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Der Literaturpodcast der vergessenen Bücher

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Dieser Podcast hat
70 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2021/02/10
Neueste Episode
2022/06/22
Durchschnittsdauer
3 min.
Veröffentlichungsintervall
8 Tage

Beschreibung

Wir werden erschlagen von der Flut an Neuerscheinungen. Jedes Jahr veröffentlichen die Verlage Unmengen von neuen Titeln. Niemand ist in der Lage, sie alle zu lesen. Wir pflegen unsere Lieblingsautoren und -Autorinnen, folgen Empfehlungen, sind von manchem Buch enttäuscht, andere wiederum wünschen wir viele Leser. Ein Buch hat heutzutage drei bis vier Monate Zeit, um nach dem Erscheinen seine Leser zu finden. Dieser Podcast widmet sich den vergessenen, den übersehenen Bücher, die womöglich nicht mehr aufgelegt werden oder ihr Dasein in einer Ecke der Buchhandlungen fristen. Wo sie allmählich verstauben oder aus dem Angebot genommen werden. Autoren und Autorinnen, deren Bücher mich bewegt haben. Ich war erstaunt, als ich an meinem Bücherregal vorbeigegangen bin, wie viele es sind, an die es sich zu erinnern lohnt. Jede Woche ein Buch von nun an. Jeden Mittwoch eine Autorin oder ein Autor, deren Namen manchen vielleicht nicht bekannt sind. Weniger als verspätete Kritik, vielmehr als eine Liste voller Empfehlungen. Romane und Stories, die es wert sind, noch einmal oder zum ersten Mal gelesen zu werden. Die Welt der Literatur wächst mit jedem Jahr. Also schauen sie mir über die Schultern, vielleicht ist ja etwas für sie dabei.

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Franßen zu Bret Easton Ellis "Imperial Bedrooms"
2022/06/22
Nach dem Erscheinen von "Unter Null" sahen viele Rezensenten den Autor seiner Generation in ihm, um ihn, als er mit "American Psycho" Kultstatus erreichte, zu verdammen. Zu kalt, zu zynisch, zu stupide wegen seitenlanger Aufzählungen von Markennamen zu stylish. Dabei waren das 1980er Jahre.
Franßen zu Raymond Carver "Stories"
2022/06/15
Vier Bände reichten, um Raymond Carver unsterblich zu machen, und bist heute streiten sich Kritiker darüber, ob es nicht doch eher sein Lektor, Gordon Lish, war und nicht der Autor, der die Geschichten von all dem befreite, was sie ausschmückte.
Franßen zu Ottessa Moshfegh "McGlue"
2022/06/08
Ottessa Moshfegh eröffnet ihren Roman "McGlue" wie ein klassisches Seefahrerabenteuer und stellt sogleich sie die Frage, hat McGlue Johnston wirklich umgebracht? Alle Indizien sprechen gegen ihn, aber er erinnert sich halt nicht. Und das nicht, weil er sich Lücken auferlegt, um den Prozessbeginn aufzuschieben, oder dem Strang zu entgehen. Er hat schlicht und einfach seinen Verstand versoffen.
Franßen zu Javier Marias "Mein Herz so weiß"
2022/06/01
Eine Frau nimmt sich in "Mein Herz so weiß" das Leben. Sie ist die Tante des Ich-Erzählers Juan. Sie haben sich nie persönlich kennengelernt, da Juan zum Zeitpunkt des Selbstmords noch nicht geboren war. Warum hat sie das getan, fragt er sich. Zumal gleich nach der Hochzeitreise. Nicht nach einem Schicksalsschlag, nicht wegen einer schweren Krankheit. War es eine Verzweiflungstat?
Franßen zu Jon Fosse "Das ist Alise"
2022/05/25
Eine schmale Novelle aus dem Norwegischen erschien in der Übersetzung von Hinrich Schmidt-Schenkel 2003 im Mare Verlag. "Das ist Alise" von Jon Fosse. Wer den Theatermann bis dahin nicht kannte, begegnete in ihr einem Autor, der sich dem Minimalismus verschrieben hat. Seine Geschichte der Signe ist sprachlich nicht üppig ausgestattet, sie unterliegt dem Skalpell eines Autors, der alles Überflüssige wegstreicht.
Franßen zu Colum McCann "Der Himmel unter der Stadt"
2022/05/18
In der Übersetzung von Matthias Müller führt uns McCann in das Tunnelsystem unterhalb New Yorks ein. In einen Zufluchtsort für alle hoffnungslos Gestrandeten. Noch leben die alten Geschichten vom Tunnelbau und seiner Opfer weiter. Verbinden das Leben im Dunkel mit der Erschaffung der Neuen Welt.
Franßen zu Knut Hamsun "Hunger"
2022/05/11
Knut Hamsuns "Hunger" ist unsterblich, seiner damaligen Zeit weit voraus. Halb dem Wahnsinn verfallen, von Hunger zerfressen, irrt ein Ich-Erzähler durch Kristiana, während die Artikel, die er bei einer Zeitung unterzubringen versucht, selten angenommen werden. Als der Roman 1890 erschien, gab es ein solch schonungslose Beschreibungen einer Randexistenz nicht.
Franßen zu Allan Hollinghurst "Die Schönheitslinie"
2022/05/04
Allan Hollinghursts Roman "Die Schönheitslinie" führt uns in der Übersetzung von Thomas Steger in den Sommer 1983. Ein Zwanzigjähriger zieht in eine Dachkammer in Notting Hill. Nick, der den bezeichnenden Nachnamen Guest führt, taucht in die Welt des Luxus ein, in der es weniger darauf ankommt, was er kann, als vielmehr darauf, wen einer kennt. Nick ist homosexuell, der Provinz entflohen und legt eine rasante Entwicklung zum Dandy ab.
Franßen zu Mark Twain "Knallkopf Wilson"
2022/04/27
In "Knallkopf Wilson" in der Übersetzung von Reinhild Böhnke kommt es zu einem Diebstahl im Haus von Percy Driscoll, der kurzerhand droht, alle Sklaven, in den Süden zu verkaufen. Was die zwanzigjährige Roxy dazu veranlasst, ihren wenige Monate alten Sohn in die Kleider von Thomas Becket Driscoll, zu stecken, dem gleichaltrigen Sohn ihres Herrn.
Franßen zu Val McDermid "Ein Ort für die Ewigkeit"
2022/04/20
Eine erfolgreiche Autorin, die nicht unbedingt in der Liste der vergessenen Bücher aufgeführt werden müsste, wäre da nicht von einem erzählerischen Glanzstück zu erzählen. Ein Verbrechen, das nicht geschehen ist, aber geschehen sein muss, weil alle glauben, dass es geschehen ist.
Franßen zu William Faulkner "Als ich im Sterben lag"
2022/04/13
Auf dem Weg zur Begräbnisstätte gerät Addies Leichenzug von einer Bredouille in die nächste. Beim Einsturz einer Brücke geht beinah der Sarg verloren, ein verkrüppeltes Bein bricht erneut und selbst die Verstorbenen melden sich zu Wort. Das als Tragikomödie zu bezeichnen ist weit untertrieben.
Franßen zu "Kriegsromane"
2022/04/06
Romane wie die von Norman Mailer "Die Nackten und die Toten." oder Denis Johnson "Ein gerade Rauch". Wir haben sie gelesen und waren angewidert, teilten die Aussage, dass es nie wieder Krieg geben dürfte. Gerne werden Erich Maria Remarque "Im Westen nichts Neues genannt" oder Tolstois" Krieg und Frieden" zitiert. Hätten uns all diese Romane nicht zu einem Aufschrei bewegen müssen, der nicht als ohnmächtige Demonstration verpufft?

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