wie sich daraus neue HandlungsspielrĂ€ume öffnen. Persönlich wird es, als RenĂ© von einer prĂ€genden Kindheitserfahrung erzĂ€hlt: Als Kind musste er fĂŒr seine Mutter behördliche Schreiben ĂŒbersetzen – eine Situation, die ihm frĂŒh zeigte, welche Auswirkungen strukturelle HĂŒrden auf Menschen haben können. Diese Erfahrung prĂ€gt bis heute seinen Blick auf die Arbeit mit Menschen in schwierigen Lebenslagen, etwa im Kontext von Borderline oder ADHS. Dabei wird deutlich: Manchmal zeigt der Körper etwas, das der Kopf noch nicht erklĂ€ren kann – und genau darin liegt eine eigene Form der Erkenntnis. Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen, Kampfsport, systemisches Coaching, Körperarbeit, Selbstregulation, Aggression, Beziehungsgestaltung, DBT, Jugendarbeit Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: [email protected]
#191 Informelle Strukturen als Motor des Wandels
2026/08/01
Kostenfreie Online-Events:https://kalifornische-terrassen.de/events Personen: Johannes Paetzel – Lehrender beim Systemischen Zentrum, Schwerpunkt Coaching und OrganisationsentwicklungJanina Mallow – Lehrende beim Systemischen Zentrum, Schwerpunkt Coaching und OrganisationsentwicklungClaus Triebiger – Lehrender beim Systemischen Zentrum, zusĂ€tzlich in der systemischen Beratungsausbildung tĂ€tig Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Johannes Paetzel, Janina Mallow und Claus Triebiger erstmals gemeinsam ĂŒber ein Thema, das viele in Beratung und Organisationsentwicklung tĂ€tige Menschen kennen: die Rolle informeller Strukturen im Gelingen von VerĂ€nderungsprozessen. Ausgehend von der Dreiklang-Logik nach Stefan KĂŒhl – formale Seite, informelle Seite und Schauseite – nĂ€hern sie sich der Frage, wie sich diese unsichtbaren Wege im Organisationsalltag erkennen und fĂŒr VerĂ€nderung nutzbar machen lassen. Anhand konkreter Beispiele aus ihrer Beratungspraxis wird sichtbar, wie wirksam Informelles sein kann, auch wenn es in keinem Organigramm steht: Eine Vertriebsorganisation, die durch den Wechsel von Individual- zu Pool-VergĂŒtung ihre informelle Konkurrenzkultur verĂ€ndert, oder ein „Digitale Botschafter"-Netzwerk in einer Stadtbehörde, das nur deshalb wirken konnte, weil das Top-Management ihm formal Raum und Legitimation gab. Ein zentraler Bezugspunkt des GesprĂ€chs ist zudem die Definition von Widerstand nach Matthias Varga von KibĂ©d, wonach Widerstand die Maßeinheit fĂŒr die passende Geschwindigkeit von VerĂ€nderung ist. DarĂŒber hinaus reflektieren die drei offen eigene Momente, in denen sie selbst an informelle Dynamiken stießen, die sie zunĂ€chst ĂŒberforderten – etwa im Umgang mit einer informellen FĂŒhrungsfigur, deren Perspektive sich erst in einem beilĂ€ufigen GesprĂ€ch abseits des offiziellen Rahmens erschloss. Dabei wird deutlich: Informelle Strukturen lassen sich nicht steuern – wohl aber einladen, wenn FormalitĂ€t ihnen Raum, Zeit und Legitimation gibt. Informelle Strukturen, Organisationsentwicklung, VerĂ€nderungsprozesse, Widerstand, Vertrauen, FĂŒhrung, Schauseite, systemische Beratung, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: [email protected]
#190 Auf StÀrkensuche mit Kindern und Familien
2026/07/24
Kostenfreie Online-Events: https://kalifornische-terrassen.de/events Personen: Dr. Katharina Reschke · [email protected] · https://talent-safari.com/ · Psychologin (M.Sc.), GrĂŒnderin von Talent Safari, Schwerpunkt pĂ€dagogische Psychologie und Schulbegleitung Dr. Tom Reschke · [email protected] · https://talent-safari.com/ · Psychologe (M.Sc.), GrĂŒnder von Talent Safari, Schwerpunkt klinische und Gesundheitspsychologie Kevin Baron · @hausdesbarons · https://www.instagram.com/hausdesbarons/ Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Dr. Katharina Reschke, Dr. Tom Reschke und Kevin Baron ĂŒber die Frage, was Kindern und Jugendlichen heute wirklich hilft – und was sie zunehmend herausfordert. Wie haben sich die Lebenswelten von Kindern in den letzten Jahrzehnten verĂ€ndert? Was zeigt die Forschung zur Lernzielorientierung – und was beobachten Katharina und Tom Reschke tĂ€glich in ihrer Praxis? Im GesprĂ€ch wird sichtbar: Die Digitalisierung schafft ZugĂ€nge und erhöht gleichzeitig den Druck auf Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Selbststeuerung. Kinder, die gefragt werden, was ihr Lieblingsfach ist, antworten manchmal: die Pause. Das GesprĂ€ch berĂŒhrt auch das familiĂ€re System – welche Rolle Eltern spielen, warum Überforderung kein Versagen ist und wie Balance aussehen kann: zwischen Struktur und Freiheit, zwischen FĂŒhrung und Loslassen. Die Reschkes plĂ€dieren fĂŒr ein klares Sowohl-als-auch, das digitale Medien weder verteufelt noch unkontrolliert lĂ€sst. Hinter alldem steht ein Grundgedanke, der auch den Namen ihrer Praxis prĂ€gt: Talent Safari. Mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien auf Entdeckungsreise zu gehen – auf der Suche nach StĂ€rken und Talenten, die sichtbar gemacht und nutzbar werden sollen. Nicht die Defizite stehen im Mittelpunkt, sondern das, was schon da ist. Dabei wird deutlich: Wer seine eigenen Talente kennt, kann die Zukunft – auch eine unsichere – mit mehr Zuversicht gestalten. Keywords Talent Safari, Kinderpsychologie, Lernmotivation, Digitalisierung, StĂ€rkenorientierung, systemische Beratung, Elternberatung, Schulpsychologie, Impulskontrolle, Ressourcenarbeit, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: [email protected]
#189 Trauma, Macht und FĂŒhrung
2026/07/17
Kostenfreie Online-Events: https://kalifornische-terrassen.de/events Personen: Volkmar Suhr · https://volkmarsuhr.de/ · Systemischer Berater und Therapeut (DGSF), TraumapĂ€dagoge und Gast-Dozent am Systemischen Zentrum Erika Sander · https://systemisches-zentrum.de/dozenten/details/?wb=dozent/270/Erika+Sander · Bereichsleiterin fĂŒr Ausbildungsprogramme am Systemischen Zentrum (wispo AG) Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Volkmar Suhr und Erika Sander ĂŒber die Systemrelevanz von Trauma – und darĂŒber, warum Trauma niemals nur ein individuelles Geschehen ist. Ausgehend von der Frage, was Trauma eigentlich systemrelevant macht, beleuchten die beiden, wie sich traumatische Erfahrungen nicht auf den einzelnen Menschen beschrĂ€nken, sondern immer auch Beziehungssysteme, Familien und Organisationen mitgestalten. Sie unterscheiden zwischen unterschiedlichen Formen von Traumatisierung – von der einmaligen Schock-Traumatisierung bis zu komplexen, ĂŒber Jahre gewachsenen Belastungen – und zeigen, wie unterschiedlich sich diese im Erleben von Betroffenen zeigen können. Ein zentraler Strang des GesprĂ€chs fĂŒhrt zur transgenerationalen Weitergabe von Trauma: wie Erfahrungen ĂŒber explizite ErzĂ€hlungen ebenso wie ĂŒber Schweigen und unausgesprochene Muster an nachfolgende Generationen weitergegeben werden – bis hin zu Hinweisen auf epigenetische VerĂ€nderungen, die diese Weitergabe auch biologisch nachvollziehbar machen. Volkmar Suhr und Erika Sander werfen außerdem einen Blick auf traumatisierte Organisationen und darauf, wie ungelöste Traumadynamiken sich in FĂŒhrung, MachtausĂŒbung und gesellschaftlichen Strukturen wiederfinden können. Zum Abschluss öffnen sie einen ermutigenden Raum: Trauma lĂ€sst sich erkennen, verstehen und bearbeiten – und macht Menschen dabei nicht schwĂ€cher, sondern zeigt oft, wie handlungsfĂ€hig sie sein können. Dabei wird deutlich: Trauma ist kein isoliertes Ereignis, sondern ein Beziehungsgeschehen – und genau darin liegt vielleicht auch die Möglichkeit, gemeinsam wieder handlungsfĂ€hig zu werden. Trauma, Systemische Beratung, Transgenerationale Traumatisierung, Komplexe Traumafolgestörung, Epigenetik, Organisationsentwicklung, FĂŒhrung und Macht, Resilienz, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: [email protected]
#188 KI nutzen, ohne sich selbst zu verlieren
2026/07/10
Kostenfreie Online-Events:https://kalifornische-terrassen.de/events Personen: Claus Triebiger · triebiger-coaching.de · systemischer Berater mit Schwerpunkt auf philosophischen und psychologischen Fragestellungen Kevin Baron · @hausdesbarons · https://www.instagram.com/hausdesbarons/ Beschreibung Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen". Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen. Zusammenfassung In dieser Folge sprechen Claus Triebiger und Kevin Baron darĂŒber, wie sich ein verantwortungsvoller Umgang mit KĂŒnstlicher Intelligenz gestalten lĂ€sst, ohne dabei die eigene UrteilsfĂ€higkeit und AusdrucksfĂ€higkeit zu verlieren. Ausgangspunkt ist die Aussage eines KI-Unternehmenschefs, der fĂŒr eine gesellschaftliche Atempause bei der KI-Entwicklung plĂ€diert hat. Von dort aus öffnet sich ein Möglichkeitsraum: Welche Interessen – wirtschaftlich, politisch, persönlich – wirken hier zusammen, und wie lĂ€sst sich das Modell von Spiral Dynamics nutzen, um unterschiedliche Haltungen im Umgang mit Technologie sichtbar zu machen? Im Zentrum steht ein Bild, das die beiden als „kognitive Pornografie" beschreiben: die Gefahr, sich beim Prompten selbst sprachlich und gedanklich zu verlieren, weil die KI den Weg des geringsten Widerstands anbietet. Persönliche Erfahrungen aus Beratung und Unternehmensalltag zeigen zugleich, wie aus dieser Beobachtung ein produktiver Umgang entstehen kann – etwa indem eigenes Wissen zunĂ€chst selbst durchdrungen wird, bevor die KI als Werkzeug zur Erweiterung eingesetzt wird. Das GesprĂ€ch bewegt sich damit zwischen gesellschaftlicher und persönlicher Ebene und fragt, wie Bewusstheit, kritisches PrĂŒfen und ein systemischer Blick auf Wechselwirkungen helfen können, Technologie als ErgĂ€nzung statt als Bedrohung zu erleben. Dabei wird deutlich: Bewusstheit ĂŒber die eigenen Denkprozesse eröffnet einen Weg, KI als ErgĂ€nzung zu nutzen, ohne sich selbst darin zu verlieren. Keywords KĂŒnstliche Intelligenz, Spiral Dynamics, systemisches Denken, Bewusstheit, Prompt Engineering, Verantwortung, Ethik, Perspektivwechsel, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen Hast du Fragen, Gedanken oder willst deiner Idee Gehör verschaffen? Schreib uns gerne an: [email protected]

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